Bitcoin und Euro Handelsvolumen auf Allzeithoch: Warum kaufen die Anleger nach?

Aktualisiert von Toni Lukic
IN KÜRZE
  • Das tägliche Bitcoin/Euro Handelsvolumen erreichte vor kurzem einen neuen Spitzenwert.
  • Laut der Krypto-Analysefirma Messari ist das ein Indiz dafür, dass Bitcoin gegenüber Fiatwährungen an Gewicht gewinnen könnte.
  • Die Lockerung der Geldpolitik der britischen Zentralbank wirkt sich offensichtlich negativ auf das Vetrauen in den Pfund aus.
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Inmitten des Krypto- und Aktienbärenmarktes zeigen Daten, dass sich die Laune zugunsten des Krypto-Marktes ändern könnte. Nachdem die britische Zentralbank bekannt gegeben hatte, die Geldpolitik zu lockern, tauschten zahlreiche Anleger Pfund und Euro gegen Bitcoin.

Befürchtungen über eine mögliche Kehrtwende in der internationalen Geldpolitik scheinen Anleger erneut dazu zu bewegen, Bitcoin zu kaufen. Auch ein Vertrauensverlust in die Geldpolitik der Zentralbanken ist eine mögliche Erklärung für den bisher größten kurzzeitigen Nachfrage-Anstieg aus dem Euroraum.

Bitcoin-Euro Handelsvolumen auf Rekordniveau

Daten der Krypto-Analysefirma Messari zeigen einen noch nie dagewesenen Anstieg des Handelsvolumens für das Euro- und Pfundhandelspaar von Bitcoin. Laut einem Tweet der Firma erreichten sowohl das tägliche Handelsvolumen von BTC/EUR als auch BTC/GDP am 27. September 2022 ein neues Allzeithoch. Dieses ist bei beiden Paaren mehr als doppelt so hoch wie das letzte jeweilige Allzeithoch vom Mai 2021.

Im Mai 2021 befand sich der Bitcoin Kurs inmitten des letzten Bullruns und der Bitcoin Preis in der Nähe des letzten Allzeithochs (65.000 US-Dollar). Doch warum beginnt gerade jetzt die Nachfrage nach Bitcoin zu steigen?

Messari zufolge hängt der massive Anstieg des Handelsvolumens möglicherweise mit der Inflation und der langfristigen Geldpolitik in der EU und Großbritannien zusammen. Anleger suchen anscheinend nicht nur in dem US-Dollar vor der Inflation im europäischen Raum Zuflucht, sondern womöglich auch in Bitcoin.

Wird Bitcoin Gold ersetzen?

Messari schrieb, dass der massive Anstieg des Handelsvolumens ein Zeichen für die Bewahrheitung der “Hard-Money-Theory” von Bitcoin sein könnte. Bitcoin kristallisiert sich dieser Theorie zufolge möglicherweise, wie Gold, als sicherer Hafen für unsichere Marktbedingen heraus. Laut dieser Theorie bleibt “hartes Geld” (d.h. nicht wie Fiat-Geld, beliebig vermehrbares Geld) gegenüber “weichem Geld” (inflationären Währungen) stabil.

In einer zunehmend inflationären Umgebung verlagert sich das Kapital dann immer mehr in härtere oder harte Währungen, da sich Markteilnehmer vor Inflation schützen wollen. In der Vergangenheit geschah genau dies mit Gold.

Bemerkenswerterweise fiel Gold zusammen mit dem britischen Pfund und dem Euro vor kurzem stark gegenüber dem US-Dollar, als die Nachfrage nach Bitcoin förmlich explodierte. Gold performte dabei sogar schlechter als der Euro. Darüber hinaus gab es laut dem Messari-Analyst Dunleavy bei Ethereum keinen signifikanten Handelsvolumenanstieg wie bei Bitcoin zu beobachten.

Gold/USD GPD/USD und EUR/USD Chart ein Bild von: Twitter

Dennoch handelt es sich bei dem kurzfristigen Anstieg des BTC-Handelsvolumens nur um ein Indiz dafür, dass sich BTC tatsächlich zu einem Hard-Money-Asset entwickelt. Laut Messari dauert es möglicherweise noch Jahre, bis Bitcoin wirklich einen ähnlichen Status oder die Funktion von Gold annimmt.

So sind wahrscheinlich die aktuellen News über die Geldpolitik der britischen Zentralbank ein weiterer Grund für den Anstieg des Handelsvolumens zwischen dem BTC/EUR und BTC/GDP Paares.

Britische Zentralbank lockert Geldpolitik

Wie Sky News berichtet, verkündete die britische Zentralbank, im Rahmen einer Schuldmarktoperation die Stabilität der britischen Märkte sichern zu wollen. Laut dem News-Portal möchte die Bank “mit allen nötigen Mitteln” den britischen Finanz- und Anleihenmarkt schützen. Dazu will die Zentralbank Staatsanleihen kaufen und weitere Schulden in Kauf nehmen. Die damit verbundene Ausdehnung der Geldmenge schwächt den Pfund weiter gegenüber anderen Währungen ab.

Der Milliardär und Investor Druckenmiller glaubt trotzdem, dass einer tatsächlichen Lockerung der Geldpolitik in Großbritannien eine neue Bitcoin-Rally sehen könnten:

“Ich denke immer noch, dass wenn andere Zentralbanken in den nächsten zwei oder drei Jahren dem Beispiel der Bank of England folgen, Kryptowährungen aufblühen könnten. Die Menschen vertrauen den Zentralbanken einfach nicht mehr.”

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