Blockchain-Technologie wird eine tragende Rolle in Russland spielen. Ob Vladimir Putin weiterhin Präsident Russlands bleibt, wird nämlich per elektronischem Wahlverfahren entschieden.

Vladimir Putin will Präsident von Russland bis 2036 bleiben. Dazu braucht es Gesetzesänderungen, die ihm zwei weitere Legislaturperioden über jeweils 6 Jahre erlauben. Die Wahlen zu diesen Gesetzesänderungen sollen nun elektronisch durchgeführt werden. Ermöglicht wird das Ganze durch Blockchain-Technologie, wie der Kreml vergangenen Freitag bekannt gab.

Blockchain-Wahlen nahezu unmöglich zu hacken

Die Volkswahl soll zwischen 25. und 30. Juni stattfinden. Die Entscheidung für Blockchain-Technologie hat dabei vor allem sicherheitstechnische Hintergründe. Wahlmanipulation ist in der heutigen Zeit immer wieder ein Thema. Der Kreml will auf Nummer sicher setzen und führt dazu aus:

“Die Sicherheit und Transparenz elektronischer Wahlverfahren ist durch Blockchain-Technologie gewährleistet. Ein solches Netzwerk hat nur einen Server und arbeitet nach einem sicheren Prinzip. Um Wahlergebnisse zu ändern, braucht es die Zustimmung der meisten Netzwerkteilnehmer. Es ist also nahezu unmöglich eine Blockchain-Wahl zu manipulieren.

Was in der Mitteilung der russischen Regierung allerdings fehlt, sind Details zur verwendeten Blockchain-Technologie. Auch blieben sämtliche Erwähnungen von Unternehmen, die bei der Implementierung der Technologie unterstützen, aus. Es ist offensichtlich, welches Ziel Moskau im Großen und Ganzen verfolgt. Durch den Einsatz der kryptografischen Technologie soll ein gewisses Maß an Vertrauenswürdigkeit geschaffen werden. Ein elektronisches Wahlverfahren soll wohl auch dazu dienen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Strategie zu Krypto in Russland nicht erkennbar

Schon im April 2019 sagten wir voraus, dass Wahlen künftig mithilfe von Blockchain-Technologie stattfinden würden. Immerhin arbeitete Russland bereits seit mehreren Jahren an einem Blockchain-gestütztem Wahlverfahren. 2019 kam dann erstmals ein elektronisches Wahlverfahren zum Einsatz. Es ging um die Bürgermeisterwahlen in Duma. An anderer Stelle kam es zu Wahlen, über die Errichtung weiterer Metro-Stationen in der Stadt Troitsk.

Russland zeigt schon lange Ambitionen hin zu Regulationen für Kryptowährungen. Allerdings verfolgt die russische Regierung diese Ambitionen bislang nicht mit einer kohärenten Strategie. Im März dieses Jahres verkündete beispielsweise die Nationalbank Russlands, dass ein Verbot von Bitcoin (BTC) nicht machbar sei. Nur ein Monat früher drohte dieselbe Nationalbank mit der Schließung von Konten, die mit Kryptowährungen handeln.