Investoren an der Wall Street bereiten sich auf Turbulenzen vor, da der Put-Call-Skew des S&P 500 aufgrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran steigt.
Die defensive Positionierung auf den Aktien- und Kreditmärkten nimmt zu. Dadurch steigt das Risiko, dass Kapital aus dem Krypto-Markt abfließt.
Anleger zeigen verstärkte Sorge: S&P 500-Skew im Optionsmarkt steigt deutlich
Laut Daten von The Kobeissi Letter nimmt die Angst der Investoren am Optionsmarkt weiter zu. Der dreimonatige Put-Call-Skew des S&P 500 liegt aktuell bei etwa 0,50 und damit nahe dem Höchststand der letzten drei Jahre.
Der einmonatige Skew ist auf etwa 0,53 gestiegen. Das stellt den höchsten Wert seit dem Bärenmarkt 2022 dar und liegt fast auf dem Niveau von 0,56, das während des Crashs in der Pandemie 2020 erreicht wurde.
„Die Positionierung der Investoren am Optionsmarkt ist äußerst bärisch”, erklärte The Kobeissi Letter.
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Auch bei einzelnen Aktien steigt die defensive Stimmung. Der durchschnittliche dreimonatige Put-Call-Skew bei Einzelaktien liegt derzeit bei etwa 0,15 und damit auf dem höchsten Wert seit August.
Der Put-Call-Skew beschreibt den Unterschied in der Nachfrage zwischen Put-Optionen (Recht, eine Aktie zu verkaufen) und Call-Optionen (Recht, eine Aktie zu kaufen). Ein höherer Put-Call-Skew zeigt normalerweise eine größere Nachfrage nach Puts an. Das deutet auf eine bärische Grundhaltung oder Sorgen vor fallenden Kursen hin.
Die Unsicherheit der Märkte nimmt zu, während die geopolitischen Spannungen weiter andauern und die Stimmung der Investoren beeinflussen. Der Konflikt im Nahen Osten hat zudem die Ölpreise steigen lassen.
Dies schürt Sorgen, dass anhaltend hohe Ölpreise zu höherer Inflation führen und die globalen Investitionen bremsen könnten, was die Märkte weltweit beeinflusst. BeInCrypto berichtete gestern, dass 72,1 Prozent der Aktien fielen.
Auch die Marktdaten zeigen die Auswirkungen deutlich. Nach den aktuellen Zahlen von Google Finance sank der S&P 500 um 0,56 Prozent auf 6.830,71. Außerdem fiel der Dow Jones Industrial Average um 784,67 Punkte beziehungsweise 1,61 Prozent auf 47.954,74.
Bärische Stimmung macht sich zudem auf den Kreditmärkten breit. Die Absicherung durch Put-Optionen auf vier wichtige US-Kredit-ETFs – HYG, JNK, LQD und BKLN – hat 11,5 Millionen Kontrakte erreicht, wie BeInCrypto berichtet.
Was das für den Bitcoin-Kurs und die Krypto-Märkte bedeutet
Die Zahlen deuten insgesamt auf eine breitere Risikoaversion an den Finanzmärkten hin. Bei makroökonomischer Unsicherheit werden Marktteilnehmer meist vorsichtiger und fahren defensive Strategien.
In solchen Phasen fließt Kapital oft aus risikoreicheren Anlagen in vermeintlich sichere Häfen. Da Bitcoin und die meisten Kryptowerte weiterhin als Hochrisiko-Anlagen gelten, kann diese Veränderung der Risikoneigung zu geringeren Zuflüssen auf dem Krypto-Markt und zu größerer kurzfristiger Volatilität führen.
Auch das allgemeine makroökonomische Umfeld sorgt für Vorsicht. Die Spannungen im Nahen Osten treiben die Ölpreise weiter nach oben und schüren Ängste vor anhaltender Inflation.
Bleiben die Inflationsrisiken hoch, könnten Notenbanken eine Zinssenkung weiter hinausschieben. Das hätte zur Folge, dass die Liquidität an den weltweiten Finanzmärkten begrenzt bleibt. Da die Krypto-Märkte besonders empfindlich auf die Liquidität reagieren, könnte eine lange Phase straffer Geldpolitik sich negativ auf digitale Vermögenswerte auswirken. BeInCrypto hatte zuvor bereits darauf hingewiesen, dass ein Ölpreisschock einen Liquiditätsabverkauf auslösen könnte.
Die kommenden Wochen sind für die traditionellen Börsen wie für die Krypto-Märkte entscheidend. Da die Absicherung über viele Anlageklassen hinweg zunimmt, steigt das Risiko größerer Neubewertungen. Bitcoin steht zudem vor einer schwierigen Phase, in der Risikoaversion überwiegt.
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