Da der Tesla-Geschäftsbericht morgen, am 22. Juli, veröffentlicht wird, sagt ein erfahrener Chart-Analyst, dass die TSLA-Aktie fallen wird. Der Optionsmarkt hat seine Ansicht mit einer Investition von rund 550 Millionen USD gegen Tesla bestätigt.
Carter Worth ist ein amerikanischer Finanzexperte, bekannt als „Chart Master” bei CNBC. Seine Prognose zur Tesla-Aktie wird durch Marktdaten gestützt. Der Geldfluss ist negativ geworden und Trader sichern sich ab, obwohl die Wall Street ihre Kursziele weiterhin anhebt.
Der Experte rechnet mit einem Rückgang bei Tesla
Die meisten Retail-Investoren kennen Carter Worth vielleicht nicht, aber an der Wall Street ist er bekannt. Er hat 35 Jahre Markterfahrung, ist Gründer von Worth Charting, regelmäßiger Gast bei CNBC und Co-Moderator von Options Action.
Diese Woche sagte Worth bei CNBC, dass der Chart von Tesla auf einen Rückgang hindeutet.
Der Optionsmarkt sieht das ähnlich, da Trader eine Investition von rund 550 Millionen USD gegen Tesla vor den Zahlen getätigt haben. Die implizite Volatilität liegt im 78. Perzentil des vergangenen Jahres. Das zeigt, dass der Markt auf eine größere Kursbewegung vorbereitet ist.
Auch die Absicherung nimmt zu.
Das Put/Call-Volumenverhältnis, das steigt, wenn mehr Puts als Calls gekauft werden, stieg innerhalb von zwei Wochen von 0,54 auf 0,74.
Der Geldfluss ist bereits negativ
Worhts Chart-Analyse findet Unterstützung durch weitere Indikatoren. Der Chaikin Money Flow (CMF), ein Maßstab für institutionelle Geldflüsse, ist seit März gefallen und liegt nun unter null. Das zeigt, dass jetzt die Verkäufer bei einer der meistbeachteten Aktien im Juli das Sagen haben.
Große Investoren wirken etwas bullisch, aber die Daten sind nicht aktuell. Aus den letzten Berichten geht hervor, dass Institutionen im vergangenen Quartal netto 226 Millionen Aktien hinzugefügt und ihren Bestand um etwa 31% erhöht haben. Diese Zahlen sind aber bereits mehrere Wochen alt und zeigen nur den Stand von Ende Juni, nicht den aktuellen Besitzstand.
Hinzu kommt, dass der Wert dieser Bestände um mehr als 1 Milliarde USD gesunken ist, obwohl die Zahl der Aktien gestiegen ist, weil der Kurs schneller gefallen ist, als institutionelle Halter gekauft haben. Der Geldfluss war außerdem keineswegs einseitig: 2.160 Verkäufer standen 2.880 Käufern gegenüber.
Analysten heben ihre Kursziele trotzdem weiter an
Die bullische Sicht auf die Tesla-Aktie ist weiterhin präsent. Im Juli haben unter anderem UBS, RBC und Roth Capital, allesamt Investmentbanken aus der Wall Street, ihre Kursziele für TSLA erhöht.
Bereits im Juni hat JPMorgan das Kursziel von 145 auf 475 USD angehoben, da sie optimistischer beim Thema Robotaxi wurden. Eine Anpassung des Ziels erfolgte bislang nicht.
Allerdings blieben die Ratings zurückhaltend. Neun von 18 führenden Analysten empfehlen weiterhin Halten. Die Kursziele reichen bis zum Verkaufsszenario von Wells Fargo mit 130 USD. Worth ist also bei Weitem nicht der einzige Zweifler.
Warum ein Lieferrekord für die Tesla-Aktie nicht ausreichen könnte
Hier liegt das Problem. Tesla hat bereits rekordhohe Auslieferungen im zweiten Quartal gemeldet. Dieser Wert ist also schon eingepreist und jetzt kommt es vor allem auf die Gewinnmargen und den Ausblick für Robotaxis an.
Die Vergangenheit zeigt, dass selbst ein positiver Bericht den Kurs nicht unbedingt nach oben bewegt. Tesla hat in zwei der vergangenen vier Quartale die Gewinnerwartungen verfehlt. Beide Male, als die Erwartungen übertroffen wurden, sorgten schwache Ausblicke für Kursverluste. Besonders deutlich war das im letzten Quartal. Trotz besserer Zahlen sank die Aktie auf ein 52-Wochen-Tief, weil das Management höhere Ausgaben ankündigte.
Jim Cramer, Moderator der CNBC-Sendung Mad Money und früherer Hedgefonds-Manager, rät Investoren zudem, große Tech-Aktien vor den aktuellen Quartalszahlen zu reduzieren.
Der Bericht am Mittwoch entscheidet daher, ob die höheren Kursziele berechtigt sind oder ob der Markt der Meinung des erfahrenen Wall-Street-Experten mit 35 Jahren Erfahrung folgt.











