Der Aktienmarkt in den USA hat sich im April deutlich erholt. Der S&P 500 und der Nasdaq haben in dieser Woche neue Höchststände erreicht und alle Verluste durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausgeglichen.
Tom Lee, Chairman von BitMine, ist der Ansicht, dass der US-Aktienmarkt nun besser aufgestellt ist als bei seinem vorherigen Höchststand Anfang dieses Jahres. Er nannte dafür drei Gründe während eines Auftritts bei CNBCs Closing Bell.
US-Aktienmärkte verkraften Ölpreisschock:
Laut Marktdaten schloss der S&P 500 am 15. April bei 7.022,95 und lag damit über dem Rekordstand vom 28. Januar. Der Nasdaq erreichte 24.016 und stellte damit ebenfalls einen neuen Höchststand auf.
Diese Erholung erfolgte nachdem der S&P 500 seit Januar um bis zu 9% zurückgegangen war, bedingt durch die Verunsicherung der globalen Märkte im Zuge des Krieges. Jetzt notieren beide Indizes im laufenden Jahr wieder im positiven Bereich nach den deutlichen Verlusten im März.
Lee hob die Widerstandsfähigkeit als Beleg dafür hervor, dass US-Aktien Ölpreisanstiege verkraften können, die andere Volkswirtschaften stark belasten. Der Ölpreis stieg nach der Blockade der Straße von Hormus über 100 USD pro Barrel.
Allerdings sind die Preise inzwischen wieder gefallen, da die Märkte vorsichtig positiv auf eine mögliche Entspannung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran blicken.
„Ich weiß, das klingt vielleicht im Gegensatz zu dem, was andere Zuschauer denken, aber ich finde, der Aktienmarkt steht heute besser da als Anfang dieses Jahres beim letzten Höchststand. Denn erstens sehen wir nun, dass der US-Aktienmarkt einen Anstieg des Ölpreises verkraften kann, während andere Länder darunter leiden“, sagte Lee .
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Sein zweiter Punkt betraf die Unternehmensgewinne. Laut Lee sind die Gewinne seit Beginn des Konflikts gestiegen, was dem Markt das Vertrauen gibt, dass der Krieg tatsächlich die US-Wirtschaft ankurbelt statt sie zu belasten.
„Aktien bleiben stabil, weil es der Wirtschaft eigentlich besser geht, obwohl der Krieg andauert. Ich weiß, das klingt widersprüchlich, aber ein Grund ist die Verteidigungsausgaben, wissen Sie, in Höhe von 30 Milliarden USD im Monat. Es könnten am Ende auch 60 Milliarden USD monatlich werden. Das hat einen deutlichen Schub für die Wirtschaft. Der Anstieg des Ölpreises um 20 USD erhöht die Belastung der Haushalte um etwa 12 Milliarden USD monatlich. Unterm Strich hilft der Krieg daher aktuell eher den Gewinnen“, sagte Lee bei einem weiteren Auftritt bei CNBC.
Lees dritter Punkt betrifft die weit verbreitete Meinung, dass steigende Ölpreise eine starke Inflationswelle auslösen werden.
„Mit Blick auf die Vergangenheit zeigt sich, dass die Auswirkungen von Preisspitzen beim Öl auf den Kern weniger groß sind als oft angenommen. Daher könnte die Inflation doch nicht so stark steigen“, argumentierte der Manager.
Er hält am Zielwert von 7.300 Punkten für den S&P 500 in diesem Jahr fest, was einen weiteren Anstieg von etwa 4% gegenüber dem aktuellen Stand bedeutet.
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