Standard Chartered hat mit der Analyse von Chainlink (LINK) begonnen und prognostiziert einen Kurs von 200 USD bis Ende 2030. Am Montag lag der LINK-Kurs bei etwa 8,22 USD, was ein Kursplus um das 24-Fache bedeutet.
Die Prognose stammt aus einer Notiz mit dem Titel „Chainlink: Die Infrastruktur besitzen” von Geoff Kendrick, dem Leiter der Digital-Assets-Forschung der Bank. Damit verfolgt er weiter seine Suche nach den Gewinnern durch die Tokenisierung von Vermögenswerten.
Eine 4 Bio. USD Tokenisierungs-Investition
Kendrick erwartet, dass die auf der Blockchain tokenisierten Vermögenswerte von aktuell etwa 340 Milliarden USD bis Ende 2028 auf 4 Bio. USD wachsen. Zudem sieht er bis Ende 2030 Vermögenswerte im Wert von 2,7 Bio. USD, die aktiv in der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) genutzt werden, was eine Steigerung um das 37-Fache wäre.
Die Chainlink-Prognose passt zu einem Muster in den aktuellen Analysen der Bank. Standard Chartered hat zuvor bereits eine 50-fache Aave-Prognose sowie ein 33-faches Morpho-Ziel veröffentlicht, beide basierend auf derselben Wachstumsthese für DeFi.
Laut Kendrick können sich tokenisierte Vermögenswerte nicht allein durch Ausgabe skalieren. Sobald sie auf der Blockchain sind, benötigen sie weiterhin verlässliche Daten, sichere Übertragungen zwischen Netzwerken und Compliance-Lösungen, um im institutionellen Bereich genutzt zu werden.
Im Prinzip liest sich die These wie ein Konzept von Mautstraßen: Wenn tokenisierte Vermögenswerte Chainlinks Infrastruktur nutzen müssen, fällt bei jedem Transfer eine Gebühr an, was die Nachfrage nach LINK antreibt.
Warum Standard Chartered Chainlink als Infrastrukturgeber sieht
Laut der Bank ist Chainlink führend dabei, Daten über dezentrale Oracles auf die Blockchain zu bringen. Oracles liefern externe Informationen, wie etwa Kurse, an Blockchains. Laut Analyse sichert das Netzwerk etwa 70% der globalen DeFi-Märkte ab, auf Ethereum sogar mehr als 80%.
Standard Chartered betont außerdem, dass Chainlink in sieben Jahren Betrieb Transaktionen im Wert von über 32 Bio. USD ermöglicht hat. Diese Historie schaffe Netzwerkeffekte, die Konkurrenten nur schwer erreichen können.
Inzwischen ist das Projekt über reine Datenfeeds hinausgewachsen. Es bietet Interoperabilität, Compliance und Datenschutzdienste für die traditionelle Finanzwelt. Chainlink arbeitet bereits mit Fidelity an einem Projekt, das Fonds-Daten tokenisiert, die sich auf 6,9 Milliarden USD an Vermögenswerten beziehen.
„Diese Vermögenswerte werden vertrauenswürdige Daten, sichere Interoperabilität zwischen Netzwerken, Datenschutzlösungen für die Compliance sowie die Integration in bestehende Finanzsysteme benötigen. Nur Chainlink kann derzeit all dies bieten”, schrieb Kendrick in seiner Analyse.
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Die Risiken hinter dem 24-fachen Kursziel
Für LINK-Halter führt die Analyse die Nutzung des Netzwerks auf Gebühren und damit steigende Nachfrage nach dem Token zurück. Dennoch notiert LINK noch immer nahe 8,22 USD, ganz in der Nähe des in der Analyse verwendeten Referenzkurses.
Die Berichte der Bank können die Kurse kurzfristig bewegen. So stieg Aave um 15% nach einer früheren DeFi-Analyse von Standard Chartered, selbst als der Gesamtmarkt schwächer wurde.
Kendrick hebt zudem klare Risiken hervor. Eine langsamere Tokenisierung im institutionellen Bereich, Konkurrenz durch spezialisierte Anbieter oder technische Probleme könnten den Weg bis 200 USD beeinflussen.
Daher hängt der LINK-Ausblick auf lange Sicht davon ab, ob die Tokenisierung von ersten Pilotprojekten in die breite Umsetzung übergeht.
Die Analyse eröffnet somit eine klare Debatte: Wird Chainlink zum SWIFT der tokenisierten Finanzwelt und verdient an jedem Transfer, oder bleibt es nur eine mutige Prognose einer Bank, die vom Markt nicht bestätigt wird?









