Krypto-Analyst Michaël van de Poppe warnt, dass die meisten Altcoins das Jahr 2026 nicht überleben könnten. Er nennt strukturelle Schwächen, wachsenden Wettbewerb und fehlerhafte Token-Ökonomie als Gründe.
Seine Einschätzung kommt zu einer Zeit, in der immer mehr Unsicherheit herrscht, wie sich der Kryptomarkt im Jahr 2026 entwickeln wird. Einige Analysten gehen von einer längeren Schwächephase aus. Andere glauben jedoch, dass es für einen neuen bullischen Markt auch günstige Bedingungen geben könnte.
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In einem kürzlich erschienenen YouTube-Video sagte Van de Poppe, dass die Annahme, „Altcoins kommen immer zurück”, gefährlich sei. Er erklärt, dass das vergangene Jahr eine harte Erkenntnis war und viele Altcoins sogar noch schlechter abgeschnitten haben als 2022.
„Es war ein hartes Bärenmarktjahr, da die meisten Altcoins etwa 90 Prozent verloren haben. Und ich glaube, dass die meisten davon nie wieder zurückkommen werden”, sagte er.
Der Analyst nennt zudem mehrere Gründe, warum viele Altcoins im nächsten Jahr Probleme bekommen könnten. Einer der wichtigsten Gründe ist eine schlechte Token-Ökonomie und schlechte Finanzen. Laut Van de Poppe:
„Der erste Grund, warum die meisten Altcoins nicht überleben werden, ist, dass die Gründer ihre Finanzen ruiniert, die Token-Ökonomie zerstört oder einen so großen Kurseinbruch hatten, dass sie sich davon nicht mehr erholen können.”
Der lange Bärenmarkt ist dabei ebenfalls ein wichtiger Faktor. Der Analyst beschreibt ihn als „längsten Bärenmarkt” in der Geschichte von Krypto. Van de Poppe vergleicht die aktuelle Phase mit der Zeit nach dem Platzen der Dotcom-Blase.
Sponsored„Wenn wir auf den Crash nach der Dotcom-Blase schauen, sind fast alle Projekte oder Firmen, die damals im Internetbereich aufgebaut wurden, nicht wiedergekommen”, so Van de Poppe.
Auch der schnelle technologische Fortschritt verändert die Konkurrenz erheblich. Anhand älterer Projekte zeigt der Analyst, dass viele Altcoins aus früheren Phasen mittlerweile durch neuere und bessere Lösungen ersetzt wurden.
Manche Probleme, die frühere Projekte lösen wollten, gibt es inzwischen nicht mehr. Dadurch verlieren sie an Bedeutung und Überlebenschancen. Institutionelle Investoren könnten zwar grundsätzlich gut für die Krypto-Branche sein, dennoch können kleinere Projekte dadurch Nachteile bekommen.
„Wenn wir zum Beispiel Neo aus 2017 nehmen, dann gibt es heute viel bessere Lösungen für das Problem, das damit gelöst werden sollte … Mit dem Einstieg von Institutionen ist das für die gesamte Branche insgesamt positiv, aber für kleinere Teams nachteilig, weil sie nicht mithalten können”, ergänzte er.
Obwohl der Analyst warnt, dass die meisten Altcoins 2026 schlecht dastehen werden, betont er zugleich: Manche Altcoins sind gut aufgestellt, um zu überleben. Seiner Ansicht nach haben besonders die Altcoins Chancen, bei denen es eine Lücke zwischen Kursentwicklung und echtem Wachstum gibt.
Er meint, dass Projekte, die mehr Aktivität auf der Chain, steigenden Wert (TVL), mehr Transaktionen und wachsende Gebühren zeigen, auch dann langfristig überleben können, wenn ihre Token-Kurse schwach sind. Als Beispiele nennt er Arbitrum, Aave und NEAR.
„Der aktuelle Kurs von Arbitrum erreicht neue Tiefpunkte, während das Wachstum des Ökosystems im gleichen Zeitraum um fast 200 Prozent steigt. Dort findest du gute Altcoins”, so Van de Poppe.
Diese Sichtweise passt zu der Meinung vieler in der Krypto-Community, dass es wohl keine große Altcoin-Saison geben wird. Nur wenige Altcoins könnten vom Fortschritt des Marktes wirklich profitieren.
Die Kluft zwischen überlebenden und gescheiterten Altcoins dürfte sich in der nächsten Phase also weiter vergrößern. Dies kann kurzfristig zu Verlusten führen. Am Ende kann es aber helfen, das Krypto-Ökosystem zu stärken, weil Wert in stabilere und besser aufgestellte Projekte fließt.