Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verändert aktuell die globalen Märkte. Öl steigt auf über 94 USD pro Barrel. Auch die Technologie-Infrastruktur wird jetzt direkt militärisch angegriffen. Aktien aus verschiedenen Branchen werden daher in Echtzeit neu bewertet, um das Risiko einzuschätzen. Inmitten der Volatilität haben BeInCrypto-Analysten drei US-Aktien identifiziert, die Sie im Blick behalten sollten.
Jede dieser Aktien profitiert auf unterschiedliche Weise von den aktuellen geopolitischen Veränderungen. Die Kursentwicklung lohnt sich bis Ende März besonders zu beobachten.
CF Industries Holdings, aktuelle Entwicklung und Ausblick
CF Industries, der weltweit größte Hersteller von Ammoniak, notiert derzeit bei etwa 136 USD. Der Kurs legte seit dem Tiefpunkt im Januar, der bei 75 USD lag, um 60% zu. Dieser Anstieg ist auf ein Stickstoff-Angebotsschock zurückzuführen, nachdem die Straße von Hormus geschlossen wurde. Durch diese Störung wurden rund 25% des globalen Stickstoffhandels beeinträchtigt.
Ammoniak wird vollständig in Nordamerika produziert. Dadurch profitiert das Unternehmen direkt, da die Preise für Harnstoff während des Frühjahrsaussaatzeitraums von 475 USD auf 680 USD je Tonne gestiegen sind. Deshalb zählt sie Ende März zu den wichtigsten US-Aktien, die Sie beobachten sollten.
Das Unternehmen meldete für 2025 einen Umsatz von 7,08 Milliarden USD mit einer Marge von 33,9% und einem freien Cashflow von 1,79 Milliarden USD, unterstützt durch Aktienrückkäufe in Höhe von 1,34 Milliarden USD.
Im Tages-Chart hat CF ein bullisches Flaggenmuster nach oben durchbrochen. Zwischen dem 4. und dem 10. März zeigte sich eine versteckte bullische Divergenz. Der Kurs bildete ein höheres Tief, während der Relative-Stärke-Index (RSI) – ein Momentum-Indikator – ein tieferes Tief zeigte. Das deutete auf nachlassenden Verkaufsdruck vor dem Ausbruch hin.
Das Kursziel liegt nun bei 179 USD, wenn die Marke von 134 USD hält. Erster technischer Widerstand ist 151 USD. Auf der Unterseite bietet 123 USD eine starke Unterstützung.
Fällt der Kurs unter 106 USD, wäre das Muster deutlich geschwächt. Ein ernsthafter Test der Unterseite droht nur, wenn der RSI, der aktuell im überkauften Bereich ist, zu einer Korrektur führt oder ein Waffenstillstand die Stickstoffversorgung aus dem Nahen Osten wiederherstellt.
Exxon Mobil, aktuelle Kurs-Analyse der XOM-Aktie
Die zweite US-Aktie, auf die Sie achten sollten, ist Exxon Mobil. Das Unternehmen, das im Dow Jones gelistet ist, notiert aktuell bei etwa 154 USD. Die Aktie hat zwischen Anfang Januar und dem 2. März einen Anstieg um 35% erlebt. Dies geschah, nachdem der WTI-Ölpreis nach der Schließung der Straße von Hormus durch Iran über 94 USD pro Barrel stieg und dabei 20% des globalen Ölangebots unterbrochen wurden.
Exxon meldete für 2025 einen Gewinn von 28,8 Milliarden USD – bei einer Rekordproduktion von 4,7 Millionen Barrel täglich, dem höchsten Wert seit vierzig Jahren. Dabei wurden 37,2 Milliarden USD an die Aktionäre ausgeschüttet. Daraus ergibt sich, dass der vom Öl getriebene positive Impuls schon vor dem Iran-Konflikt vorhanden war und sich mit der neuen Entwicklung noch verstärkte.
Im Tages-Chart zeigte XOM nach dem ersten starken Anstieg ein bullisches Flaggenmuster und bestätigte am 12. März den Ausbruch mit einer Kurslücke nach oben. Allerdings zeigt der Chaikin Money Flow (CMF), ein Indikator für Käufe durch Institutionen, ein anderes Bild.
Der CMF verharrt bei -0,22 und bleibt damit deutlich unter null, obwohl der Kurs gestiegen ist. Das deutet darauf hin, dass die Rallye bisher ohne verstärkte Käufe durch größere Investoren verläuft und vor allem von der Stimmung getrieben wird.
Bleiben die Sorgen am Ölmarkt bestehen, könnte das nächste Kursziel bei 180 USD oder sogar 189 USD liegen. Nach unten ist 147 USD die wichtige Unterstützung. Ein Fall unter 143 USD könnte den Verkaufsdruck stark erhöhen. Sollte der Kurs unter 134 USD rutschen, wäre die bullische Struktur neutralisiert.
Die Schwäche im CMF macht eine Korrektur wahrscheinlicher, falls es Fortschritte bei Waffenstillstandsverhandlungen gibt.
NVIDIA: Aktuelle Kursentwicklung und Ausblick
Die dritte US-Aktie, die Sie im Blick behalten sollten, ist NVIDIA. Der Marktführer für KI-Chips notiert zurzeit bei etwa 183 USD. Die Aktie liegt seit Jahresanfang über 3% im Minus, weist jedoch im Jahresvergleich einen Gewinn von 57% auf. Das zeigt die starke grundlegende Entwicklung trotz der aktuellen Schwäche.
Der aktuelle bärische Auslöser ist, dass das Islamische Revolutionsgarde-Korps (IRGC) aus Iran am 11. März NVIDIA direkt auf seine Zielliste gesetzt hat. Das größte Forschungs- und Entwicklungszentrum von NVIDIA in Haifa gehört dabei zu 29 US-amerikanischen Technologie-Infrastrukturstandorten, die für mögliche Angriffe genannt wurden.
NVIDIA erzielte einen Umsatz von 215,9 Milliarden USD im Geschäftsjahr 2026, was einem Zuwachs von 65% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 wurden 78 Milliarden USD prognostiziert, womit die Erwartungen übertroffen wurden, wie im Ergebnisbericht im Januar gemeldet wurde. Daher sehen die Zahlen noch immer bullisch aus.
Im Tages-Chart entwickelt sich aktuell ein Kopf-Schulter-Muster mit einer Nackenlinie nahe 169 USD. Allerdings hat der CMF am 12. März zum ersten Mal seit Ende November die Nulllinie überschritten.
Beim letzten Mal folgte darauf eine Rallye von 8%. Sollte sich die geopolitische Bedrohung entspannen, ist ein Halten über 182 USD sowie ein Zurückerobern der 187 USD die Voraussetzung für eine Erholung. Ein Sprung über 197 USD würde die Struktur von neutral auf bullisch ändern.
Auf der Unterseite bildet 173 USD eine starke Unterstützung, falls die Spannungen mit Iran zunehmen. Ein Unterschreiten öffnet den Weg zur 169-USD-Nackenlinie. Das könnte eine gemessene Bewegung in Richtung 164 USD oder darunter auslösen.
Neben dem Risiko eines Angriffs könnte eine stärkere US-Währung, die durch steigende Spannungen mit Iran getrieben wird, zusätzlichen Druck erzeugen, da bei erhöhtem Risiko typischerweise Gelder aus wachstumsstarken Technologiewerten abgezogen werden.