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CEO von FTX beschreibt Yield Farming als Schneeballsystem

3 min
Aktualisiert von Alexandra Kons
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IN KÜRZE

  • Der CEO von FTX beschreibt Yield Farming als Schneeballsystem.
  • Die zynische Beschreibung des Bereiches reduziert Yield Farming auf "magische" Boxen aus Geld.
  • Magie ist leider nicht real, auch nicht in DeFi.
  • promo

Sam Bankman-Fried, CEO von FTX, erklärte, was genau Yield Farming ist. Aufmerksamen Zuhörern der Odd Lots Podcasts Folge vom 25. April ist dabei aufgefallen, dass die Erklärung von Bankman-Fried die Definition eines Schneeballsystems wie aus dem Lehrbuch sein könnte.

Die skurrile Episode begann mit einer Unterhaltung mit dem früheren Goldman-Sachs Investmentbanker Matt Levine. Levine fragte Bankman-Fried lediglich, wie Yield Farming funktioniere. Damit brachte er den CEO von FTX dazu, eine fragwürdige Beschreibung des „X-Token“ zu liefern. Der imaginäre Token, der aus einer Box kommt, die im wahrsten Sinne des Wortes nichts tut.

Obwohl sie keinerlei Nutzen hat, erklärt Bankman-Fried, dass der X-Token die Welt verändern wird. Im Jargon der Schneeballsysteme bezeichnet man diesen Prozess als “das Verkaufen eines Traums”. Betrüger nutzen diese Technik, um ihre Opfer anzulocken und von ihrem Plan zu überzeugen.

“Sie fangen mit einem Unternehmen an, das eine Box baut. Diese Box werden sie wahrscheinlich so ausschmücken, sodass es aussieht als wäre sie lebensverändernd. Du weißt schon, weltverändernde Protokolle, die alle großen Banken innerhalb der nächsten 38 Tage ablösen können und so weiter. Ignoriere das einfach für den Moment oder tu so, als hätte die Box wirklich keinen Nutzen. Es ist einfach nur eine Box…”, fängt Bankman-Fried an.

“… Und dann erstellt dieses Protokoll einen Token. Nennen wir ihn “X-Token”. Und der X-Token verspricht, dass alles, was mit dieser Box passiert, durch Governance-Abstimmungen von den Haltern des Tokens genutzt werden kann. Sie können darüber abstimmen, was mit den Einnahmen passiert oder wie es mit der Box weitergehen soll. Und natürlich haben wir bisher noch keinen überzeugenden Grund geliefert, warum diese Box irgendwelche Einnahmen kreieren sollte. Aber die Sache ist, irgendwann wird es vielleicht Einnahmen geben und das ist die Grundlage, auf der sie aufbauen.”

Ein Konzept, das die Welt verändern wird

Bis zu diesem Punkt in seiner Beschreibung hat Bankman-Fried nur eine Box erschaffen, die keinen Nutzen hat und einen Token innerhalb dieser Box kreiert. Wie geht es weiter, abgesehen davon, dass dieses Konzept die Welt verändern wird?

“Also, jeder der kommt, nimmt ein bisschen Geld, legt es in die Box. Es wird tägliche Airdrops geben. 1 % der X-Token, anteilsmäßig verteilt unter denen, die Geld in die Box gesteckt haben. Für den Moment ist das alles, was der X-Token macht. Er wird an die Leute, die investiert haben, weitergegeben.”

Bankman-Fried will nun der Box ohne Nutzen ein Market Cap zuweisen. “Nun, der X-Token hat eine gewisse Marktkapitalisierung, oder? Wahrscheinlich liegt die nicht bei null. Sagen wir es ist eine Marktkapitalisierung von 20 Millionen US-Dollar…”

Yield Farming - Ein Bild von BeInCrypto.com
Yield Farming – Ein Bild von BeInCrypto.com

“Moment, zu Beginn sollte sie bei null liegen”, unterbricht Matt Levine. “Wenn sie es auf diese völlig zynische Art beschreiben, klingt es als müsste es bei null liegen. Aber machen sie weiter.”

“Wenn man es so beschreibt, könnten sie zum Beispiel denken, dass sie innerhalb von fünf Minuten mit einer Internetverbindung solch eine Box und einen Token kreieren könnten”, erklärt Bankman-Fried. “Als ob Magie mit im Spiel wäre. Wie kommen sie am Anfang auf ein Market Cap von 20 Millionen US-Dollar? Aber wie auch immer, lassen wir das für eine Sekunde gut sein… Wenn der Gesamtbetrag in der Box 100 Millionen US-Dollar beträgt, dann werden dieses Jahr 16 Millionen US-Dollar in Form von X-Token herausgegeben. Das entspricht einer Rendite von 16 %. Das ist ziemlich gut. Stecken wir also ein bisschen mehr rein, oder? Und das geht dann so lange bis, sagen wir, 200 Millionen US-Dollar in der Box sind. Also, erfahrene Trader und/oder Leute auf Krypto Twitter, oder irgendwelche anderen Interessierten, kommen und zahlen gemeinsam 200 Millionen US-Dollar in die Box ein. Und dafür bekommen sie diese X-Tokens.”

Aber Moment, da gibt es ja noch mehr. Je mehr in die Box investiert wird, umso mehr Geld wird ausgezahlt und umso höher steigt der Preis für den Token.

“Die Menschen denken sich ‚10x ist Wahnsinn. 1x ist die Norm.‘ Und dann, steigen die Preise für den X-Token. Und jetzt ist die Marktkapitalisierung bei 130 Millionen US-Dollar, weil die Menschen wie irre in die Box einzahlen. Ganz plötzlich denken dann die Smart Money Leute: oh, wow, das Ding wirft 60 % im Jahr in X-Token ab. Natürlich nehme ich da meinen 60 % Ertrag mit, oder? Also gehen sie hin und stecken weitere 300 Millionen US-Dollar in die Box… Dann geht das immer so weiter. Und alle verdienen damit Geld.”

Das Geld geht bis ins Unendliche. Für manche Menschen klingt das vielleicht wie eine Art Voodoo-Wirtschaft, oder eine Buzz-“bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter”-Lightning Wirtschaft. Oder sogar wie ein gutes altes Schneeballsystem. Laut Bankman-Fried ist es jedoch das magische Geld des “Yield Farmings” und der Boxen ohne Nutzen.

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Robert Knight
Robert D. Knight ist Journalist und Texter, der sich seit über vier Jahren dem Krypto-Bereich widmet. Seine vielfältigen Erfahrungen umfassen Agenturarbeit und PR im Blockchain-Bereich.
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