Das Weiße Haus wird kommenden Mittwoch Führungskräfte aus der Kryptowährungs- und Prognosemarktbranche einladen, wie drei mit den Plänen vertraute Personen berichten. Die Gästeliste ist noch nicht endgültig, zudem könnten auch Führungskräfte aus der traditionellen Finanzbranche teilnehmen.
Der Zeitpunkt ist wichtig, denn Aufsichtsbehörden treffen viele dieser Führungskräfte 24 Stunden später. Dadurch hat Washington zwei Tage in Folge Kontakt mit den Branchen, die auf neue, bundesweite Regeln drängen.
Das signalisiert der Krypto-Gipfel im Weißen Haus
US-Präsident Trump hat seine Regierung seit seiner Rückkehr ins Amt im vergangenen Jahr auf digitale Vermögenswerte ausgerichtet. Auch seine Aufsichtsbehörden haben den Zugang für Betreiber von Prognosemärkten erleichtert.
Weder die Teilnehmerliste noch die persönliche Teilnahme Trumps sind bisher bestätigt, wie Politico meldet. Das Weiße Haus hat die Pläne bislang nicht öffentlich kommentiert.
Prognosemärkte ermöglichen es Nutzern, Verträge auf den Ausgang echter Ereignisse zu handeln. Sie stehen inzwischen stärker im Mittelpunkt der Finanzmarktregulierung.
Dadurch geraten die Plattformen zunehmend unter Beobachtung. Gesetzgeber in New York City haben eine Untersuchung zu Prognosemärkten eingeleitet, unter anderem zur Werbung gegenüber Einwohnern der Stadt.
CFTC-Gremium lädt einen Tag später 35 Führungskräfte ein
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beaufsichtigt den US-Derivatemarkt. Sie hält am 20. August in Washington die erste Sitzung ihres Innovationsbeirats ab.
Vorsitzender Michael Selig hat das Gremium gegründet, um die Behörde zu Fragen rund um Technologie, Recht und Politik zu beraten. Unter den 35 Mitgliedern finden sich viele, die auch als Gäste im Weißen Haus denkbar wären.
Dazu zählen Shayne Coplan von Polymarket, Tarek Mansour von Kalshi, Brian Armstrong von Coinbase und Brad Garlinghouse von Ripple. Auch Führungskräfte von CME Group, Nasdaq, DraftKings und FanDuel sind vertreten.
Diese Zusammensetzung zeigt den Stellenwert der beiden Tage. Bundesgerichte unterstützen die Plattformen bereits gegen bundesstaatliche Beschränkungen. Ein Urteil zugunsten von Kalshi ermöglichte dem Unternehmen, weiterhin Verträge in Minnesota zu handeln.
CLARITY Act: Abstimmung überschattet beide Treffen
Der Digital Asset Market CLARITY Act würde die Regulierung des Token-Handels in Washington grundlegend verändern. Das Gesetz legt eindeutigere Kriterien fest, wann Vermögenswerte als Wertpapiere gelten. Die Aufsicht wäre künftig zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der CFTC aufgeteilt.
Der Bankenausschuss des Senats hatte den Gesetzentwurf im Mai mit 15 zu 9 Stimmen verabschiedet. Anschließend gingen die Senatoren ohne Abstimmung im Plenum in die Augustpause.
Demokraten lehnen die im Gesetzentwurf vorgesehene Ausnahme für Trumps Krypto-Bestände ab. Die Republikaner Josh Hawley und Jerry Moran wenden sich im Namen der Community-Banken gegen die Vorschriften zur Rendite bei Stablecoins.
Für die Aufhebung eines Filibusters werden 60 Stimmen benötigt. Deshalb bewerten Forscher die Durchsetzungschancen des Gesetzentwurfs in diesem Jahr als gering.
Im September kehren die Abgeordneten zurück, und Mehrheitsführer John Thune kündigte an, dass die Kammer früh über das Gesetz entscheiden werde. Die SEC hat in der Zwischenzeit mit der Erarbeitung eigener Krypto-Regelungen als Alternative begonnen.
Die Führungskräfte reisen nach Washington mit einer zentralen Forderung: Zugang zur Regierung ist deutlich leichter zu erreichen als 60 Stimmen im Senat. Der kommende Monat wird zeigen, ob die Gespräche in der nächsten Woche bei einer der beiden Seiten eine Veränderung bewirken.









