Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Dienstag eine neue Verordnung für Krypto-Assets vorgeschlagen, die einen rechtlichen Weg für Token-Verkäufe an US-Investoren sowie einen formalen Ausstieg aus der Wertpapierbehandlung eröffnet.
Der Ausstiegsmechanismus stand im Mittelpunkt des langen Rechtsstreits der SEC mit Ripple wegen XRP. Der Vorschlag vom Dienstag würde jahrelange Gerichtsprozesse durch schriftliche Bedingungen ersetzen.
Was die neuen SEC-Krypto-Regeln für Token-Emittenten bieten
Der Vorschlag sieht zwei Ausnahmen von der Registrierungspflicht nach dem Securities Act vor:
- Eine einmalige Option erlaubt das Einwerben von bis zu 5 Millionen USD innerhalb von vier Jahren.
- Ein zweiter Weg ermöglicht bis zu 75 Millionen USD innerhalb von 12 Monaten.
Beide Varianten verlangen von den Projekten verständliche Angaben und Beschreibungen für Investoren.
Projekte, die die größere Ausnahme nutzen, müssen zudem Finanzberichte veröffentlichen und laufende Berichte einreichen. Für diese Angebote und bestimmte Folgeverkäufe würden die Bundesregeln die Anforderungen der US-Bundesstaaten ersetzen.
Die Struktur erinnert in Teilen an die Zeit der Initial Coin Offerings (ICO). Damals sammelten Projekte Milliarden von der Öffentlichkeit, bevor die Regulierung dieses Vorgehen unterband. Diesmal setzen jedoch Dollar-Grenzen und Offenlegungspflichten von Beginn an klare Rahmen.
Das Paket baut auf der gemeinsamen Token-Taxonomie auf, die SEC und Commodity Futures Trading Commission (CFTC) am 17. März vorgelegt hatten.
In dieser Auslegung wurde dargestellt, wie ein Krypto-Asset ohne Wertpapier-Status ein Investmentvertrag werden kann oder diesen Status wieder verlässt, also wie der rechtliche Rahmen einen Token-Verkauf unter das Wertpapiergesetz bringt. Die öffentliche Konsultation ist ab Veröffentlichung im Bundesregister für 60 Tage offen.
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Die durch XRP bekannt gewordene Frage erhält eine schriftliche Antwort
Die SEC verklagte Ripple im Jahr 2020 und argumentierte, dass der XRP-Verkauf ein nicht registriertes Wertpapierangebot war. Richterin Analisa Torres entschied 2023, dass XRP selbst kein Wertpapier ist, auch wenn einzelne institutionelle Verkäufe die Grenze überschritten hatten. Das Verfahren wurde im August 2025 abgeschlossen.
Dieses Ergebnis hinterließ eine Unsicherheit, die jedes Projekt seitdem betrifft: Ein Token könnte vor Gericht den Wertpapierstatus verlieren, doch es gab keine Regel, die Emittenten diesen Weg ohne Richter aufzeigte.
Der vorgeschlagene Safe Harbor schafft nun den fehlenden Mechanismus.
Sobald ein Team alle zugesagten oder unverzichtbaren Managementaufgaben abgeschlossen oder dauerhaft beendet hat, unterliegt der Vermögenswert nicht mehr einem Investmentvertrag.
„Im Einklang mit den früheren Auslegungen der Kommission würde dieser Vorschlag auch einen Safe Harbor bieten, sobald ein Emittent alle wesentlichen Managementaufgaben abgeschlossen oder dauerhaft eingestellt hat, die er unter einem Investmentvertrag zugesagt oder angekündigt hatte”, sagte SEC-Vorsitzender Paul S. Atkins in der Pressemitteilung.
Die Märkte zeigten zunächst kaum eine Reaktion. XRP notiert bei etwa 1 USD und bewegt sich damit kaum innerhalb von 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung liegt bei 62,7 Milliarden USD und belegt den sechsten Platz insgesamt. Der Token bleibt deutlich unter dem Rekordwert von 3,65 USD im Juli 2025.
Der Fokus liegt nun auf der Kommentierungsphase sowie auf dem US-Kongress, wo der CLARITY Act – ein Gesetzesentwurf über die Marktstruktur für digitale Vermögenswerte – auf eine Abstimmung im Senat wartet. Die endgültigen Bedingungen des Safe Harbor werden entscheiden, ob Emittenten, die ihre Tokens bislang außerhalb der USA ausgegeben haben, Token-Verkäufe wieder in die USA zurückbringen.









