Das Büro von Super Micro Computer Inc. in Taiwan wurde am Montag durchsucht, weil Behörden ihre Untersuchungen zum mutmaßlichen Schmuggel von Nvidia-AI-Chips nach China mit Servern des Unternehmens ausgeweitet haben.
Die SMCI-Aktie fiel nach dieser Nachricht deutlich. Die Bezirksstaatsanwaltschaft Keelung in Taiwan durchsuchte die Wohnungen von sechs Personen sowie die Geschäftsräume von drei verbundenen Unternehmen, darunter auch die lokalen Niederlassungen von Super Micro. Außerdem wurden Personen zur Befragung vorgeladen.
Betroffene Unternehmen bestätigen Durchsuchungen
Der Distributor Albatron Technology bestätigte in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht eine Durchsuchung. Das Unternehmen gab an, dass es dadurch keine wesentlichen finanziellen oder betrieblichen Auswirkungen gebe. Auch der Betreiber von Rechenzentren Chief Telecom wurde durchsucht.
Folgen Sie uns auf X, um die neuesten Nachrichten sofort zu erhalten
Weitere Maßnahmen nach früherer Aktion
Bloomberg berichtete über die Aktion am Montag, die auf Razzien aus Mai 2026 aufbaut. Damals wurden von derselben Behörde zwölf Orte durchsucht und rund 50 hochwertige Super Micro Server mit eingeschränkten Nvidia-Chips beschlagnahmt. Im Fokus stand dabei die Fälschung von Ausfuhrpapieren.
Super Micro hat in der Vergangenheit erklärt, mit den taiwanischen Behörden zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen ist in früheren Phasen der Untersuchung nicht als Unternehmen angeklagt worden. Auf eine Anfrage zu den aktuellen Entwicklungen hat Super Micro jedoch zunächst nicht reagiert.
US-Vorgaben verstärken regionale Durchsetzung
Der Fall zeigt, wie anhaltender US-Druck dazu führt, moderne AI-Halbleiter aus Gründen der nationalen Sicherheit von China fernzuhalten. Taiwan ist ein wichtiger Standort für die Produktion von Halbleitern und die Montage von Servern. Dennoch gilt der Export von AI-Chips nach China dort bisher nicht als eigenständiges Vergehen.
Bisher greifen die Behörden auf Gesetze zu Dokumentenfälschung zurück. In Taipeh wird aber aktiv geprüft, Gesetzesänderungen einzuführen, die solche Exporte ausdrücklich unter Strafe stellen. Damit könnten Ermittlungen künftig gezielter erfolgen.
Wie geht es weiter?
Die aktuellen Durchsuchungen zeigen, dass die Kontrolle der nachgelagerten Verteilung in der AI-Lieferkette schärfer wird. Weitere Mitteilungen der Staatsanwaltschaft oder von Super Micro könnten den Umfang und die möglichen Anklagepunkte genauer klären.
Für Investoren bedeuten diese Entwicklungen zusätzliche Compliance-Risiken, auch wenn die Nachfrage nach AI-Servern weiterhin hoch ist. Die Kursreaktion von SMCI unterstreicht, wie stark regulatorische Nachrichten das Sentiment in diesem Sektor beeinflussen.











