US-Retail-Trader dürfen ab jetzt beliebig viele Daytrades mit deutlich kleineren Konten durchführen, da die Pattern-Day-Trader-Regel der FINRA am 4. Juni endete.
Seit 25 Jahren mussten Trader mit Margin-Konten mindestens 25.000 USD Eigenkapital halten, wenn sie innerhalb von fünf Handelstagen vier oder mehr Daytrades durchführten. Ein Daytrade bedeutet, dass ein Trader dieselbe Aktie oder Aktienoption innerhalb einer Session kauft und verkauft.
Warum die alte Regel wichtig war
Die Regel stammt aus dem Jahr 2001, nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Aufsichtsbehörden wollten so riskante kurzfristige Handelsaktivitäten begrenzen und sicherstellen, dass Broker ausreichend Sicherheiten für Handelskonten haben. Im Laufe der Zeit argumentierten Retail-Trader jedoch, dass dies eine ungerechte Hürde für kleinere Konten geworden ist.
Diese Hürde ist nun weggefallen. Laut der überarbeiteten FINRA-Regel 4210 müssen Broker Nutzer nicht mehr als Pattern-Day-Trader einstufen oder blockieren, wenn sie eine bestimmte Anzahl von Trades überschreiten.
Stattdessen müssen Unternehmen nun während des Handelstages das Risiko von Margin-Konten überwachen. Fällt das Konto eines Traders bei offenen Positionen unter die geforderte Grenze, kann der Broker neue Trades beschränken oder einen Margin Call auslösen.
Trotzdem bleiben einige Einschränkungen bestehen. Trader benötigen weiterhin mindestens 2.000 USD, um ein Margin-Konto nach Regulation T zu nutzen. Liegt das Konto darunter, gelten Cash-Account-Regeln, die verlangen, dass Guthaben vollständig verbucht sein muss, bevor neue Trades möglich sind.
Kleinere Trader erhalten mehr Zugang, aber auch mehr Risiko
Broker führen diese Änderungen in unterschiedlichem Tempo ein. Robinhood, Webull, tastytrade und TradeZero setzten die Anpassung am 4. Juni um. Schwabs thinkorswim folgt am 8. Juni, während E*TRADE, Fidelity und Interactive Brokers voraussichtlich später nachziehen.
Vor allem kleinere Aktien- und Options-Trader profitieren von der Neuerung. Für Krypto-Trader verändert sich wenig, da der Spot-Markt für Kryptowährungen nie von den Aktien-Margin-Regeln der FINRA betroffen war.
Der Zugang ist heute einfacher, dennoch bleibt das Risiko hoch. Day Trading kann bei kleinen Depots weiterhin schnell zu Verlusten führen. Sie sind zudem dem Druck von Leverage und von Intraday-Marginnachschüssen ausgesetzt. Die alte 25.000-USD-Grenze gibt es zwar nicht mehr, doch das Problem mit fehlender Disziplin besteht weiterhin.





