Gold (XAU) hat am 11. Juni ein neues tieferes Tief bestätigt und damit den Abwärtstrend, der bei seinem Rekordwert von 5.598 USD begann, fortgesetzt. Der Markt-Intelligence-Experte Clem Chambers warnt, dass das Edelmetall weiter fallen könnte wie eine ausgebrannte Rakete.
Aktuell notiert Gold bei etwa 4.324 USD, der Kurs ist im Tagesverlauf kaum verändert. Ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran hat die geopolitischen Spannungen verringert, die zuvor für den rasanten Kursanstieg gesorgt hatten. Die technische Analyse zeigt jetzt auf mehreren Zeitebenen nach unten.
Clem Chambers: Eine Rakete kommt herunter wie ein Stein
Chambers, Mitglied im BeInCrypto Market Intelligence Experts Council, beschreibt die Entwicklung als Beispiel für eine sogenannte parabolische Korrektur. Er meint, der Aufschwung basierte auf geopolitischen Faktoren und Sanktionen, die nun zügig an Bedeutung verlieren.
Sein zuletzt veröffentlichter langfristiger Chart zeigt den steilen Anstieg bis rund 5.500 USD und den anschließenden, starken Rücksetzer. Ein Pfeil mit der Aufschrift „Nicht unmöglich” weist auf weiteres Abwärtspotenzial hin.
In einem exklusiven Kommentar für BeInCrypto erklärt Chambers, Silber sei weiter und schneller gestiegen, da Retail-Trader die schnelle Bewegung bevorzugt hätten. Dennoch betont er, seine Vorsicht richte sich gegen parabolische Charts, nicht gegen Gold und dessen langfristigen Wert.
„Gold ist wie eine Rakete nach oben geschossen und wirkt jetzt, als würde es das tun, was Raketen-Charts meist machen: wie ein Stein nach unten kommen. Die Bewegung von Gold war getrieben von Geopolitik und Sanktionen. Wenn dieser Druck nachlässt, lässt auch die Nachfrage nach Gold und damit das Narrativ nach. Silber ist weiter und schneller gelaufen als Gold, weil Retail-Investoren immer das schnellere Pferd bevorzugen. Ich bin langfristig nicht bärisch für Gold, sondern nur für parabolische Charts.”
Tages-Chart bestätigt neues tieferes Tief bei Gold
Das Tages-Chart bleibt klar bärisch. Gold hat seit dem Rekord am 29. Januar bei 5.598 USD tiefere Hochs und tiefere Tiefs gebildet.
Am 11. Juni hat Gold ein neues tieferes Tief markiert und Unterstützung am 0,786-Fibonacci-Level bei etwa 4.044 USD bestätigt. Dabei ging auch die wichtige Unterstützung am 0,618-Fibonacci-Level bei rund 4.376 USD verloren.
Die zuvor gebrochene Unterstützung fungiert jetzt als Widerstand. Dieser liegt zudem auf Höhe des fallenden Trends, der seit dem Allzeithoch jede Rallye begrenzt hat. Der Relative Strength Index (RSI) steht bei 44 und erholt sich vom überverkauften Bereich.
Das Level um 4.044 USD ist nun die entscheidende Unterstützung für bullische Investoren. Ein Bruch darunter könnte den Weg zur 3.621-USD-Extension öffnen. Ein Tagesschluss deutlich über 4.376 USD würde das bärische Szenario hingegen abschwächen.
4-Stunden-Chart zeigt Test des bärischen Kanals
Auch das 4-Stunden-Chart bestätigt den Trend und zeigt einen Ausbruch nach unten aus einem abwärts gerichteten, parallelen Kanal. Dieses Signal deutete auf ein Ziel knapp unter 4.000 USD, das mit dem Tief am 11. Juni fast erreicht wurde.
Eine schnelle V-förmige Erholung hat XAU inzwischen zurück an das untere Ende des Kanals getragen. Jetzt steht ein Test der Mittellinie an, die mit dem 0,618-Fibonacci-Widerstand zusammenfällt.
Beim Moving Average Convergence Divergence (MACD) steht ein bärischer Schnitt kurz bevor. Ein klarer Abprall an diesem Punkt würde eine Trendfortsetzung begünstigen, während eine Rückeroberung von 4.376 USD das bärische Szenario vorerst stoppen könnte.
Trader beobachten nun, ob die Erholung an der Mittellinie abprallt oder diese überwinden kann. Die kommenden Sessions sollten darüber Klarheit für das Edelmetall bringen.









