Coinbase-CEO Brian Armstrong sagt, Bitcoin habe Satoshi Nakamotos Vorstellung vom digitalen Geld für den Alltag nicht erfüllt. Stattdessen sei Bitcoin zu digitalem Gold geworden. Den Zahlungsverkehr hätten Stablecoins übernommen, argumentiert er.
Bitcoin (BTC) liegt aktuell bei etwa 64.523 USD und damit rund 45 % unter seinem Höchststand aus Oktober 2025 von 126.080 USD. Stablecoins entwickeln sich dagegen positiv, das Angebot nähert sich Rekordwerten.
Armstrong denkt über Bitcoins ursprüngliche Rolle nach
Armstrong äußerte sich dazu in einem Interview mit Zerodha-Mitgründer Nikhil Kamath im People by WTF Podcast. Kamath beschreibt sich selbst als Krypto-Skeptiker. Er stellte dem Coinbase-Chef eine einfache Frage: Erfüllt Bitcoin seinen ursprünglichen Zweck noch?
„Sie haben recht, ich denke, es ist fair zu sagen, dass sich Bitcoin inzwischen als Wertspeicher durchgesetzt hat, aber ich glaube nicht, dass es ein Zahlungsmittel geworden ist”, antwortete Armstrong.
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Warum Bitcoin von Satoshis Vision abwich
Nakamotos Whitepaper von 2008 versprach digitales Bargeld für Online-Zahlungen ohne Banken. Der erste Block von Bitcoin enthielt sogar eine Schlagzeile von 2009 über die Bankenrettungen in Großbritannien. Das war das Ziel.
Nach 17 Jahren sagt Armstrong, dass die Zahlungsfunktion nie realisiert wurde. Es wurden verschiedene Lösungen versucht, doch sie verschwanden wieder.
„Manche wollten dies mit dem Lightning Network, einer Optimierungsschicht auf Bitcoin, erreichen, aber wirklich durchgesetzt hat sich das nie.”
Das Hauptproblem liegt in Bitcoins Design. Das Angebot ist begrenzt, daher akkumulieren Halter Bitcoin wie Gold.
Armstrong sagte: „Die Menschen glauben, es wird künftig mehr wert sein und möchten es daher im Moment nicht ausgeben.” Zudem verschärft die Volatilität diese Entwicklung.
Stablecoins übernehmen die Zahlungsfunktion
Stablecoins haben die Lücke gefüllt. Diese an den US-Dollar gekoppelten Token übernehmen die alltäglichen Zahlungen, obwohl Banken ihr bestehendes System weiterhin verteidigen.
„Wir konnten das massive Wachstum von Stablecoins auf Blockchains beobachten. Durch Fiat besicherte Stablecoins werden als Zahlungsmittel eingesetzt, während Bitcoin weiterhin der Wertspeicher als digitales Gold ist.”
Die Zahlen untermauern diese These. Laut DefiLlama liegt das Stablecoin-Angebot bei rund 310 Milliarden USD. Tether hält 184 Milliarden USD, Circles USDC steuert weitere 73 Milliarden USD bei.
Armstrong lobt zudem den GENIUS Act, der im Juli 2025 unterzeichnet wurde, weil dadurch die Token in den USA als legal und vertrauenswürdig gelten. Viele Anwendungen laufen inzwischen auf Base und Solana.
Trotzdem sieht Armstrong darin kein Scheitern. Nach seiner Ansicht hat Bitcoin einfach eine andere Rolle gefunden.
„Ich glaube, das Bitcoin-Netzwerk ist damit einverstanden. Es ist nicht als Zahlungsnetzwerk für große Transaktionsvolumina gedacht. Es ist digitales Gold.”









