Investoren haben in nur fünf Tagen einen Rekordbetrag von sieben Milliarden USD in Gold- und Bitcoin (BTC)-Fonds investiert. Bitwise CIO Matt Hougan sieht das Problem in der 60/40-Portfolio-Strategie, die zu 100% vom Fiatgeld abhängt.
Bloomberg Senior ETF-Analyst Eric Balchunas bezeichnet diese Entwicklung als Abwertungs-Handel, also als Investition in Vermögenswerte, die keine Regierung drucken kann. In dieser Woche hat diese Strategie den Fokus von KI-Fonds verdrängt.
Warum die 60/40-Portfolio-Strategie plötzlich in der Kritik steht
SPDR Gold Shares (GLD) verbuchten bis zum 21. August einen Zufluss von 3,4 Milliarden USD. BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) erhielt im gleichen Zeitraum etwas mehr als eine Milliarde USD, wie die aktuellen Daten zeigen.
Gleichzeitig verzeichnete der VanEck Semiconductor ETF (SMH) einen Abfluss von 1,7 Milliarden USD — das ist der höchste Wert unter allen Fonds. Das Geld blieb im Markt, wechselte aber die Richtung.
„ABWERTUNGS-HANDEL: Gold- und Bitcoin-ETFs erzielten zusammen Zuflüsse von über sieben Milliarden USD in der vergangenen Woche, ein Rekord für einen Zeitraum von fünf Tagen. Damit steht der Abwertungs-Handel im Mittelpunkt, während der Fokus nicht mehr auf KI liegt. GLD und IBIT sind führend und zählen in dieser Woche zu den Top 10. Ebenfalls bemerkenswert: Die IBIT-Zuflüsse seit Jahresbeginn sind jetzt positiv, nach einem deutlichen Minus.”, teilte Balchunas mit.
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Hougan erklärt dazu, dass ein 60/40-Portfolio zu 60% aus Aktien und zu 40% aus Anleihen besteht. Allerdings sind beide Anlageklassen Versprechen, die auf den US-Dollar lauten. Keines von beiden schützt Investoren, wenn der US-Dollar selbst an Wert verliert.
Investoren haben diese Schwäche schon erlebt. Im Jahr 2022 fielen Aktien und Anleihen gleichzeitig, wodurch die 60/40-Strategie etwa 18% verlor. Das war das schlechteste Jahr seit 1937.
Rückkäufe von US-Staatsanleihen beleben die Abwertungs-Strategie erneut
Der Auslöser liegt in Washington. Die US-Staatsverschuldung überschritt am 19. August 40 Bio. USD. Einige Tage zuvor lag die Rendite für 30-jährige US-Staatsanleihen bei 5,337%, der höchste Stand seit 2007.
Finanzminister Scott Bessent reagierte mit der Verdopplung der Rückkäufe langfristiger Anleihen auf mindestens vier Milliarden USD pro Vorgang ab dem 9. September. Die Märkte sehen darin einen Versuch, die Renditen zu begrenzen, auch wenn das Defizit hoch bleibt. Das schwächt den US-Dollar und stärkt knappe Vermögenswerte.
Zudem haben die Zentralbanken diesen Schritt bereits getan. Ende 2025 machten Goldreserven 27% ihrer Bestände aus und lagen damit vor US-Staatsanleihen mit 22%, wie Zahlen der Europäischen Zentralbank zeigen. Die konservativsten Investoren der Welt setzen daher verstärkt auf harte Vermögenswerte.
Bitcoin wird nun bei etwa 79.144 USD gehandelt, ein Plus von 0,55% innerhalb von 24 Stunden. Das wichtigste Gold-ETF liegt nach einem schwachen Sommer im Jahr 2026 rund 8% im Plus. Im Vergleich dazu ist IBIT in diesem Jahr immer noch etwa 10% im Minus.
Auch die Erholung hat gerade erst begonnen. IBIT hatte noch im Juni einen Verlust von 33% zu verkraften. Dann lagen die täglichen Zuflüsse in Bitcoin-ETFs am 20. August bei 606 Millionen USD, das war der höchste Tageswert seit dem 1. Mai.
Die erste größere Rückkaufaktion findet am 9. September statt. Fließen weiterhin Gelder in harte Anlageklassen, bauen Investoren ihre Portfolios neu auf. Bleibt der Trend aus, war es lediglich eine auffällige Woche am Anleihemarkt.









