Ein Memecoin namens BIPOLAR wird am Dienstag um 17.00 Uhr UTC verkauft. Bisher gibt es den Coin noch nicht, daher kann ihn niemand kaufen oder prüfen. Dennoch gehen bereits TikTok-Videos viral, und ein Trading-Account hat die genaue Minute gepostet.
Wie so ein Coin entsteht
BIPOLAR wird auf Pump.fun erstellt, einer Solana-basierten Plattform, auf der jeder in einer Minute einen Coin machen kann. Es gibt kein Unternehmen, kein Produkt, keine Formulare.
Jeder Coin erhält einen langen Code, die einzige echte Bestätigung. Fälschungen kopieren den Namen oft binnen Sekunden, daher kann man bis Dienstag nichts prüfen.
Die Ankündigung der exakten Minute wirkt fair, ist aber keine echte Fairness. Der Coin entsteht durch einen einzigen Befehl am Computer, Programme greifen im selben Moment zu, während Menschen es nicht schaffen können.
Ein kostenloses Tool zeigt das sehr deutlich.
„Ein Open-Source-Bundler für Pump.fun. Er ermöglicht, einen Token zu erstellen und ihn mit 25 Käufen zu bündeln”, schrieb das Team auf GitHub.
Dadurch kann der Ersteller des Coins im gleichen Moment große Mengen selbst kaufen. Das Tool verspricht „maximalen Schutz gegen Front-Running, MEV und Sniper”. Gemeint ist hier der Schutz für den Ersteller, nicht für die Käufer.
Auf Aktienmärkten gibt es Regeln dafür. Die FINRA, die US-Börsenaufsicht für Broker, verbietet Brokern, vor ihren Kunden zu kaufen. Pump.fun hat solche Regeln nicht.
Der Kurs entsteht durch eine Formel, nicht durch Trader, und jeder Kauf macht den nächsten teurer. Wer zuerst kauft, zahlt am wenigsten. Die TikTok-Community steigt später ein und zahlt mehr.
Die meisten dieser Coins verschwinden nach einem Tag
Im Juni untersuchte CoinGecko 18,67 Millionen Pump.fun-Coins. Fast 70% aller Pump.fun-Token wurden nur an ihrem ersten Tag gehandelt, danach nie wieder.
Die Website bekommt ihre Gebühren so oder so. Pump.fun und der Creator erhalten zusammen etwas mehr als einen Cent pro eingesetztem USD. Das Investment-Unternehmen Galaxy Research meint, dass diese Märkte vor allem für die Betreiber der Plattform zahlen, nicht für die Trader.
Am Dienstag könnten einige Trader weniger auf den Kurs achten, sondern darauf, wie viel vom Coin die ersten Wallets besitzen. Wenn eine kleine Gruppe die Mehrheit hält, kaufen alle anderen sozusagen ihren Ausstieg.









