Broadcom entwickelte OpenAIs ersten Chip in Rekordzeit, das Geld floss jedoch an andere Firmen

  • Broadcom und OpenAI präsentieren Jalapeño: OpenAIs erster eigener KI-Chip entsteht in nur neun Monaten mit Unterstützung der eigenen Modelle
  • Trotz der Überschrift: AVGO hinkt dem Chip-Sektor hinterher, laut Chaikin Money Flow fließt institutionelles Kapital in Micron und AMD statt in Broadcom.
  • Die Wall Street bleibt bullisch: Alle aktuellen Analysten empfehlen den Kauf, JPMorgan erhöht das Kursziel für Broadcom auf 580 USD, zuvor 485 USD.
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Broadcom (AVGO) und OpenAI haben Jalapeño vorgestellt, den ersten eigenen KI-Chip von OpenAI. Durch diesen Start erhält die Partnerschaft zwischen Broadcom und OpenAI eine zentrale Rolle im Wettbewerb um die Infrastruktur für KI.

Allerdings zeigen die Positionsdaten ein vorsichtigeres Bild, da Geldflüsse und relative Stärke belegen, dass große Investoren im Hintergrund eher Konkurrenten wie Micron und AMD bevorzugen, obwohl die Schlagzeilen Broadcom gehören.

Broadcom-Aktienkurse diese Woche
Broadcom-Aktienkurse diese Woche. Quelle: Google Finance
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Jalapeño bestätigt Broadcoms gesamte KI-Strategie

OpenAI hat Jalapeño komplett neu für die Verarbeitung von großen Sprachmodellen entwickelt, und Broadcom hat den Chip gebaut. Vom Entwurf bis zum Produktionsstart vergingen nur neun Monate, was die Unternehmen als schnellsten Zyklus dieser Art bei fortschrittlichen Halbleitern bezeichnen. Modelle von OpenAI selbst haben die Entwicklung zusätzlich beschleunigt.

Diese Geschwindigkeit ist wichtig, da sie den massiven Einsatz von Broadcom im KI-Geschäft bestätigt. Broadcom verkauft keine fertigen KI-Chips wie Nvidia (NVDA). Stattdessen entwickelt das Unternehmen zusammen mit einem einzelnen Kunden maßgeschneiderte Chips, sogenannte ASICs, und erhält dafür Vergütungen aus Design und Fertigung.

Jalapeño zeigt, dass dieses Modell einen modernen Chip sehr schnell liefern kann. Jede größere KI-Forschungseinrichtung hat nun einen Grund, ihren eigenen Chip zusammen mit Broadcom zu entwickeln, anstatt nur Nvidia-GPUs zu kaufen.

Broadcom-CEO Hock Tan erklärte, dass die Einführung „das Geschäftsmodell sehr gut bestätigt”, nach dem künftig jeder „Modellentwickler” und „Vorreiter bei Modellen” sein eigenes Silizium entwickelt und produziert, einfach weil „sie es viel besser machen können”.

Die zugrunde liegenden Zahlen sind massiv. Erste Tests zeigen eine Leistung pro Watt, die „deutlich besser” als der aktuelle Stand der Technik ist. Die Plattform soll ab Ende 2026 im Gigawatt-Maßstab mit Microsoft und weiteren Partnern eingesetzt werden.

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Der Impuls ist also echt, und das Narrativ zur Broadcom-Aktie ist stark. Allerdings stimmen die Flussdaten nicht vollständig damit überein.

Geldflüsse sprechen für Micron und AMD, nicht für Broadcom

Trotz der Schlagzeilen bleibt AVGO hinter dem eigenen Sektor zurück. Die relative Stärke, gemessen am Chip-Benchmark SOXX mit 100, liegt bei 53,6. Die Aktie entwickelt sich also schwächer als die Gruppe, selbst an ihrem Nachrichtentag.

AVGO Relative Stärke vs. SOXX
AVGO Relative Stärke vs. SOXX: Charlie Quant Lab

Der Grund zeigt sich in den Flussdaten. Der Chaikin Money Flow (CMF), der als Indikator für institutionellen Kauf- und Verkaufsdruck dient, beträgt für AVGO -0,006. Ein negativer Wert signalisiert Verteilung, also fließt mehr Geld aus der Aktie ab, als hineinfließt.

Der Vergleich zu den Wettbewerbern zeigt das deutlich. Der CMF liegt bei AMD bei +0,169 und bei Micron (MU) bei +0,076, beide im Bereich der Akkumulation. Die Micron-Aktie erhält aktuell viel Aufmerksamkeit nach starken Quartalszahlen.

Große Investoren gehen aktuell eher in die Hersteller, die mit Speicher und GPUs verbunden sind, nicht in Broadcom.

Akkumulation vs. Verteilung CMF
Akkumulation vs. Verteilung CMF: Charlie Quant Lab

Dies geschieht, weil der Jalapeño-Erfolg eine langfristige Geschichte ist. Die Einführung beginnt Ende 2026, daher legen Trader, die auf kurzfristige Dynamik setzen, ihr Geld aktuell lieber anderswo an.

Allerdings verkauft auch nicht jeder Teil des Marktes Broadcom.

Perpetual-Trader und Analysten bleiben bullisch für die Broadcom-Aktie

Bei Nansen sind sogenannte Smart-Money-Perpetual-Trader bei AVGO netto mit etwa 165.000 USD im Plus. Die Long-Positionen sind mehr als fünfmal so groß wie die Short-Positionen.

Die Position fällt klein aus und verteilt sich auf lediglich zwei Wallets, daher ist die Überzeugung nicht stark. Dieselben Akteure sind jedoch bei Nvidia (NVDA) deutlich netto short mit etwa 14 Millionen USD. Das spricht dafür, dass sie Broadcom aktuell als bessere kurzfristige Investition in diesem Segment sehen.

AVGO-Perpetuals
AVGO-Perpetuals: Charlie Quant Lab

Die Lage an der Wall Street zeigt sich stabiler. Alle aktuellen Analysten-Einschätzungen für die Aktie sind positiv. Harlan Sur von JPMorgan hat sein Kursziel für die Broadcom-Aktie auf 580 USD von 500 USD erhöht, Oppenheimer liegt bei 535 USD und UBS bei 485 USD. Der Kurs der Aktie liegt aktuell bei etwa 390 USD und ist in diesem Jahr ungefähr um 10 % gestiegen.

Analysten-Ziele für AVGO
Analysten-Ziele für AVGO: TipRanks

Die Situation ist klar. Der Jalapeño-Chip und einheitlich positive Bewertungen sprechen für eine positive Entwicklung, doch der negative Chaikin Money Flow von -0,006 und die relative Stärke von 53,6 gegenüber SOXX mahnen zur Vorsicht. Wenn der Zufluss institutionellen Kapitals wieder über Null steigt, wird Broadcom wieder als bullisch betrachtet.

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Diese Analyse spiegelt die redaktionelle Interpretation der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationen und Daten durch BeInCrypto wider und kann veralten. Sie ist allgemeiner Natur und nicht personalisiert, berücksichtigt nicht Ihre persönlichen Umstände und stellt weder Anlageforschung noch Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot oder eine Empfehlung dar. Prognosen, Kursziele, technische Analysen und zukunftsgerichtete Aussagen sind ungewiss und treten möglicherweise nicht ein; vergangene Wertentwicklungen und Indikatoren lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Ergebnisse zu. Verweise auf Vermögenswerte, Produkte oder Anbieter implizieren keine Billigung. Krypto-Assets und Finanzprodukte können zum Totalverlust führen. Überprüfen Sie wesentliche Informationen, bevor Sie handeln.

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