Der XRP-Kurs stand am 19. August im Mittelpunkt. Er stieg um 10,40 % und lag damit über dem Bitcoin-Kurs, der um 7,13 % zulegte, weil ein starker Short Squeeze den gesamten Markt beflügelte.
Viele fragen sich, warum XRP steigt. Der Squeeze ist der Auslöser, doch der Token zeigte zusätzlich eigene Stärke. Dennoch empfehlen Erfahrungen mit früheren Rallyes, der aktuelle Geldfluss und der Chart von XRP, vorsichtig zu bleiben.
Wie stark war die XRP-Kurs-Rallye wirklich?
Stärker, als es auf den ersten Blick scheint. XRP belegte Platz drei unter den acht größten Coins, hinter Ethereum mit 17,46 % und Solana mit 10,82 %, aber vor Bitcoin und dem durchschnittlichen Plus von 6,99 % bei anderen großen Altcoins.
Es gibt jedoch noch stärkere Hinweise. Betrachtet man die letzten 180 Tage, hätte die Bewegung beim Bitcoin den XRP-Kurs etwa um 6,57 % steigen lassen sollen. Tatsächlich legte der Kurs aber um 10,40 % zu, also 3,83 Prozentpunkte mehr. Das war der größte Tagesgewinn für XRP seit dem 6. Februar mit 21 %.
Der Tag liegt damit in den besten 3 % aller XRP-Handelstage seit 2020. Es war also echte Outperformance, nicht nur ein Mitziehen mit dem Bitcoin.
Die Stärke war also tatsächlich vorhanden. Nun stellt sich die Frage, ob diese Bewegung auch durch Investoren mit hohen Volumina unterstützt wurde.
Steckt großes Kapital hinter der XRP-Kurs-Rallye?
Genau hier wird das Bild unsicher. Spot-ETFs, mit denen Institutionen über einen Broker Kryptowährungen kaufen, zeigen, wohin großes Geld fließt. Am Tag der Rallye floss es jedoch woanders hin. Die Mittelzuflüsse in Bitcoin-ETFs fast verdreifachten sich am 19. August auf 517 Millionen USD, auch Ethereum-Fonds verzeichneten starke Zuwächse.
Bei XRP-Fonds verlief die Entwicklung umgekehrt. Die täglichen Zuflüsse in XRP-ETFs sanken von 5,81 Millionen USD auf nur noch 2,35 Millionen USD, also weniger als die Hälfte, und das ausgerechnet an dem Tag, an dem der Token die Rallye anführte und sogar den Bitcoin hinter sich ließ. Institutionelle Investoren kauften die Markt-Rallye, aber übersprangen XRP.
Das Fehlen solcher engagierten Käufer wird umso wichtiger, wenn man auf die Erfahrung der Vergangenheit schaut.
Was passiert nach solchen Tagen gewöhnlich?
Diese Erfahrung liefert eine zweite Warnung. Seit 2020 gab es 14 Tage, an denen Bitcoin mindestens 7 % zulegte und XRP diesen Wert übertraf. Das Muster danach ist wenig erfreulich. Der durchschnittliche XRP-Ertrag lag in den folgenden sieben Tagen bei minus 3,84 %, und nur etwa ein Drittel dieser Episoden endete nach einer Woche mit einem höheren Kurs.
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Der Grund ist diesmal klar. Innerhalb von 24 Stunden wurden Short-Positionen im Volumen von 2,74 Milliarden USD aufgelöst, was für jede geschlossene Short-Position einen Kaufauftrag bedeutet.
Sobald diese zwanghaften Käufe enden, müssen gewöhnliche Käufer übernehmen. Das war an vergleichbaren Tagen bei XRP jedoch häufig nicht der Fall. Der Token hat nach ähnlichen Anstiegen oft wieder nachgegeben, was den Fokus auf den Chart lenkt.
Warum zeigt sich der XRP-Chart weiterhin vorsichtig?
Der Chart zeigt die dritte Warnung. Während Ethereum sich in dieser Woche aus seinem steigenden Trendkanal bewegt hat, bleibt XRP weiterhin in einem fallenden Kanal gefangen, der ihn seit Mitte Mai begrenzt. Die 10%-Kerze hat die obere Linie des Kanals erreicht, sie aber nicht durchbrochen.
Das Momentum hinter der Bewegung nimmt zudem ab. Das Kaufvolumen ist seit dem Anstieg gesunken, das Open Interest der Futures ist bereits um 11,31% vom Wert am Rallye-Tag gefallen, und XRP notiert weiterhin etwa 17,5% unter seinem 200-Tage-Trend im Vergleich zu den anderen wichtigen Altcoins. Falls die Verkäufer erneut Druck machen, ist die 0,98-USD-Unterstützung, die seit Mitte August hält, die wichtige Marke für den Kurs.
Analyse des Experten: Die XRP-Kursrallye war am Tag stärker als der Markt. Allerdings bleibt XRP in allen längeren Zeitfenstern schwächer als der Markt. Jede ernsthafte XRP-Kursprognose hängt nun von einer nachhaltigen Nachfrage ab.
XRP benötigt starke ETF-Zuflüsse und Käufe am Spotmarkt, die sich über 1,07 USD halten können. Grund dafür ist, dass eine Rückeroberung des 100-Tage-Durchschnitts nahe 1,15 USD das erste positive Signal für eine echte Erholung wäre. Bis dahin bleibt der Ausbruch bereits ausgespielt, und die 0,98-USD-Unterstützung könnte wieder das Ziel sein, falls die Dynamik nachlässt.









