Der Bitcoin-Kurs stagniert weiterhin, und eine oft übersehene Kraft hilft, dies zu erklären. Die Stablecoins, die den Krypto-Kauf finanzieren, werden weniger und bewegen sich seltener. Genau diese Situation trat bereits vor dem Absturz von Bitcoin im Jahr 2022 auf.
Daten von DeFiLlama und Dune zeigen, dass der Bargeldbestand des Marktes gerade dann schwindet, wenn Käufer besonders gebraucht werden. Für sich genommen ist das ein Gegenwind. Sollte diese Entwicklung zu weit gehen, kann sie als Auslöser wirken.
Wie ein schmalerer Bargeldbestand Bitcoin verlangsamt
Stablecoins sind das Bargeld der Krypto-Welt. Trader parken US-Dollar in USDT und USDC und nutzen diese dann, um Bitcoin und andere Coins zu kaufen. Wenn dieser Pool wächst, steht mehr Kapital bereit. Sinkt der Bestand, verringert sich die Kaufkraft.
Möchten Sie mehr Token-Analysen wie diese? Abonnieren Sie den täglichen Crypto-Newsletter von Chefredakteur Harsh Notariya hier.
Die Zahlen zeigen die Bremse: Seit 2020, als der Stablecoin-Bestand wuchs, legte der Bitcoin-Kurs in den folgenden 30 Tagen im Durchschnitt um +5,2% zu, innerhalb von 90 Tagen um +18,9%. Schrumpfte das Angebot, fielen die Gewinne auf +1,1% beziehungsweise +8,4%.
Beide Werte sind zwar weiter positiv, ein schrumpfender Pool führt also keineswegs sofort zu einem Crash. Es handelt sich vielmehr um einen schleichenden Effekt, der erst nach mehreren Wochen richtig spürbar wird, wodurch die Gewinne von Bitcoin abgeschwächt, aber nicht gelöscht werden. Kurz gesagt: Bitcoin steigt weiterhin, wenn Stablecoins schrumpfen, jedoch viel schwächer.
Das sind jedoch Durchschnittswerte, die die schlimmsten Fälle verdecken. Läuft die Abwanderung tief und über lange Zeit, kann die Bremse deutlich gefährlicher werden.
Als der Abfluss groß war, brach BTC ein
Genau das passierte in einem der vergangenen Bärenmärkte. Die Stablecoin-Menge fiel zwischen April 2022 und August 2023 um 34%, eine langsame und anhaltende Abnahme, und der Bitcoin-Kurs brach im selben Zeitraum um 43% ein.
Aus einem leichten Engpass wurde eine vollständige Liquiditätsknappheit.
Heute zeigt sich erneut das gleiche Muster, bislang in etwas abgeschwächter Form. Der gesamte Stablecoin-Bestand ist seit seinem Höchststand von 321 Milliarden USD im Mai um rund 4,4% gesunken, und Bitcoin hat im gleichen Zeitraum etwa 19% verloren. Das Ausmaß ist kleiner als 2022, aber die Richtung ist gleich.
Entscheidend ist nun, ob sich dieser Abfluss weiter verstärkt. Es reicht daher nicht nur, auf die Anzahl der Stablecoins zu schauen, sondern auch auf deren tatsächliche Umlaufgeschwindigkeit.
Stablecoins bewegen sich ebenfalls weniger
Auch die Nutzung nimmt ab. On-Chain-Daten zeigen, dass das monatliche Übertragungsvolumen von USDT und USDC auf Ethereum im März bei etwa 2,84 Billionen USD lag, dann aber bis Mai um rund 47% auf 1,5 Billionen USD fiel, bevor es im Juni etwas anstieg.
Beide Werte verlaufen nicht genau parallel. Der Bitcoin-Kurs festigte sich im April und Mai, bevor er im Juni nachgab. Das ist also ein Umfeld, kein Auslöser. Dennoch sorgt weniger bewegtes Kapital für weniger Nachfrage, und der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei rund 63.000 USD, weit unter seinen Hochs von über 90.000 USD im Januar.
Im Moment ähnelt der Engpass eher dem Auftakt von 2022 als einer kompletten Dürre. Der Rückgang des Bestands ist gering, und das Volumen versucht, sich zu erholen.
Das Muster kann jedoch auch ins Negative kippen. Rutschen das Stablecoin-Angebot und das Volumen weiter ab, könnte sich der Gegenwind für Bitcoin zu einem ausgeprägten Abfluss verstärken, wie es 2022 passierte. Ein klarer Aufwärtstrend wäre ein erstes Zeichen dafür, dass das Kapital und die Käufer zurückkehren.









