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Trotz 40-Prozent-XRP-Crash: Halter bleiben stark – Kommt jetzt der 1,70-USD-Kurs?

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Geschrieben von
Ananda Banerjee

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Redigiert von
Phil Haunhorst

28 Februar 2026 07:16 CET
  • XRP fällt um 40 %, doch treue Anleger erhöhen Positionen um über 200 %
  • Spekulative Trader steigen aus – Überzeugte Anleger kaufen still weiter
  • Ausgewogenes Hebelverhältnis und Zuflüsse geben XRP jetzt Rückenwind für einen möglichen Ausbruch auf 1,70 USD
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Der Kurs von XRP ist seit dem 5. Januar fast 40 Prozent gefallen. Der Kurs sank von 2,35 USD auf etwa 1,40 USD. Solche Bewegungen führen oft zu Panikverkäufen und langfristigen Problemen am Markt. Doch dieses Mal war alles ganz anders.

Statt dass der Kurs noch weiter fiel, blieben viele Halter ruhig. Eine andere Gruppe, die weniger geduldig war, zog sich hingegen still zurück. Gleichzeitig blieb die Hebelwirkung ausgeglichen und große Investoren kauften weiter XRP. Zusammen zeigen diese Signale, dass der Kursabsturz bei XRP die Grundlage eher gestärkt als geschwächt haben könnte.

Spekulative Halter brechen ein – größte Verkaufsdruck-Quelle verschwindet

Eine der wichtigsten Veränderungen beim Abwärtstrend von XRP war das Verschwinden der spekulativen Halter. Das zeigt die HODL Waves-Messung, bei der man Halter nach Haltedauer einteilt. Es handelt sich um kurzfristige Trader, die meist nur einen Tag bis eine Woche halten und in bewegten Phasen oft schnell verkaufen.

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Am 8. Februar hielten diese kurzfristigen Halter noch 2,29 Prozent des gesamten XRP-Angebots. Bis zum 26. Februar sank dieser Wert aber deutlich auf nur noch 0,579 Prozent. Das ist ein Rückgang von 74,7 Prozent beim spekulativen Angebot – und das in weniger als drei Wochen, während der Kurs fiel.

Spekulative Halter
Spekulative Halter: Glassnode

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So eine Bereinigung ist wichtig, denn spekulative Halter sorgen oft für dauerhaften Verkaufsdruck, wenn sich der Kurs leicht erholt. Wenn sie weg sind, gibt es weniger “wacklige” Coins zu verkaufen und der Kurs kann sich besser stabilisieren. Kurz gesagt: Die schwachen Hände haben schon verkauft. Das senkt die Gefahr neuer Panikverkäufe, falls es wieder abwärts geht.

Allerdings entsteht Stärke nicht allein dadurch, dass die schwachen Halter weg sind. Die wichtigere Frage ist, ob die starken Halter geblieben sind.

Langfristige Halter bleiben stark, obwohl XRP-Kurs 40 Prozent verliert

Während der Kurs von XRP stark gefallen war, zeigten langfristige Halter ein anderes Verhalten.

Das Messinstrument Hodler Net Position Change zeigt, ob Halter, die ihre Coins mindestens 155 Tage halten, über einen Zeitraum von 30 Tagen kaufen oder verkaufen. Diese Halter gelten als besonders erfahren, weil sie oft in schwachen Märkten nachkaufen.

Am 5. Januar, als XRP bei etwa 2,35 USD lag, hatten die langfristigen Halter in einem Monat rund 47,3 Millionen XRP mehr gekauft. Bis zum 26. Februar, nach dem Rückgang auf rund 1,40 USD (minus 40 Prozent), stieg der Nettozukauf auf etwa 145,45 Millionen XRP. Das war ein Zuwachs von 200 Prozent.

XRP-Halter
XRP-Halter: Glassnode
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Das heißt: Die größten und geduldigsten Halter haben ihre Bestände aufgestockt, obwohl der Kurs stark gefallen ist. Das ist das Gegenteil von Panikverhalten.

Außerdem haben diese Halter ihre Bestände seit Mitte Februar nicht reduziert, obwohl der Kurs zwischen 1,21 und 1,52 USD schwankte. Sie blieben ruhig, statt bei Kursschwankungen zu verkaufen. Das ist ein klares Zeichen: Die Investoren mit dem meisten Vertrauen sehen den Crash nicht als Grund, zu verkaufen. Sie bereiten sich eher auf eine Erholung vor.

So entsteht eine starke Halterbasis. Damit ein Kurs aber wirklich stabil bleibt, spielen auch Derivate eine große Rolle.

