Coinbase-CEO: Bullische Bitcoin-Prognose trifft auf Gegenwind auf der Blockchain

  • Coinbase-Chef Brian Armstrong: Bitcoin-Kurs findet voraussichtlich bei 60.000 USD einen Boden
  • Ein BeInCrypto-Makromodell bewertet Bitcoin als besonders günstig im Vergleich zu Aktien und dem US-Dollar
  • Ruhiges Sentiment und Holder-Daten bestätigen keine Kapitulation, Boden bleibt unbestätigt
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Der Coinbase-Chef Brian Armstrong gibt eine bullische Bitcoin-Prognose ab und sieht einen wahrscheinlichen Boden nahe 60.000 USD.

Ein Makro-Modell von BeInCrypto stimmt zu, dass Bitcoin aktuell günstig bewertet ist. Allerdings zeigen zwei On-Chain-Indikatoren, dass die typische Kapitulation, die frühere Böden markiert hat, noch nicht erreicht wurde.

Eine Coinbase-Bitcoin-Prognose auf Basis des Vier-Jahres-Zyklus

Die Bitcoin-Prognose von Coinbase stützt sich auf die Zyklushistorie, nicht auf ein Kursziel. CEO Brian Armstrong geht davon aus, dass Bitcoin den Boden bereits erreicht hat.

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Seine Begründung basiert auf dem Bitcoin-Vier-Jahres-Zyklus. In diesem Zyklus wechselte die Kryptowährung seit 2012 zwischen bullischen und bärischen Phasen. Für Armstrong sieht der aktuelle Kursrückgang von etwa 50 % seit dem Rekordhoch im Oktober aus wie ein typischer Zyklus und nicht wie ein Zusammenbruch. Der Bitcoin-Kurs liegt heute bei etwa 65.000 USD.

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Armstrong betonte zudem, dass er weiterhin bullisch bleibt und langfristig engagiert ist. Er betrachtet den Kursrückgang als normalen Vorgang.

Der Zyklus zeigt, an welchem Punkt sich der Markt zeitlich befindet. Er sagt jedoch nicht, ob der Markt sich wirklich wie an einem Boden verhält. Hier setzt ein Makro-Modell an.

Makro-Modell sieht Wert, aber noch keinen Boden

Das exklusive BTC Macro Bottom Dashboard von BeInCrypto bewertet, ob Bitcoin im Verhältnis zum größeren Umfeld günstig oder teuer ist. Es kombiniert drei Faktoren.

Der erste Faktor ist die makroökonomische Abweichung: der Unterschied zwischen Bitcoin und einem Mix aus S&P 500 und US-Dollar. Steigen die Aktienmärkte und ist der Dollar schwächer, profitieren in der Regel Risiko-Assets. Liegt Bitcoin unterhalb dieses Mixes, gilt es als unterbewertet.

Der Indikator steht jetzt bei 89,55, was ein sehr hoher Wert ist. Das spricht dafür, dass Bitcoin deutlich unter dem vom Makroumfeld unterstützten Niveau gehandelt wird.

Der zweite Faktor misst die Korrelation, also wie eng Bitcoin diesem Aktien- und Dollar-Korb folgt. Die Skala reicht von 0 bis 1, wobei 1 eine perfekte Gleichläufigkeit bedeutet.

Mit einem Wert von 0,79 ist die Verbindung stark und Bitcoin zeigt sich wie ein High-Beta-Asset. Solche Vermögenswerte steigen normalerweise schneller als der Markt, wenn die Risikobereitschaft zurückkehrt. Bei festen Aktienkursen und weichem Dollar sollte Bitcoin daher vorne liegen. Das Zurückbleiben macht die Abweichung günstig, und die hohe Korrelation sorgt für Verlässlichkeit dieser Einschätzung.

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In diesem Punkt stimmt das Modell mit Armstrong überein. Er sieht 60.000 USD als Boden, das Modell bewertet dieses Niveau ebenfalls als günstig.

BTC Macro Bottom Dashboard
BTC Macro Bottom Dashboard: TradingView

Der dritte Faktor ist die Bitcoin-Kapitulation. Dieser Wert beobachtet Panikverkäufe, indem er den Kurs mit dem langfristigen Trend vergleicht. Aktuell zeigt der Wert null an, der Kurs liegt noch oberhalb des Trends. Es gab keinen Ausverkauf und Schlüssel-Indikatoren auf der Blockchain, die später behandelt werden, zeigen das ebenfalls.

