Amazon Web Services (AWS) hat bestätigt, dass ein Anzeige-Fehler dazu geführt hat, dass einige Kundenrechnungen in Billionen angezeigt wurden. In wenigen Fällen wurden sogar Schätzungen im Billiarden-Bereich erreicht.
Der AWS Support teilte mit, dass ein erster Versuch, das Problem durch eine Rücksetzung zu beheben, nicht sofort erfolgreich war. Der Fehler betraf die Schätztools in der Rechnungsübersicht, jedoch nicht die tatsächlichen Rechnungen.
Wie Amazons Rechnungsübersicht zusammenbrach
Eine fehlerhafte Berechnung gelangte in das Subsystem zur geschätzten Abrechnung bei AWS und multiplizierte die normale Nutzung mit absurden Werten. Kunden, die normalerweise monatliche Rechnungen im dreistelligen Bereich sehen, erhielten plötzlich Prognosen mit 15 Nullen.
Dies ist nicht die erste Zuverlässigkeits-Warnung von AWS in diesem Jahr. Im Mai führte eine AWS-Datencenter-Störung dazu, dass der Handel bei Coinbase, einer der größten Krypto-Börsen, gestört wurde.
Ebenfalls im Mai gab es bei Revolut eine Anzeige-Panne beim Bitcoin-Kurs. Beide Vorfälle zeigen, wie ein technischer Fehler im Hintergrund sich auf Produkte auswirken kann, die Millionen Menschen täglich nutzen.
Außerdem vereinbarte AWS im Mai einen Snowflake AI-Infrastruktur-Deal über 6 Milliarden USD. Das zeigt, wie groß AWS im Enterprise-Bereich ist. Daher zieht eine Preis-Panne in dieser Größenordnung große Aufmerksamkeit auf sich, auch über den bisherigen Kundenkreis von AWS hinaus.
Amazons „sehr leichte Fehlkalkulation“
Die technischen Teams von Amazon arbeiteten weiterhin an dem Anzeigeproblem, nachdem die Rücksetzung nicht ausgereicht hatte. Das Unternehmen gab an, dass bald korrigierte Zahlen sichtbar sein sollten.
Statt sich mit einer formellen Entschuldigung zu begnügen, machte sich der offizielle AWS-Account auf X über die absurden Zahlen lustig. Das Team nannte den Fehler einen Tippfehler und eine „leichte Fehlkalkulation“ und fügte zur Betonung noch „sehr leicht“ hinzu.
Der Beitrag endete scherzhaft mit der Frage, was die Kunden mit ihren imaginären Billionen vorhaben.
Amazon betonte erneut, dass keine manuellen Schritte notwendig sind und der Fehler ausschließlich die Schätzungen betrifft, nicht die berechneten Beträge.
Eine Serie automatisierter Fehler
Dieser Vorfall passiert im Zusammenhang mit einer Reihe weiterer Automationspannen bei großen Plattformen. Coinbase stand in diesem Monat unter Kritik wegen eines KI-Fehlers im Prediction Market, der ein falsches WM-Ergebnis anzeigte.
Zudem beobachten Handelsschalter aktuell angesichts der Volatilität in der AI-Mega-Cap-Ergebnissaison die Cloud-Anbieter besonders genau hinsichtlich Stabilität.
Während AWS richtige Daten in seine Übersichten zurückspeist, bleibt die Frage: Wie stark sollten automatisierte Systeme geprüft werden, bevor Kunden darauf zugreifen?








