Beim letzten Mal, als Bitcoin mit einem Bericht zu den US-Arbeitsmarkt-Daten (Nonfarm Payrolls) konfrontiert wurde, kam es zu einer Rallye. Der Bericht am Freitag könnte für Trader jedoch weniger freundlich ausfallen.
Am 2. Juli lagen die Zahlen für den US-Arbeitsmarkt im Juni deutlich unter den Erwartungen. Die US-Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen, während Ökonomen etwa 115.000 erwartet hatten. Der Bitcoin-Kurs stieg an diesem Tag um 4 % auf fast 62.000 USD und kletterte am folgenden Wochenende weiter Richtung 64.000 USD, da Trader darauf wetteten, dass die verfehlten Erwartungen die US-Notenbank davon abhalten würden, die Zinsen anzuheben.
Warum dieses Mal alles anders sein könnte
Der Arbeitsmarktbericht für Juli am Freitag bietet eine deutlich höhere Messlatte. Ökonomen erwarten laut einer Umfrage von Bloomberg einen Anstieg von etwa 85.000 bis 88.000 neuen Stellen und damit fast doppelt so viele wie im Juni. Arbeitgeber in den USA haben offenbar auch im Juli weiter eingestellt, obwohl geopolitische Spannungen und eine anhaltend hohe Inflation die Konjunkturaussichten belasten.
Ein besseres Ergebnis als erwartet würde gegen eine Zinssenkung sprechen. Vertreter der US-Notenbank haben bereits eine weitere Zinserhöhung ins Gespräch gebracht, und drei Entscheidungsträger sprachen sich auf der letzten Sitzung für eine Anhebung aus. Daher ist der Arbeitsmarktbericht am Freitag für die Märkte so wichtig wie seit Monaten kein Einzelbericht mehr.
Bitcoin steht schon jetzt unter diesem Druck. Der Coin verlor am 31. Juli rund 3 % und bewegte sich bei etwa 63.080 USD. Die Renditen dreißigjähriger US-Staatsanleihen stiegen in derselben Woche auf den höchsten Stand seit 2007. Das zeigt, dass die Anleihemärkte mit einer restriktiveren Geldpolitik rechnen.
Was das Ergebnis beeinflussen könnte
Der Zusammenhang gilt in beide Richtungen. Ein schwacher Bericht, wie im Juni, würde neue Hoffnungen auf Zinssenkungen wecken und könnte den Bitcoin-Kurs erneut steigen lassen. Damals wurden nur 57.000 Stellen geschaffen, verglichen mit Prognosen von rund 110.000, sodass Bitcoin stieg, als neue Wetten auf Zinssenkungen hinzukamen.
Ein starker Bericht würde die Argumente für eine Zinserhöhung bestärken. Zudem würden kräftig steigende Löhne den Druck auf die Fed verstärken. Besonders das durchschnittliche Stundenentgelt ist aktuell wichtig, denn anhaltendes Lohnwachstum trägt zur Inflation bei, gegen die die Fed weiterhin kämpft.
Der Bericht am Freitag, der am 7. August vorgelegt wird, erfolgt etwa fünf Wochen vor dem Treffen der US-Notenbank am 16. September. So haben die Entscheidungsträger Zeit, die Daten gemeinsam mit den Inflationszahlen vom 12. August auszuwerten, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Die Daten am Freitag werden daher wichtiger sein als jede andere Nachricht dieser Woche und könnten entscheiden, wohin sich der Grundtrend entwickelt.









