Am 6. August gab es für kurze Zeit das Gerücht, dass Nikita Bier zu OpenAI geht. Nur wenige Stunden zuvor hatte er bestätigt, dass er X verlässt. Andrew Ambrosino, der Leiter des Codex-Teams bei OpenAI, löste die Gerüchte aus und stellte sie direkt wieder klar.
Ambrosino veröffentlichte, dass Bier dem Codex-Team beigetreten sei, was sich auf Codex, den KI-Programmierassistenten von OpenAI, bezieht. Eine Stunde später schrieb er jedoch als Nachtrag nur: „Das ist ein Scherz.”
Warum sich Gerüchte so schnell verbreiten
Bier hatte gerade bestätigt, dass er nach etwa einem Jahr als Produktchef bei X zurücktritt. Daher wirkte Ambrosinos Beitrag kurz wie eine echte Ankündigung für eine neue Stelle.
Bier wurde zuvor durch erfolgreiche, virale Verbraucher-Apps bekannt, bevor Elon Musk ihn im Juli 2025 in das Produktteam von X holte. In diesem Jahr bemühte sich auch Bier stark um neue Talente, lockte dafür Ingenieure von Meta mit attraktiven Gehältern und Vorteilen.
Deshalb hielten Leser, die die Auflösung des Scherzes übersahen, einen Wechsel zu einem anderen KI-Labor für glaubwürdig. Ambrosino leitet Codex wirklich, deshalb wurde sein Beitrag als echte Bestätigung wahrgenommen.
Außerdem ist die Nutzung von Codex laut Ambrosino seit Februar auf mehr als 5 Millionen wöchentliche Nutzer angestiegen – das ist das Sechsfache. Diese Reichweite erklärt, warum sich seine Aussage so schnell verbreitete.
In seinem Abschiedspost nannte Bier zudem drei Nachfolger. Designer Benji Taylor, Mridul Singhai und Jonah Katz teilen sich nun seine vorherige Rolle in den Bereichen Design, Produkt und Mobile Engineering.
Diese Übergabe, die bereits in einem früheren Bericht zu seinem Rücktritt behandelt wurde, verstärkte den Eindruck eines echten Wechsels bei X.
Musks und OpenAI Konkurrenz machte den Scherz besonders pikant
Musk hatte sich bereits bei Bier bedankt, noch bevor der Scherz sich rasch verbreitete.
Danke, dass Sie geholfen haben, diese Plattform viel besser zu machen! Sie werden fehlen.
So schrieb Musk als Antwort auf Biers Abschiedspost am selben Tag. Die Wirkung des Scherzes wurde noch verstärkt, weil Musk und OpenAI seit Längerem öffentlich Streit haben.
Eine Jury wies Musks eigene Klage gegen OpenAI und Sam Altman im Mai ab, da er seine Ansprüche zu spät erhoben hatte. Musk kritisiert das Unternehmen trotzdem immer weiter, zuletzt etwa im Zusammenhang mit Apples Klage gegen OpenAI wegen Geschäftsgeheimnissen in diesem Monat.
Diese laufenden Auseinandersetzungen verliehen Ambrosinos Scherz, einen engen Musk-Mitarbeiter einstellen zu wollen, zusätzliche Schlagkraft. Musk hat zudem im Laufe des Jahres eigene Grok-Modelle als direkte Konkurrenz zu OpenAIs Software präsentiert.
Jenseits des viralen Scherzes ist eines klar: Bier wechselt nicht die Seiten und bleibt X als Berater erhalten. Nach seinem Rücktritt aus dem Tagesgeschäft nimmt er sich nur eine kurze Auszeit. Ob er später tatsächlich in den KI-Bereich einsteigen wird, ist derzeit offen.









