Die Aktien von Nvidia (NVDA) und AMD stehen am Montag bei Eröffnung der US-Börsen voraussichtlich erneut unter Druck. Neue Vorgaben des Bureau of Industry and Security (BIS) weiten die Lizenzregeln auch auf fortschrittliche AI-Chips aus, die an chinesisch geführte Unternehmen im Ausland verkauft werden.
Nach der Aufhebung der AI Diffusion Rule aus der Biden-Zeit im Mai 2023 entstand eine einjährige Vollzugslücke unter der Trump-Regierung. Branchenquellen geben an, dass in dieser Zeit Hunderttausende fortschrittliche Chips an chinesisch verbundene Käufer im Ausland gelangten.
Weshalb die Börsen am Montag schwanken könnten
Frühere Entwürfe mit einer Genehmigungspflicht für den globalen Export von AI-Chips ließen Nvidia um 1,8% und AMD um 2,2% in vorherigen Sitzungen nachgeben. Eine ähnliche, jedoch abgeschwächte Reaktion könnte am Montag erfolgen.
Die neuen Vorgaben dienen der Klarstellung bei der Durchsetzung, stellen aber kein umfassendes Verbot dar. Bereits genehmigte Verkäufe von einfacheren Chips können zu den bisherigen Bedingungen weiterlaufen. Ausgelieferte Produkte verbleiben zudem bei den Kunden.
Der direkte Einfluss auf die Gewinne dürfte begrenzt sein. Nvidia meldete im ersten Quartal 2027 keinen einzigen Data Center Hopper Versand nach China.
Ein Jahr zuvor waren es noch 4,6 Milliarden USD. Trotzdem erreichte der gesamte Data Center Umsatz wegen der Nachfrage nach Blackwell 300 einen Rekordwert von 75,2 Milliarden USD.
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Was die neue Regel bewirkt
Die Regelung betrifft Spitzenprozessoren. Betroffen sind unter anderem Nvidias Rubin- und Blackwell-Familien sowie der MI350x-Beschleuniger von AMD. Für alle Käufer, deren Muttergesellschaft in China sitzt, ist jetzt eine gesonderte Lizenz nötig.
Die Klarstellung folgt auf frühere China-Exportregeln, die den Verkauf fortschrittlicher Halbleiter begrenzten. Die Regierung hob das breite Biden-Regelwerk vor dessen Inkrafttreten im Mai 2025 auf.
Branchenquellen berichten Reuters, dass während der Lücke im vergangenen Jahr Hunderttausende fortschrittliche Chips bei chinesisch gesteuerten Unternehmen in Übersee landeten. Singapur und Malaysia gehören zu den vermuteten Umschlagplätzen.
Bundesanwälte haben zudem bereits Betreiber eines GPU-Schmugglerrings mit einem Volumen von 2,5 Milliarden USD wegen ähnlicher Muster angeklagt.
Stärkere Kontrollen, Krypto könnte reagieren
Exporteure müssen künftig den Mutterkonzern jedes Käufers prüfen, nicht nur das Zielland. Distributoren und Cloud-Anbieter unterliegen strengeren Know-Your-Customer-Prüfungen.
Seit 2024 wurden weitere Firmen sowie Exportbeschränkungen für den Nahen Osten dem China-Rahmen hinzugefügt.
Trumps ehemalige Rücknahme der übergreifenden Biden-Vorschriften ließ unternehmensspezifische Einschränkungen weiterhin bestehen.
Krypto-Token mit AI-Fokus bewegen sich oft im Gleichklang mit US-Halbleiteraktien. Sollte das Sentiment für Chips im Handelsverlauf kippen, sind entsprechende Schwächen möglich.
Jüngste Kursentwicklungen bei führenden AI-Aktien hängen zudem eng mit Blackwell-Lieferungen zusammen.
Die verschärften Kontrollen könnten die Top-Umsätze schmälern oder Kapazitäten auf Kunden in den USA und verbündeten Ländern umleiten.
Der nächste Quartalsbericht wird erstmals konkrete Daten liefern.