Ausgewogenes Hebelverhältnis bei XRP senkt das größte Crash-Risiko

Einer der Hauptgründe für schnelle Crashs am Kryptomarkt ist zu hohes unausgeglichenes Leverage. Wenn zu viele Trader auf die gleiche Richtung wetten, verstärken erzwungene Liquidationen die Kursbewegung nach unten.

Ethereum zeigt das im Moment sehr deutlich. Bei den ETH/USDT-Perpetual-Kontrakten auf Binance stehen rund 976 Mio. USD Longs gegen 576 Mio. USD Shorts. Sollte der Kurs fallen, besteht hohes Risiko für viele Zwangsauflösungen bei Long-Trades.

ETH Leverage: Coinglass

Die Lage bei XRP sieht dagegen ganz anders aus.

Bei Binance zeigen die XRP-Perpetual-Kontrakte etwa 74,93 Mio. USD Long-Positionen und 69,14 Mio. USD Short-Positionen. Dies ist in etwa ausgeglichen und zwar im gleichen Zeitraum wie bei ETH.

Liquidations-Map
XRP Liquidations-Map: Coinglass

Dieses Gleichgewicht ist wichtig. Es bedeutet, dass bei XRP keine große Gruppe von überhebelten Käufern existiert, die bei einem weiteren Kursrutsch schnell aus dem Markt gedrängt werden könnten. Gleichzeitig gibt es auch nicht zu viele Short-Positionen, die den Kurs instabil machen.

Ausgeglichenes Leverage sorgt für eine gesündere Struktur. So bewegt sich der Kurs mehr nach echter Nachfrage und weniger durch Zwangsliquidationen. Diese gesunde Situation zeigt sich auch bei großen Investoren und im Chartbild.

Institutionelle Zuflüsse und XRP-Kursstruktur ebnen jetzt den Weg zur 1,70-USD-Marke

Während im Februar viele große Krypto-Assets eine schwache ETF-Nachfrage zeigten, haben XRP-bezogene Investment-Produkte weiterhin regelmäßige Zuflüsse erhalten. Das zeigt, dass die institutionelle Beteiligung während des XRP-Rückgangs nicht zusammengebrochen ist. Es wurden keine größeren Wochen mit Nettoabflüssen bei XRP-Investments aufgezeichnet.

Institutionelle Zuflüsse sind wichtig, weil sie langfristiges Kapital darstellen. Im Gegensatz zu spekulativen Tradern reagieren Institutionen meist nicht auf kurzfristige Schwankungen. Ihre konstante Beteiligung hilft, die Märkte in unsicheren Zeiten zu stabilisieren.

ETF-Zuflüsse
ETF-Zuflüsse: SoSo Value

In Verbindung mit starkem Halteverhalten und ausgewogenem Hebel stärkt das das Fundament für eine XRP-Erholung. Diese Verbesserungen passen nun zu einer wichtigen technischen Formation.

Im 8-Stunden-Chart bildet sich bei XRP scheinbar eine Cup-and-Handle-Formation. Das ist eine bullische Fortsetzungsstruktur, die meistens vor einem Ausbruch nach oben auftaucht. Der Henkel entstand, nachdem XRP um etwa 7 Prozent vom Hoch am 25. Februar korrigierte und dadurch eine Konsolidierungszone gebildet hat.

XRP-Kursstruktur
XRP-Kursstruktur: TradingView

Jetzt legt diese Formation die wichtigen Bereiche für die Zukunft fest. Wenn XRP über 1,38 USD bleibt, bleibt die bullische Struktur bestehen. Fällt der Kurs darunter, schwächt das die Dynamik.

Ein Fall unter 1,31 USD würde das bullische Muster ganz ungültig machen. Nach oben muss XRP zuerst über 1,42 USD steigen, um den Ausbruch aus dem Henkel zu bestätigen. Noch wichtiger ist der Bereich bei 1,52 USD, das liegt in etwa an der „Neckline“ der Cup-and-Handle-Formation.

XRP-Kursanalyse
XRP-Kursanalyse: TradingView

Wenn XRP über 1,52 USD steigt, deutet das Chartbild auf etwa 1,71 USD (Bereich 1,70) als nächstes Ziel. Bei einem besonders starken Ausbruch könnte die Bewegung sogar bis zu 1,86 USD reichen, je nachdem, wie klar die „Neckline“ durchbrochen wird.

Im Moment könnte der Absturz von XRP etwas Unerwartetes bewirkt haben. Das Asset ist dadurch vielleicht strukturell stärker als schwächer geworden.

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In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust-Projekts dient dieser Preisanalyse-Artikel nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Finanz- oder Anlageberatung angesehen werden. BeInCrypto verpflichtet sich zu einer genauen, unvoreingenommenen Berichterstattung, aber die Marktbedingungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Führen Sie immer Ihre eigenen Nachforschungen durch und konsultieren Sie einen Fachmann, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen. Außerdem bietet die vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

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