Powell bleibt als Gouverneur im Fed-Vorstand, Trump erhält keine Mehrheit

  • Powell bleibt nach Ablauf seiner Amtszeit als Vorsitzender ab 15. Mai weiterhin Fed-Gouverneur.
  • Der Schritt verhindert, dass US-Präsident Trump bis 2028 einen vierten Sitz im Board besetzen kann.
  • Kevin Warsh erhält Ausschuss-Zustimmung mit 13 zu 11 Stimmen, übernimmt den Vorsitz von Powell.
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Jerome Powell, der Vorsitzende der Federal Reserve, hat angekündigt, dass er nach dem Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender am 15. Mai 2026 weiterhin Mitglied des Fed Board of Governors bleibt. Der Grund dafür ist eine laufende Untersuchung des US-Justizministeriums, die es ihm nicht erlaubt, in den Ruhestand zu gehen.

Dadurch bleibt Powell bis Januar 2028 Mitglied des Board of Governors. US-Präsident Trump kann daher keinen vierten Sitz im Board of Governors mit einer eigenen Person besetzen, was der Verwaltung einen stärkeren Einfluss auf die geldpolitischen Abstimmungen verschafft hätte.

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Powell bleibt Fed-Governor

Powell gab diese Entscheidung während seiner letzten Pressekonferenz als Vorsitzender der Fed bekannt. Er erklärte den Reporterinnen und Reportern, dass er ursprünglich geplant hatte, mit Ablauf seiner Amtszeit in den Ruhestand zu gehen. Allerdings habe der rechtliche Druck der Trump-Regierung seine Entscheidung verändert.

Powell sagte außerdem, dass er auf den Abschluss der laufenden Untersuchung des Justizministeriums warten wolle, bevor er den Vorstand verlässt.

Er wies auch die Vorstellung zurück, er könnte vom Sitz des Governors aus als „Schatten-Vorsitzender” agieren.

„Ich würde niemals das ‚Schatten-Vorsitzender‘-Ding machen. Ich habe vor, als konstruktives Mitglied im Vorstand mitzuwirken”, sagte er.

Außerdem gratulierte Powell Kevin Warsh. Er ist der Kandidat Trumps, der voraussichtlich ab dem 15. Mai den Vorsitz übernimmt.

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Trump verliert den Weg zur Mehrheit im 4-köpfigen Vorstand

Drei der sieben Sitze im Vorstand sind bereits mit Personen besetzt, die Trump während seiner vorherigen Amtszeit ernannt hat. Wenn Powells Sitz vakant geworden wäre, hätte dies einer vierten Person seines Vertrauens den Zugang ermöglicht. So hätte die Regierung eine Mehrheit bei FOMC-Abstimmungen erlangen können.

Powells Entschluss, bis Januar 2028 zu bleiben, verhindert dieses Szenario. Trump kann zwar Warsh noch einsetzen, doch die Abstimmungslage im Federal Open Market Committee (FOMC) bleibt vorerst stabil.

Es ist bemerkenswert, dass Powell der einzige amtierende Governor ist, der von Präsidenten beider Parteien ernannt wurde. Zuerst wurde er von dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ernannt, später ernannte ihn Trump zum Vorsitzenden und Joe Biden bestätigte ihn anschließend erneut.

Trump hat bereits Michelle Bowman und Christopher Waller ins Gremium berufen. Mit Kevin Warsh könnte eine weitere Person hinzukommen und so die Kontrolle über das Board beeinflussen.

Einige Interpretationen sehen Powells Schritt als Widerstand, nicht als Konfrontation. Andere beschreiben die Entscheidung als ruhigen Machtzug, der es der Regierung erschwert, die Zinswende rasch nach ihren Vorstellungen umzusetzen.

Warsh rückt vor: Märkte erwarten schnellere Zinssenkungen

Der Bankenausschuss des Senats hat Warsh heute mit 13 zu 11 Stimmen bestätigt. Damit steht einer Bestätigung im gesamten Senat vor dem Übergang am 15. Mai nichts mehr im Weg.

Trump nominierte Warsh mit einer Position für niedrigere Zinssätze. Diese Haltung hat in den vergangenen Wochen zu positiven Reaktionen an den Krypto-Märkten geführt.

Powell selbst räumte am Mittwoch ein, dass sich die internen Prognosen geändert haben. Inzwischen rechnen etwa gleich viele FOMC-Mitglieder mit einer Zinserhöhung wie mit einer Senkung.

Diese unterschiedliche Einschätzung könnte die schnelle Umsetzung der von Trump geforderten Zinssenkungen erschweren.

„Ich nehme ihn beim Wort”, antwortete Powell auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass Kevin Warsh politischem Druck von US-Präsident Trump standhalten werde.

Ob Powells weiteres Verbleiben die Zinssenkungen verlangsamt, hängt davon ab, wie die übrigen Vorstandsmitglieder bei den nächsten Sitzungen abstimmen.

Die erste FOMC-Sitzung unter Warshs Führung wird bereits zeigen, ob der neue Vorsitzende den Konsens für die von der Regierung gewünschten Zinssenkungen herstellen kann.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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