Wirecard: Behörde gab zahlreiche Hinweise nicht weiter

Artikel teilen
IN KÜRZE
  • Der Skandal um Wirecard geht weiter.

  • Die Behörden scheinen zahlreiche Verdachtshinweise nicht weitergegeben zu haben.

  • Welches Ausmas hat das Drama um den Zahlungsanbieter wirklich?

  • promo

    Weitere Nachrichten und Updates teilen wir in unserer Telegram Gruppe. Trete uns bei und erhalte täglich Handelsideen und Analysen zu Kryptowährungen!

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Die Aktionäre haben sich von der Wirecard Aktie in der letzten Zeit nicht sonderlich überzeugt gezeigt. Entsprechend gehört die Aktie zu den großen Verlierern der letzten Monate. Eine Erholung ist nicht in Aussicht, denn im Skandal um Wirecard geht es weiter.



Denn mittlerweile steht auch die Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls im ungewollten Rampenlicht. Sie soll in Bezug auf das Drama um Wirecard zwar viele Hinweise erhalten, aber nur wenige Meldungen weitergegeben haben.

Die Financial Intelligence Unit (FIU) wird dann aktiv, wenn es einen Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung gibt. Diese Hinweise gibt die FIU dann eben an die entsprechenden Strafverfolgungsbehörden weiter. Knapp hundert Verdachtsmeldungen soll die FIU in Bezug auf das Unternehmen erhalten haben.



Lediglich drei dieser Meldungen kamen auch bei der Staatsanwaltschaft an. Die FIU prüft in der Vergangenheit eingegangene Meldungen in Anbetracht der Entwicklung des Wirecard Skandals nun erneut.

Wirecard ist mittlerweile insolvent

Im Juni diesen Jahres räumte Wirecard Luftbuchungen im Wert von 1,9 Milliarden Euro ein. Das hatte weitreichende Konsequenzen, die zu einem Aktionsplan durch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) führten. Denn die Frage war, ob nicht sogar die Regierung von den Ungereimtheiten bei den Abrechnungen gewusst haben könnte. Als Konsequenz sollte die Finanzaufsichtsbehörde BaFin in der Zukunft stärker kontrollieren.

Im Falle des Wirecard Skandals ermittelt die FIU mittlerweile zusammen mit einer Taskforce mit der BaFin zusammen. Gegenstand der Ermittlung ist der Verdacht auf Geldwäsche bei dem Unternehmen, wie das Handelsblatt am 11. August berichtete.

Fraglich ist allerdings, warum die FIU die zahlreichen Verdachtsmomente in der Vergangenheit nicht zeitnah an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet hat.

Ein Bild von BeInCrypto.com.

 Das angeschlagene Paper im freien Fall

Das Wertpapier des Unternehmens hat den Skandal nicht ganz so gut weggesteckt. Denn seit Juni bewegt sich die Wirecard Aktie preislich im Pennystock-Bereich. Allein in den letzten vier Wochen gab es für das Paper über 35 Prozent Wertverlust. Im Wochenrückblick sieht es mit einem Minus von fast 17 Prozent nicht wesentlich besser aus.

Was der Aktie des angeschlagenen Konzerns zu schaffen machte, waren die Verdachtsmomente zu Bilanzfälschung, Untreue, Betrug, Insiderhandel und Marktmanipulation. Rund 50 Meldungen hat die FIU mittlerweile an die zuständige Strafverfolgungsbehörde weitergeleitet.

In Hinblick auf die politische Sicherheit sind die Versäumnisse der FIU sicherlich ein Risiko. Denn der Wirecard Skandal ist nicht das einzige Problem der FIU. Seitdem Wechsel der FIU von der Zuständigkeit beim Innenministerium zur Zuständigkeit beim Zoll/Bundesfinanzministerium sah sich die FIU immer wieder heftiger Kritik gegenüber. Geldwäscheermittler der Polizei werfen der Behörde das Fehlen oder die verzögerte Meldung von Verdachtsmomenten vor. Ferner soll es auch qualitative Lücken bei den FIU Analyseberichten geben.

Share Article

Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn absolviert, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin absolviert. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

MEHR ÜBER DEN AUTOR