Der Bitcoin-Kurs steht gerade an einem wichtigen Punkt nach einer ruhigen Korrektur. Seit dem Höchststand am fĂŒnften Januar ist BTC etwas gefallen, hat aber keinen gröĂeren Einbruch erlebt. Im Vergleich zum Vorjahr liegt Bitcoin noch etwa 4,5 Prozent im Minus, zeigt also eine leicht negative Jahresbilanz.
Diese kleine rote Zahl ist wichtiger, als sie aussieht. Nur ein kleines Kursfenster trennt Bitcoin jetzt von einem seltenen historischen Signal, das zuletzt 2020 aufgetreten ist. Ob Bitcoin diese Schwelle ĂŒberschreitet oder nicht, könnte ĂŒber die nĂ€chste Richtung entscheiden.
Steht ein 4,5-Prozent-Bitcoin-Kurs-Sprung bevor? Seltenes 2020-Muster könnte sich wiederholen
Eine neue Auswertung der Vergangenheit zeigt eine seltene Situation. Wenn die 1-Jahres-VerÀnderung beim Bitcoin-Kurs negativ wird und danach wieder ins Positive dreht, hat das oft einen neuen Trend eingeleitet. So ein Wechsel war zuletzt im Juli 2020 zu sehen. Danach begann eine starke bullische Phase.
Gerade steht Bitcoin knapp unter diesem Wendepunkt. Eine Bewegung von etwa 4,5 Prozent ins Plus wĂŒrde die VerĂ€nderung auf Jahressicht wieder grĂŒn machen und diese seltene Bedingung wiederherstellen.
Auch die Charttechnik zeigt, warum das so wichtig ist. Bitcoin befindet sich aktuell in der âTasse mit Henkelâ-Formation, einer bullischen Struktur. Hier pausiert der Kurs nach einer runden Erholung, bevor ein möglicher Ausbruch versucht wird.
Es wĂ€re spannend zu sehen, ob das Kursziel aus dieser Ausbruchs-Formation (ĂŒber der Nackenlinie) ungefĂ€hr im selben Bereich wie die 4 bis 5 Prozent liegt.
EMA-UnterstĂŒtzung und 95 Prozent weniger Verkaufsdruck: Setup wird deutlich stĂ€rker
Kurzfristige Trends bestÀtigen die bullische Sicht.
Ein exponentieller gleitender Durchschnitt (EMA) gibt den letzten Preisen mehr Gewicht und hilft, die kurzfristige Richtung zu erkennen. Bitcoin konnte sich zuletzt die 20-Tage-EMA zurĂŒckholen und hĂ€lt sich nun darĂŒber. Das letzte Mal, als BTC dieses Level Anfang Januar zurĂŒckeroberte, stieg der Kurs innerhalb weniger Tage um fast 7 Prozent.
Als die 20-Tage-EMA in der Mitte des Dezembers verloren ging, fiel der Kurs um 6,6 Prozent. Das zeigt deutlich, wie stark der Kurs auf dieses Level reagiert. Aktuell bleibt der AufwĂ€rtstrend intakt, solange Bitcoin ĂŒber dieser Marke bleibt.
Das nĂ€chste wichtige Level ist die 50-Tage-EMA. Bitcoin hat diese am zwölften Januar verloren und kurz danach korrigiert. Wenn der Kurs diese Marke klar zurĂŒckgewinnt, wĂ€re das ein starkes Zeichen fĂŒr eine weitere Erholung und passt zur âTasse mit Henkelâ-Struktur.
Auch On-Chain-Daten stĂŒtzen das Bild. Die Einzahlungen auf Börsen, die zeigen, wie viele Coins verkauft werden könnten, sind auf das niedrigste Niveau seit sechs Monaten gefallen. Die tĂ€glichen ZuflĂŒsse gingen von etwa 78.600 BTC am 21. November auf jetzt etwa 3.700 BTC zurĂŒck. Das ist ein RĂŒckgang von mehr als 95 Prozent.
Dieser starke RĂŒckgang deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat. Weniger Coins werden an Börsen geschickt, das verringert das Angebot fĂŒr VerkĂ€ufe bei Kursanstiegen.
Derivativer Druck und wichtige Bitcoin-Kursmarken bestimmen die nÀchste Bewegung
Auch Hebel-Positionen spielen eine Rolle.
In den nÀchsten sieben Tagen liegt die Gesamtmenge möglicher Short-Liquidationen bei etwa 4,10 Mrd. USD, bei Long-Liquidationen sind es ungefÀhr 2,17 Mrd. USD. Damit gibt es fast 89 Prozent mehr offene Short-Positionen als Longs.
Ein Ăberhang an Short-Positionen kann fĂŒr Bewegung sorgen. Sollte der Bitcoin-Kurs wieder steigen, könnten viele Shorts aufgelöst werden. Das sorgt automatisch fĂŒr KĂ€ufer. Bitcoin hat in den letzten zwölf Monaten öfter das Gegenteil der Mehrheit gemacht, deshalb ist dieses Ungleichgewicht eher spannend als klar bĂ€risch.
Das alles spielt sich an klaren Kursmarken ab.
Ein tĂ€glicher Schlusskurs ĂŒber 94.880 USD wĂŒrde den Ausbruch aus der Cup-and-Handle-Formation vollenden und mit der 4,5-Prozent-Jahresmarke ĂŒbereinstimmen. Danach liegen die nĂ€chsten Ziele beim Kurs nahe 99.810 USD und danach bei 106.340 USD. Diese Marken ergeben sich aus Fibonacci-Erweiterungen und der Projektion des Cup-and-Handle-Ausbruchs.
Auf der Unterseite ist 89.230 USD die erste wichtige UnterstĂŒtzung. FĂ€llt der Kurs darunter, drohen weitere Verluste bis 86.650 USD. Dann wĂ€re die bullische Struktur nicht mehr gĂŒltig.
Zurzeit bewegt sich der Bitcoin-Kurs in einem engen Bereich.
Der Verkaufsdruck ist seit sechs Monaten so niedrig wie nie, zudem hĂ€lt die kurzfristige UnterstĂŒtzung weiter. AuĂerdem ist ein seltenes historisches Signal nur 4,5 Prozent entfernt. Ob der Bitcoin-Kurs dieses Ziel erreicht, könnte entscheiden, wie es weitergeht.









