Aktien von KI-Speicherherstellern waren der lauteste Handel im Jahr 2026. Der Run auf Chips hinter jedem KI-Server trieb Kurs und Gewinn auf Rekordwerte. Doch die folgenden drei Unternehmen zeigen eine merkwürdige Teilung. Das Geschäft war nie stärker, trotzdem werden die Geldströme vorsichtiger.
Jede Aktie verbindet starke Fundamentaldaten wie Rekordgewinne, hohe Margen oder eine massive Rallye mit klaren Anzeichen, dass große Investoren sich zurückziehen. Genau dieser Gegensatz zwischen sehr guten Zahlen und vorsichtigem Verhalten der Investoren macht diese drei KI-Speicher-Aktien im Juli 2026 besonders interessant.
Samsung Electronics (KOSPI: 005930)
Samsung, einer der größten KI-Speicherhersteller, sendete am 7. Juli ein gemischtes Signal. Die vorläufige Prognose für das zweite Quartal zeigte einen Rekordgewinn von 89,4 Billionen Won (58,4 Milliarden USD). Das ist etwa 19-mal höher als vor einem Jahr, da die Nachfrage nach Chips für KI-Server deutlich gestiegen ist.
Die positive Nachricht ist: Das Geschäft boomt. Die negative Nachricht: Trotzdem fiel die Aktie deutlich, fast 7% auf 296.000 Won (etwa 194 USD), obwohl der Gewinn sprang und nahezu 10% am Tief bei 286.000 Won (187 USD) betrug.
Grund dafür ist, dass institutionelle Investoren verkaufen. Ausländische Investoren verkauften Samsung sechs Sessions in Folge, rund 26 Millionen Aktien. Den Hauptteil machten JPMorgan, Morgan Stanley und UBS aus.
Auch die Zahlen zu den Geldflüssen zeigen das. Der Chaikin Money Flow, ein Indikator für institutionelle Geldbewegungen, ist mit -0,07 negativ und bestätigt damit die massiven Verkäufe. Der Money Flow Index, der eher den Retail abbildet, liegt mit 42 unter der 50er-Marke – also bleiben auch kleinere Investoren zurückhaltend. Insgesamt steht der Wert des Kapitalflusses bei -0,48, zeigt aber erste Zeichen einer Verbesserung.
Die Aktie ist zudem teuer – das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 24. Investoren zahlen also 24 Won für 1 Won Jahresgewinn. Das setzt bereits hohes Wachstum voraus, daher kann schon ein kleiner Rückschlag starke Verkäufe auslösen.
Der Rekordgewinn beweist den Boom, aber der Markt hatte schon damit gerechnet. Institutionelle Halter nutzen die guten Nachrichten zum Verkauf, während Retail nicht reagiert. Dieses Patt macht Samsung zu einer spannenden Aktie, die mit den vollständigen Ergebnissen am 30. Juli erneut im Fokus steht.
SK Hynix (KOSPI: 000660)
SK Hynix ist der reinste KI-Speicherwert und der führende Anbieter von High-Bandwidth Memory (HBM), auf die Nvidias KI-Chips angewiesen sind. Berichten zufolge sicherte sich das Unternehmen etwa 70% der Aufträge für Nvidias nächste HBM4-Generation.
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Das macht SK Hynix zu einem der größten Gewinner des KI-Booms. Der Bericht für das zweite Quartal erscheint am 29. Juli. Trotzdem liegt die Aktie mehr als 6% unter dem Vortagswert.
Positiv ist: Kein Speicherhersteller arbeitet profitabler. SK Hynix erzielt eine Eigenkapitalrendite von 61%, nahezu das Dreifache wie Samsung.
Die negative Seite: Ausgerechnet hier ziehen die Geldströme am stärksten ab. Die Aktie verlor 6,06% auf 2.201.000 Won (etwa 1.438 USD), am Tief sogar 2.080.000 Won (1.359 USD). Ausländische Investoren verkauften SK Hynix sechs Sessions in Folge, etwa 3,3 Millionen Aktien. Die Geldflussdaten sind die schwächsten im Vergleich innerhalb der betrachteten Gruppe.
Der Chaikin Money Flow ist mit -0,139 deutlich negativ, und der Money Flow liegt nur bei 36, also unter der 50er-Kauf-/Verkaufslinie. Der Flow-Score von -1,65, der bereits erwähnt wurde, ist der schlechteste der drei.
Die Kennzahlen erklären die Nervosität. SK Hynix wird etwa zum 21-fachen Gewinn gehandelt (Kurs-Gewinn-Verhältnis, der gezahlte Preis für jeden Won Gewinn) und zum 9-fachen Buchwert (Kurs-Buchwert-Verhältnis, was die Vermögenswerte wert sind), während Samsung beim vierfachen Wert liegt. Deshalb gibt es für SK Hynix im Falle einer kleinen Abkühlung das größte Risiko für Rückgänge.
Insgesamt hat SK Hynix das beste Geschäft, aber das unsicherste Kursbild. Institutionelle Anleger reduzieren bereits vor dem Bericht am 29. Juli ihre Anteile beim beliebtesten HBM-Handel. Dieser Termin bleibt weiter im Fokus.
SanDisk (NASDAQ: SNDK)
SanDisk steht für den Speicherbereich unter den KI-Speicheraktien. Das Unternehmen produziert NAND-Flash-Chips, die KI-Rechenzentren bevorraten. Seit Anfang des Jahres 2026 hat SanDisk einen der extremsten Kursanstiege überhaupt verzeichnet: Die Aktie stieg um mehr als 500%. In den vergangenen fünf Tagen gab der Kurs jedoch etwa 16% nach. Aktuell liegt er bei rund 1.744 USD. Nachbörslich folgte ein weiterer Rückgang um 3% auf etwa 1.690 USD.
Die positive Nachricht: An der Wall Street bleibt das Narrativ gefragt. Sowohl Goldman Sachs als auch die Bank of America haben Anfang Juli ihre Kaufempfehlungen bestätigt und ihre Kursziele erhöht. Die Investoren setzen darauf, dass der KI-bedingte Engpass bei Speichern die Nachfrage nach NAND weiter hoch hält.
Die negative Nachricht: Die Dynamik im Chart schwächt sich ab. Options-Trader agieren nun vorsichtiger, denn das Put/Call-Verhältnis liegt mit 1,18 beim Volumen und 1,43 beim Open Interest jeweils über 1. Das deutet auf mehr Investitionen gegen steigende Kurse hin. Der CMF ist am 1. Juli unter null gefallen und sinkt weiter, zudem dominiert seit dem 26. Juni die Verkaufsseite.
Ein Blick auf die Vergangenheit bietet Anhaltspunkte: Beim letzten Mal, als der CMF negativ wurde, stieg der Kurs rund 14%. Dieses Mal fehlt allerdings der stete Retail-Zufluss, der damals für den Anstieg sorgte.
SanDisk legte am stärksten zu, steht nun aber auch vor der größten Herausforderung. Bleibt der neue Retail-Zufluss aus, gerät die Rallye seit Jahresbeginn ins Stocken.









