Die Bank of England hat die geplanten Haltegrenzen für britische Stablecoins abgeschafft. Stattdessen gilt nun vorübergehend ein Limit von 40 Milliarden Pfund (52,9 Milliarden USD) für die Ausgabe eines einzelnen systemrelevanten Coins.
Diese Änderung erfolgte am Montag mit einem Entwurf zum Verhaltenskodex. Sie lockert eine Regel, die viele Emittenten besorgt hat. Trotzdem begrenzt Großbritannien weiterhin die Ausgabe von Stablecoins in eigener Währung, was weder die USA noch die EU tun.
Von Halte-Limits pro Nutzer zu einem einzigen Gesamt-Limit
Im November 2025 schlug die Zentralbank vor, das Halten pro Person auf 20.000 Pfund und für Unternehmen auf 10 Millionen Pfund pro Coin zu begrenzen. Emittenten kritisierten den Plan als teuer und schwer umsetzbar.
Die Kehrtwende erfolgte nach Druck aus dem eigenen Land. Im Juni forderte der House of Lords Financial Services Regulation Committee die Bank auf, die Limits zu überdenken. Das Gremium warnte, sie wichen von globalen Standards ab und hätten Krypto-Gründer alarmiert.
Nun ersetzt die Bank diese geplanten Halte-Limits durch ein Gesamt-Limit von 40 Milliarden Pfund pro Coin. Sie sagt, dieses Limit schützt Bankkredite und ermöglicht Haushalten und Unternehmen weiterhin freie Transaktionen.
Warum die britischen Stablecoin-Regeln einzigartig sind
Im internationalen Vergleich ist der Unterschied groß. Der US-GENIUS Act, der im Juli 2025 unterzeichnet wurde, schreibt vollständige Bar- und Treasury-Reserven vor, begrenzt aber nicht die Ausgabe.
Die europäischen MiCA-Stablecoin-Regeln setzen nur für Stablecoins in Fremdwährungen, die stark für Zahlungen genutzt werden, ein Limit. Dieses Limit soll den Euro schützen. Für Euro-Stablecoins selbst gibt es keine Begrenzung.
Damit bleibt Großbritannien das einzige Land, das eine Ausgabe-Beschränkung für Coins in der eigenen Währung festlegt. Es schirmt so einen Markt ab, der in Pfund Sterling bisher kaum existiert.
Laut EZB waren im November etwa 99% aller im Umlauf befindlichen Stablecoins auf den US-Dollar lautend.
Ein Angebotslimit betrifft den Emittenten, nicht den Nutzer. Selbst diese „mildere Form” von Stablecoin-Halte-Limits hat in anderen großen Volkswirtschaften kein Vorbild.
Die größere Herausforderung: Tokenisierung
Emittenten müssen Coins zu 70% mit kurzfristigen britischen Staatsanleihen und zu 30% mit Zentralbank-Einlagen absichern. Es dürfen keine Zinsen gezahlt werden, allerdings bleiben an Zahlungen gekoppelte Belohnungen erlaubt.
Diese Absicherungsregel wirkt sich auch auf den Markt für britische Staatsanleihen aus. Die Treasury und das Debt Management Office haben sterlingbasierte Stablecoins als potenzielle strukturelle Nachfrage für Treasury Bills eingestuft. Beide Institutionen planen deshalb neue kurzfristige Emissionen.
Coins, die überwiegend für den Handel genutzt werden, wie Tether (USDT) und USD Coin (USDC), unterliegen weiterhin der Financial Conduct Authority. Rückzahlungen müssen innerhalb von 24 Stunden nach einer vollständigen Anfrage abgewickelt werden.
Offen ist weiterhin, ob diese Coins Abwicklungen im Großhandelsmarkt ermöglichen können. Dieses Ergebnis wird die Tokenisierungs-Pläne des Landes beeinflussen, und die Bank erklärt, die Arbeit daran gehe weiter.
„Dies ist ein wichtiger Meilenstein, um mehr Auswahl und Innovation bei britischen Zahlungen zu ermöglichen … Das ist wahrlich ein weltweit führendes Regime”, so Sarah Breeden, stellvertretende Gouverneurin für Finanzstabilität bei der Bank. Das Regime schaffe Vertrauen in eine neue Geldform.
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Feedback zum Entwurf ist bis 22. September möglich. Die Bank möchte den Kodex bis Ende 2026 finalisieren. Damit bleibt der Zeitplan für Stablecoin-Regulierung 2026 in Großbritannien gültig, sodass die ersten Emittenten 2027 starten können.
Das bis dahin geltende Angebotslimit könnte bestimmen, ob Stablecoins auf Pfund Sterling in Großbritannien wachsen oder im Ausland stärker genutzt werden.









