Amazon, Meta, Microsoft und Alphabet haben am Mittwoch die Umsatzprognosen der Wall Street übertroffen. Allerdings führten ehrgeizige Investitionspläne zu Abverkäufen nach Börsenschluss und belasteten technologiebezogene Risiko-Assets.
Meta verlor 6%, nachdem das Unternehmen seinen Investitionsausblick für 2026 angehoben hatte. Microsoft und Amazon gaben aufgrund der Kosten für den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur nach. Nur Alphabet legte zu, unterstützt durch starke Cloud-Ergebnisse.
Big Tech Q1-Ergebnisse: Cloud treibt das Wachstum
Amazon meldete für das erste Quartal einen Nettoumsatz von 181,5 Milliarden USD, ein Anstieg um 17% gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie lag bei 2,78 USD – deutlich mehr als der geschätzte Wert von 1,62 USD. Das Unternehmen stellt für das zweite Quartal einen Umsatz zwischen 194 Milliarden und 199 Milliarden USD in Aussicht und liegt damit über den Erwartungen.
Der Umsatz von Microsoft im dritten Quartal des Geschäftsjahres erreichte 82,89 Milliarden USD, ein Plus von 18% im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg auf 38,4 Milliarden USD. Microsofts KI-Geschäft erzielte nun einen jährlichen Umsatz von 37 Milliarden USD, eine Steigerung um 123% gegenüber dem Vorjahr.
Meta erzielte Einnahmen in Höhe von 56,3 Milliarden USD und einen Gewinn von 10,44 USD pro Aktie. Dieser Wert wurde durch einen einmaligen Steuervorteil von 8 Milliarden USD erhöht.
Alphabet steigerte den Umsatz auf 109,9 Milliarden USD. Die Google-Cloud-Umsätze lagen bei 20 Milliarden USD und damit um fast 2 Milliarden USD über den Erwartungen der Wall Street.
AI-Investitionen von über 650 Milliarden USD beunruhigen Investoren
Die zentrale Zahl betrifft die Investitionen. Meta hat die Investitionsprognose für das gesamte Jahr 2026 auf 125 bis 145 Milliarden USD angehoben. Das Unternehmen verweist auf höhere Komponentenkosten und mehr Kapazität in Rechenzentren für KI-Anwendungen.
Die gemeinsamen Investitionen der vier Cloud-Anbieter könnten 2026 mehr als 650 Milliarden USD erreichen, schätzen Branchenexperten. Investoren machen sich daher immer mehr Sorgen, dass Abschreibungen und Betriebskosten die kurzfristigen Einnahmen aus KI übersteigen könnten.
Diese Unsicherheit erklärt die Bewegungen nach Börsenschluss. Der Kursrückgang von 6% bei Meta und das Minus von 2,5% bei Microsoft zeigen, dass der Markt derzeit mehr auf den Zeithorizont für eine Amortisation achtet als auf positive Umsatzüberraschungen.
Kryptomärkte beobachten Auswirkungen auf Risiko-Assets
Der Bitcoin-Kurs hat sich im Jahr 2026 eng an die Entwicklung der sogenannten Magnificent 7 angelehnt. Die aktuellen Zahlen vom Mittwoch werden das kurzfristige Sentiment bei digitalen Vermögenswerten beeinflussen.
Starke Cloud- und KI-Ergebnisse könnten langfristig Token unterstützen, die mit den Themen Rechenleistung und dezentraler Infrastruktur verbunden sind.
Allerdings könnten anhaltende Sorgen über hohe Investitionen im Technologiebereich Risiko-Assets wie Bitcoin und Ethereum (ETH) auch im Mai unter Druck setzen. Der Bericht von Apple und der PCE-Index sind die nächsten wichtigen Termine.
Die kommenden Sessions werden zeigen, ob Investoren diese Investitionen von 650 Milliarden USD als Disziplin oder als Übertreibung bewerten.





