Luke Dashjr ist als Vorsitzender und Chief Technology Officer des Bitcoin-Mining-Pools OCEAN zurückgetreten. Der von ihm unterstützte Bitcoin-Hard Fork spaltet sich am Dienstag von der Haupt-Blockchain ab.
Das Unternehmen hat zudem alle seine Anteile zurückgekauft. Luke Dashjr nennt die Haupt-Bitcoin-Blockchain jetzt „Spamcoin”. Am Dienstag wechselt ein von ihm unterstützter Bitcoin-Hard Fork zum Mining-Algorithmus BLAKE2b, den aktuelle Bitcoin-Mining-Geräte nicht ausführen können.
Warum Dashjr OCEAN verlassen hat
Der Austritt beendet einen schwierigen Monat für den Pool. Der OCEAN-Hashrate ist im August um 96% eingebrochen. Der Pool hatte etwa 18 Stunden lang die Rechenleistung der Kunden auf eine Minderheiten-Blockchain gelenkt. Die Miner hatten dazu nie eindeutig ihre Zustimmung gegeben und forderten Veränderungen in der Führung.
BIP-110, der von Dashjr unterstützte Anti-Spam-Soft Fork, hätte 55% Unterstützung der Miner benötigt. Das Signalisieren erreichte maximal nur 2,53%. Nach zwei Blöcken kam die zugehörige Blockchain zum Stillstand, daher konzentrierten sich die Unterstützer auf eine Abspaltung in September.
Was steckt hinter Dashjrs Bitcoin-Hard-Fork-Plan
Dashjr ist der Meinung, dass die Dezentralität im Blockbau bei Bitcoin bereits vor einigen Jahren verloren ging. Nach seiner Ansicht entfernt BLAKE2b eine Abkürzung namens ASICBoost, die großen Minern einen Effizienzvorteil verschafft. Er sagt außerdem, dass der Algorithmus konzentrierte Mining-Power bestraft.
Kritiker widersprechen dieser Interpretation. Adam Back hatte schon im Juli BIP-110 als „Idiokratie” bezeichnet. David Schwartz, früherer Chief Technology Officer von Ripple, wies die Aussage, das Netzwerk stehe unter Angriff, als Unsinn zurück.
Dashjr meint, dass die bestehende Blockchain zentral verwaltet wird und Miner daran hindert, eigene Vorlagen für Blöcke zu bauen. Er konzentriert sich nun auf CONVOY, das er als neuen Versuch für dezentrales Mining bezeichnet. OCEAN arbeitet weiterhin als nicht-verwahrende Mining-Pool.
Was passiert mit BTC am 1. September
Bitcoin (BTC) notiert bei etwa 77.655 USD, was einem Rückgang von 0,59% am Tag entspricht. Dennoch hat Bitcoin in diesem Monat 23,3% zugelegt. Die Hashrate ist im bisherigen Jahr gesunken, da Miner auf Verträge mit künstlicher Intelligenz wechseln. Diese Entwicklung verringert die Zahl der Mining-Geräte, die eine abgespaltene Blockchain unterstützen könnten.
Halter stehen vor zwei praktischen Fragen, nämlich dem Replay-Risiko und der Frage, welche Blockchain ihre Wallet abbildet. Dashjr empfiehlt eine Light-Wallet statt einem Full Node. Beide Themen sind bereits beim Chain Split im August aufgekommen.
Eine Umstellung beim Proof-of-Work erzeugt einen eigenen Coin. Der Markt bewertet dann, welche Blockchain einen Wert bietet.
Dashjrs vorheriger Fork-Versuch erreichte nie mehr als 3% Unterstützung. Dienstag testet daher eine neue Frage. Entweder folgt die reale Hashrate BLAKE2b, oder die Abspaltung endet wie im August und kommt innerhalb von Stunden zum Stillstand.









