Terra Luna gab 2,8 Mrd. aus, um UST zu retten! Was war mit den Kunden?

17. November 2022, 15:30 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Nach der Entkopplung des Stablecoins UST investierte der Luna Fundation Guard 2,8 Milliarden US-Dollar.
  • Ein neuer Prüfbericht zufolge kann dem Unternehmen keine Fehlverhalten vorgeworfen werden.
  • Der Krypto-Influencer begrüßt den Bericht, stellt die Angaben der Prüfer jedoch infrage.
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Ein von der Beratungsfirma JS Held veröffentlichter Bericht deckt auf, dass der Luna Fundation Guard 2,8 Milliarden US-Dollar ausgab, um die Entkopplung des Stablecoins UST zu verhindern. Diese Gelder wurden also nicht benutzt, um die Investoren des Terra Luna Ökosystems zu entschädigen.

Update 17.11 13:00 CET: Ein südkoreanisches Gericht hat einem Antrag stattgegeben Shin Hyun-Sungs (Co-Founder von Terra) Assets einzufrieren.

In dem am 16. November veröffentlichten Bericht heißt es dazu:

“Die Terra Luna Fundation nutzte 613 Millionen US-Dollars ihres eigenen Kapitals, um die US-Dollar-Anbindung von UST zu verteidigen. (…) Um die Bindung aufrechtzuerhalten, kauften die Luna Fundation Guard, Terra Form Labs und Jump Crypto zuvor UST und Luna ein.”

Darüber hinaus sehen Mitglieder der Krypto-Community den Bericht kritisch und werfen den Autoren vor, wichtige Daten zu verschleiern.

Prüfer stellen keine Fehlallokation von Kapital fest

Im Mai 2022 entkoppelte sich der algorithmische Stablecoin Terra USD (UST) von dem US-Dollar, da der dafür verantwortliche Mechanismus nicht mehr funktionierte. Der Algorithmus nutzte einen Mining- und Burning-Mechanismus der Kryptowährungen UST und Luna, welcher aus dem Gleichgewicht geriet. Dem Bericht zufolge waren die Angaben über Reserven des Luna Foundation Guard während des Zusammenbruchs des Terra Luna Ökoystems korrekt.

Dem Luna Fundation Guard scheinen diese Daten zu genügen, etwaige Vorwürfe der Veruntreuung, des Missbrauchs von Geldern und der Geldwäsche abzustreiten. Mitglieder der Krypto-Community sehen die Daten des Berichts jedoch kritisch.

Ist der Terra Luna Bericht manipuliert?

Der Krypto-Influencer FatMan begrüßte die Veröffentlichung des Prüfberichts, hinterfragt jedoch das Fehlen von Handelsprotokollen. Er behauptet, der Prüfer habe “Daten gezielt ausgesucht, anstatt die ganze Geschichte zu erzählen”. Fatman erklärt dazu:

“TFL schickt Jump BTC, und Jump schickt TFL UST… Das war’s. Keine Handelsprotokolle für diese Transfers! Hier gibt es mehrere Probleme, da Jump stark in das Terra-Ökosystem involviert war und sein eigenes Buch einfach hätte bereinigen können. Trotz des Anspruchs auf vollständige Transparenz wird dieser Teil ausgelassen.

Darüber hinaus stellt FatMan den Verkauf von 440 Millionen UST und mehr als 700 Millionen Dollar LUNA infrage:

“Die zweite Sache, die mir seltsam vorkam, war, dass Terra Form Labs die UST zur gleichen Zeit verkaufte als auch kaufte?!”

Bemerkenswerterweise ist FatMan bereits dafür bekannt, mehrere Insider-Dokumente von Terra Luna veröffentlicht zu haben, die sowohl vor als auch nach dem Crash erstellt wurden. Der selbsternannte Insider hinterfragte den Zusammenhang des UST-Abverkaufs und der Entkopplung des Stablecoins erneut:

“Wenn die Koppelung sauber verteidigt worden wäre, hätte es in vorhersehbaren Abständen einen Strom von Kaufaufträgen gegeben. Die Tatsache, dass die Käufe in unregelmäßigen Abständen erfolgten, wirft in Verbindung mit der Tatsache, dass die TFL gleichzeitig UST verkauft hat, Fragen auf. Und das betrifft nur die bekannten Konten.

Terra Gründer Do Kwon entschuldigt sich

Nach der Veröffentlichung des Prüfberichts erklärte der Mitbegründer Do Kwon: “Für diejenigen unter euch, deren Meinung ich nicht ändern konnte, nehme ich euer Urteil an.” Zudem entschuldigt er sich dafür, die Risiken des Projekts nicht besser kommuniziert zu haben.

Außerdem braucht es Do Kwon zufolge mehr als Wut und ein pauschales Verbot ähnlicher Protokolle, um herauszufinden, wie künftige Fehlschläge dieser Art verhindert werden können.

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