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Gründer von Cyber Capital: Bitcoin könnte in sieben bis elf Jahren zusammenbrechen

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Geschrieben von
Kamina Bashir

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Redigiert von
Leonard Schellberg

17 Januar 2026 13:30 CET
  • Justin Bons warnt: Bitcoin könnte in 7 bis 11 Jahren durch Sicherheitsprobleme scheitern.
  • Sinkende Mining-Belohnungen und zu geringe Gebühren bedrohen die Netzwerksicherheit.
  • Ohne Reform könnte Bitcoin in eine Abwärtsspirale aus Panik, Ausstieg und Angriffen geraten.
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Der Gründer und Chef-Investmentmanager von Cyber Capital, Justin Bons, meint, dass Bitcoin (BTC) in 7 bis 11 Jahren zusammenbrechen könnte.

Er nennt als Gründe ein immer kleiner werdendes Sicherheitsbudget, ein wachsendes Risiko für 51-Prozent-Angriffe und Entscheidungen, die laut ihm für das Netzwerk „unmöglich“ sind. Bons warnt, dass durch diese grundlegenden Schwächen das Vertrauen verloren gehen und sogar Spaltungen der Chain entstehen könnten.

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Wird das ökonomische Sicherheitsmodell von Bitcoin jetzt zum Risiko?

Experten haben im Laufe der Jahre immer wieder auf verschiedene Risiken für Bitcoin hingewiesen. Besonders Quantencomputer könnten die heutigen Verschlüsselungen unsicher machen.

Bons zeigt in einem ausführlichen Beitrag jedoch eine andere Art von Bedrohung auf. Seiner Meinung nach liegt das langfristige Risiko von Bitcoin im ökonomischen Sicherheitsmodell.

„BTC wird in 7 bis 11 Jahren zusammenbrechen! Zuerst bricht die Mining-Industrie ein, da das Sicherheitsbudget schrumpft. Dann fangen die Angriffe an: Zensur und Doppel-Ausgaben“, schrieb er.

Der Kern seiner Argumentation ist das schrumpfende Sicherheitsbudget von Bitcoin. Nach jeder Halbierung erhalten Miner nur noch die Hälfte der Belohnung. Dadurch lohnt es sich weniger, das Netzwerk zu sichern.

Das letzte Bitcoin Halving war im April 2024 und weitere folgen alle vier Jahre. Bons meint, dass Bitcoin entweder einen „stetig steigenden Kurs“ oder dauerhaft hohe Gebühren bräuchte, um das heutige Sicherheitsniveau zu halten. Er hält beides für nicht realistisch.

Rückgang des Sicherheitsbudgets bei Bitcoin
Rückgang des Sicherheitsbudgets bei Bitcoin. Quelle: X/Justin Bons
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Sinkende Miner-Einnahmen: Steigt jetzt das Angriffsrisiko?

Bons ist der Meinung, dass der Ertrag der Miner – und nicht die bloße Hashrate – entscheidend für die Sicherheit ist. Durch effizientere Hardware kann die Hashrate zwar steigen, aber die Kosten für Berechnungen sinken. Daher täuscht die reine Hashrate über die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe hinweg.

Wenn der Ertrag der Miner sinkt, werden folglich auch die Kosten für einen Angriff niedriger. Sobald ein 51-Prozent-Angriff weniger kostet, als man durch Doppel-Ausgaben oder Störungen gewinnen kann, wird so ein Angriff wirtschaftlich lohnend.

„Krypto-ökonomische Spieltheorie beruht auf Strafen und Belohnungen, also auf Anreizen. Deshalb bestimmt das Einkommen der Miner die Kosten eines Angriffs. In Bezug auf die Belohnungsseite: Doppel-Ausgaben mit 51-Prozent-Angriffen auf DEXes bieten hohe mögliche Gewinne und sind deshalb eine realistische Bedrohung“, steht im Beitrag.

Zurzeit machen Transaktionsgebühren nur einen kleinen Teil des Einkommens der Miner aus. Da die Blocksubventionen in den nächsten Jahrzehnten gegen null gehen, müsste Bitcoin fast vollständig auf Gebühren setzen, um das Netzwerk zu sichern. Allerdings begrenzt die geringe Blockgröße, wie viele Transaktionen pro Block verarbeitet werden können. Dadurch sind auch die möglichen Gebühr-Einnahmen begrenzt.

Bons meint zudem, dass dauerhaft hohe Gebühren unwahrscheinlich sind. Wenn die Gebühren deutlich steigen, verlassen viele Nutzer das Netzwerk wieder. So können die Gebühren langfristig kaum die Blocksubventionen ersetzen.

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Stau, Panikverkäufe und drohende Abwärtsspirale

Neben dem schrumpfenden Sicherheitsbudget sieht Bons auch die Gefahr einer „Bank-Run“-Situation. Seiner Meinung nach gilt:

„Selbst nach den vorsichtigsten Schätzungen würde es 1,82 Monate dauern, wenn jede aktuelle BTC-Nutzerin und jeder Nutzer nur eine Transaktion machen würde!“

Er sagt, dass das Netzwerk bei Panik nicht schnell genug Auszahlungen abwickeln könnte. Dadurch werden Nutzerinnen und Nutzer durch Überlastung und steigende Gebühren regelrecht im Netzwerk „gefangen“. Das wäre so ähnlich wie ein Bank-Run.

Bons nennt zudem die zweiwöchige Schwierigkeitsanpassung von Bitcoin als weiteres Risiko. Bei einem plötzlichen Kursabfall könnten viele Miner aufhören, was die Blockproduktion bis zum nächsten Anpassungspunkt verlangsamt.

„Wenn durch die Panik der Kurs fällt, hören noch mehr Miner auf, was die Chain weiter verlangsamt. Das führt zu noch mehr Panik, der Kurs sinkt weiter, noch mehr Miner steigen aus usw.; immer so weiter … Das nennt man einen Teufelskreis in der Spieltheorie – auch negative Rückkopplung oder Todes-Spirale genannt“, sagt er.

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Er meint, dass solche Überlastungen dazu führen, dass massenhafte Selbstverwahrung in Stressphasen unsicher ist. Die Nutzer könnten dann nicht mehr aus dem Netzwerk heraus, wenn die Nachfrage plötzlich stark steigt.

Das unvermeidbare Dilemma für Bitcoin

Bons folgert, dass Bitcoin ein grundlegendes Dilemma hat. Man könnte die Gesamtmenge der Coins über die Grenze von 21 Mio. hinaus erhöhen, damit Miner motiviert bleiben und die Netzwerksicherheit bestehen bleibt. Doch das würde den zentralen Wert von Bitcoin schwächen und wohl zu einer Spaltung der Chain führen.

Die Alternative sei, mit immer stärker abnehmender Sicherheit zu leben und Angriffe sowie Zensur eher zu riskieren.

„Am wahrscheinlichsten ist, dass in 7 bis 11 Jahren beide von mir beschriebenen Optionen und noch mehr gleichzeitig eintreten“, schrieb Bons.

Er verbindet das Problem auch mit den Folgen des Blockgrößenkriegs. Die Regeln rund um die Verwaltung von Bitcoin Core machen laut ihm große Änderungen am Protokoll politisch sehr unwahrscheinlich – solange, bis eine Krise das System zum Handeln zwingt. Seiner Meinung nach könnte es dann allerdings schon zu spät sein.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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