BitGo baut seine Belegschaft um fast 15% ab, weil sich der Anbieter für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte stärker auf Sicherheit, Handel, Stablecoins, Abwicklung und Infrastruktur mit künstlicher Intelligenz konzentrieren will. CEO Mike Belshe bezeichnete die Kürzungen als einmalige Maßnahme, es seien keine weiteren Entlassungen geplant.
Damit ist BitGo das nächste Krypto-Unternehmen, das im Jahr 2026 Mitarbeiter reduziert. Andere Unternehmen haben ähnliche Einsparungen ebenfalls mit künstlicher Intelligenz begründet. Das Unternehmen wurde im Januar an die Börse gebracht und war damit der erste große Krypto-Börsengang des Jahres.
Klarerer Fokus nach dem Börsengang
BitGo legte seinen Börsenstart im Januar mit 18 USD pro Aktie fest, wodurch die Strategie des Unternehmens stärker im Fokus der Aktionäre steht. Im Prospekt wird die Zahl der festangestellten Mitarbeiter Mitte 2025 mit etwa 565 angegeben, sodass der Stellenabbau etwa 85 Jobs betreffen dürfte.
Die Zahlen machen den Hintergrund deutlich. BitGo verzeichnete im Jahr 2025 laut Ergebnisbericht einen Umsatz von 16,2 Milliarden USD, was mehr als einer Vervierfachung entspricht. Der Großteil davon stammt jedoch aus margenarmen Verkäufen digitaler Vermögenswerte. Das bereinigte EBITDA lag lediglich bei 32,4 Millionen USD. Aufgrund eines Rückgangs im Bitcoin-Bestand der Treasury entstand ein Nettoverlust von 14,8 Millionen USD.
Belshe möchte mit dem kleineren Team lukrativere institutionelle Krypto-Dienstleistungen anbieten. BitGo hat im Dezember eine bundesweite Trust-Bank-Lizenz vom OCC erhalten.
Im April brachte das Unternehmen ein Tool zum Minten auf den Markt, das sich an den rasch wachsenden Stablecoin-Bereich richtet. Dieser margenstärkere Bereich soll weiter ausgebaut werden.
„Um weiterhin für unsere Kunden zu gewinnen, müssen wir klarer, fokussierter sein und unsere Mitarbeiter und Energie auf die wichtigsten Bereiche konzentrieren…”, erklärte Mike Belshe, CEO von BitGo, .
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Entlassungen in der gesamten Krypto-Branche
Die Kürzungen passen zu einem größeren Spartrend. Im Mai hat Coinbase etwa 700 Mitarbeiter, also 14% der Belegschaft, abgebaut. Die Umstrukturierung soll das Unternehmen für die KI-Zeit effizienter machen, wie aus einer Meldung an die Börsenaufsicht hervorgeht. BitGo setzt darauf, mit den erzielten Einsparungen eine leistungsfähigere Finanzinfrastruktur mit künstlicher Intelligenz zu schaffen.
Nicht alle sehen den Hauptgrund in der Strategie. Thomas Braziel, Gründer des auf notleidende Kryptowährungen spezialisierten Unternehmens 117 Partners, sieht in den Maßnahmen hohe Kosten der Bitcoin-Verwahrung bei BitGo als ausschlaggebend.
„Ich meine, BitGo ist der teuerste Anbieter für die Verwahrung von BTC auf dem Planeten, daher kann ich es nachvollziehen”, schrieb Braziel in einem Post.
Ob ein schlankeres BitGo seine Größe tatsächlich in Gewinne umwandeln kann, dürfte sich im nächsten Quartalsbericht zeigen.









