Blockstream-CEO Adam Back hat widersprochen, dass der Bitcoin (BTC)-Erfinder Satoshi Nakamoto zwei verstorbene Kryptografen, Hal Finney und Len Sassaman, gewesen sein soll. Diese Behauptung wird in einer neuen Dokumentation aufgestellt.
In mehreren Beiträgen auf X bezeichnete Back die Theorie als „seltsam” und wies auf Widersprüche sowie auf eine nachträgliche „Ergänzung” in der Argumentation der Ermittler hin.
Wen nennt „Finding Satoshi” als Bitcoin-Erfinder?
„Finding Satoshi” ist eine neue Dokumentation, die am 22. April veröffentlicht wurde. Der Film begleitet eine vier Jahre lange Untersuchung des New-York-Times-Bestsellerautors William D. Cohan und Privatdetektiv Tyler Maroney von Quest Research and Investigations.
„Finding Satoshi zeigt das Ergebnis einer vierjährigen, faktenbasierten Untersuchung. Dabei wurden Originalberichte und seltene Gespräche mit wichtigen Persönlichkeiten der Krypto-Welt genutzt, um die menschlichen Ideen, Beweggründe und die Philosophie hinter dem Code zu entdecken, der die globale Finanzwelt verändert hat”, heißt es in der Beschreibung.
Die Dokumentation zeigt zudem Interviews mit Michael Saylor, Fred Ehrsam, Joseph Lubin, Gary Gensler und weiteren Experten. Laut dem Film schrieb Finney den Code von Bitcoin. Sassaman soll das neunseitige Bitcoin-Whitepaper verfasst haben.
Folgen Sie uns auf X, um stets die aktuellsten Nachrichten zu erhalten
Finney starb im August 2014 an den Folgen der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Sassaman nahm sich im Juli 2011 das Leben, wenige Monate nach Satoshis letztem öffentlichen Beitrag.
Der Stilometrie-Forscher Florian Cafiero schlug vor, dass Back die größte Ähnlichkeit mit Satoshis Whitepaper habe. Allerdings traf Cafiero kein eindeutiges Urteil. Das Ergebnis sei nicht eindeutig. Finney lag dabei fast gleichauf mit Back.
Finney, seinerseits bestritt das. In einem Interview mit Forbes aus dem Jahr 2014 lehnte er die Theorie ab, er sei der geheimnisvolle Bitcoin-Gründer.
Adam Back hinterfragt die Annahmen der Theorie
Die jüngsten Behauptungen in „Finding Satoshi” stoßen auf Kritik. Back nannte mehrere Gründe, warum er die Theorie ablehnt.
Bereits zuvor wurde er als Satoshi-Kandidat in einer New-York-Times-Recherche von Journalist John Carreyrou genannt, was er jedoch bestritt. Back argumentiert, dass die Theorie sich selbst widerspricht.
„Weil ‚Len Sassaman lebte in Belgien und arbeitete ab 2004 bis zu seinem Tod am 3. Juli 2011 an seiner Promotion‘, und sie außerdem sagen, ‚Hal war der Programmierer, Len der Autor‘, ist das widersprüchlich”, schrieb er.
Back meint, dass Äußerungen von Fran Finney überinterpretiert wurden. Nach seiner Auffassung hat Hal Satoshi nur als früher Nutzer und Fehler-Melder geholfen, war aber kein Mitautor.
Zudem habe New-York-Times-Reporter Nathaniel Popper, Autor von „Digital Gold”, Finney getroffen und dessen E-Mails sowie dessen Wallet geprüft.
„Ein weiteres merkwürdiges Argument ist, dass Len und/oder Hal Satoshi waren, aber ihren Familien kein Bitcoin hinterließen. Im Fall von Hal wäre das besonders eigenartig, da er erhebliche Arztrechnungen hatte, und es könnte riskant für die Familien werden, falls fälschlich angenommen wird, sie hätten 1 Million BTC, was sie laut eigener Aussage nicht besitzen”, sagte er.
Abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal, um Experteneinschätzungen von führenden Köpfen und Journalisten zu sehen
Satoshis Schweigen ist nicht mehr nur ein Rätsel: Es könnte zu einer Sicherheitskrise werden
Wenn tatsächlich Finney und Sassaman hinter der Erschaffung von Bitcoin stehen, hätte ihr Tod weitreichende Konsequenzen, die deutlich über historische Neugier hinausgehen. Satoshis geschätzter Bestand von 1 Million BTC liegt seit über einem Jahrzehnt unberührt in Wallets ohne bekannten Erben.
Das macht die Coins zu einem besonders interessanten Ziel in der aktuellen Diskussion um die Risiken der Quantencomputer-Technologie für die Blockchain-Sicherheit. Das Argument ist einfach: Ausreichend leistungsstarke Quantencomputer könnten theoretisch die Schlüssel zu Wallets knacken, die lange Zeit inaktiv waren. Damit wären Satoshis Vermögenswerte eines der attraktivsten Ziele überhaupt.
In der Bitcoin-Community gibt es unterschiedliche Meinungen, wie darauf reagiert werden soll. Einige schlagen vor, die Coins einzufrieren, während andere dies ablehnen. Sie argumentieren, dass ein solcher Schritt einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen und die Grundprinzipien von Bitcoin schwächen würde.
Vorerst bleiben die Coins unberührt. Mit der Annäherung von Quantencomputern an die Praxistauglichkeit wird die Diskussion allerdings intensiver werden.





