Capital.com: Kyle Rodda warnt vor „binärem Risiko“ für Bitcoin, US-Präsident Trumps Iran-Frist rückt näher

  • Bitcoin: Kommt es zur Abwärtsbewegung oder zur Erholungsrallye, wenn die 20 Uhr Deadline von US-Präsident Trump näher rückt?
  • BTC bleibt nahe 68.500 USD, nachdem ein Short Squeeze von 200 Millionen USD über Nacht abgeflaut ist
  • Bear-Flag-Formation erreicht 60 Tage, gleicht vorherigem Breakdown-Timing, während das Volumen zurückgeht
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Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst bei Capital.com, warnt, dass Bitcoin (BTC) einem „binären Risiko” ausgesetzt ist, da das von US-Präsident Trump für Dienstag, 2 Uhr MEZ, gesetzte Ultimatum an den Iran Trader in ein reines Eskalations- oder Entspannungsszenario zwingt.

Am Dienstag fiel der BTC-Kurs unter 69.000 USD, nachdem er am Vortag kurzzeitig 70.000 USD überschritten hatte. Grundlage war die Ablehnung eines 45-tägigen Waffenstillstands durch den Iran und Trumps Erklärung, die Frist sei „endgültig”.

Trumps vierte Frist und die Reaktion der Krypto-Märkte

Trump fordert vom Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen oder Angriffe auf alle Brücken und Kraftwerke des Landes zu riskieren. Damit hat der US-Präsident sein Ultimatum seit dem 21. März nun zum vierten Mal verlängert beziehungsweise neu gestellt.

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Eine fünfte Verzögerung bleibt möglich, falls Trump erkenne, dass eine Einigung bevorstehe. Allerdings erklärte er am Montag, es sei „sehr unwahrscheinlich”, dass die Frist erneut verschoben werde.

Rodda sagte gegenüber BeInCrypto, die Märkte verharrten in einer Warteschleife und erwarteten eines von zwei Ergebnissen.

„Die Angriffe erfolgen, das Ganze eskaliert oder eben nicht, danach kommt eine weitere massive Rallye. Bitcoin bleibt aktuell in einer Handelsspanne zwischen etwa 60.000 USD und 75.000 USD”, sagte Rodda.

Er ergänzte, dass eine massive Eskalation den BTC-Kurs durch steigende Renditen der Treasury und einen stärkeren US-Dollar belasten würde, beides ausgelöst durch explodierende Ölpreise.

Der US-Dollar-Index (DXY) konsolidiert aktuell um die Marke von 100 und scheint vor einem Ausbruch zu stehen, was Roddas Warnung untermauert.

Dollar Index (DXY) Entwicklung
Dollar Index (DXY) Entwicklung. Quelle: TradingView

Die Struktur des DXY erinnert an frühere Muster aus den Jahren 2014 und 2021, die längere Korrekturen beim BTC-Kurs einleiteten.

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„Ein Ausbruch des DXY nach oben dürfte zur Folge haben, dass auch die USDT-Dominanz steigt, was bedeuten würde, dass beim Bitcoin der nächste Abwärtsimpuls ansteht”, sagte Analyst Kyle Doops.

Allerdings heben auch Rodda unter der Oberfläche eine gewisse Widerstandsfähigkeit hervor.

„Man muss festhalten, wie widerstandsfähig Bitcoin gewesen ist. Es gibt vorläufige, aber keineswegs bestätigte Zeichen für eine Bodenbildung”, sagte er.

Eine bärische Flagge im Zeitrahmen

Die technische Struktur erhöht den Druck zusätzlich. BTC konsolidiert seit etwa 60 Tagen in einer bärischen Flagge, was der 54-tägigen Laufzeit der vorangegangenen bärischen Flagge entspricht, ehe diese nach unten verlassen wurde.

Bitcoin Kursentwicklung
Bitcoin Kursentwicklung. Quelle: TradingView

Es ist jedoch erwähnenswert, dass das abnehmende Handelsvolumen innerhalb des Musters neue Rallyes wenig vertrauenswürdig macht.

Das tägliche Handelsvolumen der Kryptobörsen ist auf Werte zurückgefallen, wie sie zuletzt beim Zusammenbruch von FTX zu sehen waren. Dies deutet darauf hin, dass das Sentiment auf historische Tiefstände gesunken ist.

Parallel dazu hat Öl als führender Indikator den Widerstand bereits viermal getestet. Ein Ausbruch über 128 USD pro Barrel könnte sich deutlich auf Risiko-Vermögenswerte auswirken und zusätzlichen Druck auf Bitcoin erzeugen.

Institutionelle Zuflüsse und nachlassende Volatilität

Andernorts heben Analysten von QCP Capital hervor, dass Investoren nach vier Fristverlängerungen durch Trump zunehmend von dessen Eskalationsmuster abrücken.

Der Ölpreis ist weicher geworden und die Aktien-Futures sind stabil geblieben, was eine nachlassende Dringlichkeit beim Risiko kurzfristiger Angriffe widerspiegelt.

Die Nachfrage institutioneller Investoren bleibt positiv. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im März Nettozuflüsse in Höhe von 1,32 Millionen USD, das erste positive Monatsergebnis seit Oktober 2025, wodurch eine viermonatige Serie von Nettoabflüssen beendet wurde.

Auch MicroStrategy hat wieder mit der Akkumulation von BTC begonnen, nachdem zuvor eine Pause eingelegt wurde.

Am Optionsmarkt ist die implizite Volatilität auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Konflikts am 28. Februar gefallen. Auch der Skew normalisiert sich, was auf eine nachlassende Nachfrage nach Absicherung trotz der geopolitischen Belastung hinweist.

Daten von Polymarket zeigen, dass Investoren einer Waffenruhe bis zum 7. April eine Wahrscheinlichkeit von nur drei % einräumen, die bis zum 30. April auf 30 % steigt.

Wahrscheinlichkeit für Waffenstillstand zwischen USA und Iran
Wahrscheinlichkeit für Waffenstillstand zwischen USA und Iran. Quelle: Polymarket

Berichte deuten zudem darauf hin, dass US-Präsident Trump die Frist erneut verschieben könnte, falls eine Einigung kurz bevorsteht. Damit käme ein weiterer Faktor zu einer Situation hinzu, die bereits nur zwei Optionen zulässt.

Ob es am Dienstag zu Angriffen kommt oder zu einer weiteren Verlängerung, die Reaktion des Bitcoin-Kurs wird zeigen, ob die von Rodda erkannten vorsichtigen Bodenbildungssignale sowohl einen geopolitischen Brennpunkt als auch ein Bärenflag-Muster überstehen, dessen Zeit fast abläuft.


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