Binance antwortet auf Unterschlagungsvorwürfe

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IN KÜRZE
  • Binance hat auf die Vorwürfe der Veruntreuung von Kundengeldern geantwortet.

  • Laut ihrem Bericht hat die Handelsplattform in Übereinstimmung mit den koreanischen und ukrainischen Behörden gehandelt.

  • Accountsperrungen, egal ob begründet oder unbegründet, sind bei Verwahrungsdienstleistern keine Seltenheit.

  • promo

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

BeInCrypto berichtete gestern über die Unterschlagungsvorwürfe eines Nutzers gegen die Handelsplattform Binance. Nun hat die führende Krypto-Börse auf die Vorwürfe geantwortet.



Gestern Abend veröffentlichte Binance eine umfassende Stellungnahme auf ihrem Blog. Darin sagte die Handelsplattform, dass sie sich dazu verpflichtet, Betrug zu bekämpfen, ohne dabei ihre Aufrichtigkeit aufs Spiel zu setzen. Sie möchte daher umfassend über den Kontext der Situation aufklären.

Binance sperrte Konto wegen Betrugsverdacht

Wie BeInCrypto berichtete, gingen die Anschuldigungen gegenüber Binance von einem südkoreanischen Nutzer aus. Dessen Binance-Konto wurde seitens der Handelsplattform gesperrt und seine Krypto-Assets zum Zweck der Abklärung des Falls einbehalten.



Gegenstand der Sperrung war ein Betrugsfall gegen eine südkoreanisches Kryptowährungs-Projekt. Das Opfer wurde dabei von einer noch unbekannten Person kontaktiert, welche sich als Mitarbeiter von Binance ausgab und erklärte, die Kryptowährung des Projekts im Austausch für eine Kotierungsgebühr auf der Handelsplattform zu listen.

Das Opfer überwies daraufhin eine Summe von rund 10 Milliarden KRW (~7,5 Mio. Euro) in Ether an den Betrüger. Binance identifizierte einen ukrainischen Nutzer mit den Initialen B.K., der den Großteil dieser Summe erhielt. Die koreanischen Behörden wies Binance daraufhin an, diese Summe von B.K. an das Opfer zurückzuschicken, was die Handelsplattform auch tat.

Binance setzte B.K. über die Entscheidung der koreanischen Justizbehörde in Kenntnis und riet ihm, sich auch mit der ukrainischen Polizei über den Fall in Verbindung zu setzen. Diese versicherte Binance später, dass der Fall damit geklärt sei und dankte der Handelsplattform für ihre Kooperation. Die Handelsplattform hängte zum Beweis zwei Bilder der Korrespondenz mit den koreanischen und ukrainischen Behörden an ihren Blogbeitrag an.

Kommentar des Autors: Accountsperrungen keine Seltenheit

Der vorliegende Fall wurde gestern auch im englischen Livestream von BeInCrypto heiß diskutiert, zu dem auch ich eingeladen war.

Es sollte angemerkt werden, dass eine bewusste Unterschlagung seitens von Binance tatsächlich unwahrscheinlich scheint. Ein Unternehmen mit einem Jahresgewinn von rund einer halben Milliarde US-Dollar hat es schlichtweg nicht nötig, einzelne Kunden um eine Million zu betrügen und damit seinen Ruf zu gefährden.

Es ist allerdings keine Seltenheit, dass Unternehmen, welche die Gelder ihrer Kunden treuhänderisch verwahren, also zum Beispiel auch Zahlungsdienstleister oder Online-Casinos Accounts sperren, die ihnen verdächtig erscheinen. Diese Verdachtsfälle sind auch in vielen Fällen grundlos, allerdings ist es für die Kunden dieser Unternehmen in der Regel schwer, ihr Geld zurückzuerhalten.

Kryptowährungen wurden speziell dafür entworfen, nicht konfisziert werden zu können. Für Anleger, die ihre Krypto-Assets in Verwahrung geben, fällt dieser Vorteil weg. Damit sind sie auf Gedeih und Verderb dem Verwahrer und den entsprechenden Behörden ausgeliefert. Dies ist ein weiteres starkes Argument für die eigenständige Verwahrung von digitalen Assets.

Auch muss angemerkt werden, dass Binance mit diesem Blogbeitrag nicht hundertprozentig transparent war. Die angehängten Bilder geben keine Details des Falls wieder. Auch geht aus dem Bericht nicht hervor, ob es sich bei B.K. um einen Verdächtigen in diesem Betrugsfall, oder um einen weiteren Geschädigten handelt. Auch über die Anschuldigungen anderer Nutzer mit ähnlichen Vorwürfen gibt der Blogeintrag keine Auskunft. Insgesamt wirft der Bericht damit mehr Fragen auf, als er beantwortet.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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