Durch diese Lücke sinkt die Gesamtbewertung des Dashboards auf 50,4 auf einer Skala von 0 bis 100. Das Ergebnis ist neutral, selbst wenn die Einschätzungen zu günstigen und verlässlichen Werten führen. Das Modell sieht den Wert, aber noch keinen bestätigten Boden.

Ein Modell bietet eine Sichtweise. Das On-Chain-Muster liefert eine andere Perspektive auf die Bitcoin-Prognose, besonders wenn es um Panik im Markt geht.

Negatives Sentiment stieg am Tief nicht an

Eine zweite Auswertung erschwert die Analyse zum Bitcoin-Boden. Das negative Bitcoin-Sentiment ist ein Indikator von Santiment, der die Häufigkeit bärischer Kommentare zur Kryptowährung misst. Während des Tiefs im Juni blieb die Lage ruhig.

Am 5. Februar stieg der Wert mit 1.908 auf den höchsten Stand seit einem Jahr, während Bitcoin ein früheres lokales Tief markierte. Solche Spitzen bei der Angst gehen oft mit einer Kapitulation einher.

Im Juni fiel Bitcoin auf einen tieferen Kurs um 60.000 USD, doch der Indikator stand nur bei etwa 88. Das neue Tief war also mit weniger Angst verbunden.

Bitcoin-Kurs vs. negatives Sentiment
Bitcoin-Kurs vs. negatives Sentiment: Santiment

Echte Böden entstehen meist bei massiver Panik, wenn das Sentiment deutlich steigt. Der Wert kann also noch deutlich höher klettern. Ein erneuter Anstieg auf das Niveau vom Februar könnte eine Kapitulation anzeigen. Bisher ist das nicht passiert.

Diese Ruhe misst jedoch nur die Stimmung. Entscheidend ist, ob langfristige Halter tatsächlich mit Verlust verkauft haben. Das ist die schwierigere Prüfung.

Langfristige Halter haben nicht kapituliert

Auch die Daten zu den Haltern zeichnen ein ähnliches Bild. Der Long-Term Holder Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) ist eine Kennzahl von Glassnode. Sie zeigt an, ob Coins, die über Monate gehalten werden, insgesamt im Plus oder im Minus stehen. In diesem Zyklus blieb der Wert nie negativ.

Ein Wert über null bedeutet, dass diese Halter noch Buchgewinne aufweisen. Ein Wert unter null zeigt, dass sie im Minus sind. Diese Phase hat frühere Bitcoin-Böden gekennzeichnet.

Langfristige Halter NUPL Verlauf
Langfristige Halter NUPL Verlauf: Glassnode

Beim Tiefpunkt im November 2022 fiel die Kennzahl auf etwa -0,24. Halter waren stark im Verlust, darauf folgte ein wichtiger Boden. Diesmal lag das Tief Anfang Juni bei etwa +0,19 und steht nun bei etwa +0,22. Langfristige Halter blieben währenddessen stets im Gewinn, daher hat es die starke Kapitulation wie bei früheren Tiefs nicht gegeben. Das stimmt mit dem Makro-Dashboard von BIC überein.

Langfristige Halter NUPL, ein Jahr
Langfristige Halter NUPL, ein Jahr: Glassnode

Beide On-Chain-Indikatoren zeigen nun in die gleiche Richtung. Weder die Menge noch die langfristigen Halter haben bisher die Panik gezeigt, die einen Boden bestätigt.

Was die Bitcoin-Prognose bestätigen würde

Die Trennung ist klar. Makroverwerfungen und eine starke Korrelation sprechen dafür, dass der Bitcoin-Kurs günstig ist, was zu Armstrongs bullischer Einschätzung passt.

Allerdings zeigen weder das Sentiment noch langfristige Halter eine Kapitulation, und der Panik-Input im Dashboard liegt bei null. Jeder frühere Zyklustiefpunkt verband einen günstigen Wert mit einem Ausbruch von Furcht. Dieses Mal gibt es den Wert, aber keinen Einbruch der Panik.

Damit Armstrongs Bitcoin-Prognose bestätigt wird, müsste diese fehlende Kapitulation noch kommen. Der NUPL müsste nahe null fallen, eventuell sogar in den negativen Bereich. Das negative Sentiment müsste deutlich steigen, und das Dashboard müsste eine Kapitulation anzeigen.

Das Tief im Juni bei etwa 59.291 USD ist die entscheidende Marke. On-Chain-Unternehmen CryptoQuant sieht eine noch günstigere Zone beim realisierten Kurs von etwa 53.600 USD. Etwa dort könnte eine Kapitulation sichtbar werden.

Eine größere Basis aus institutionellen Haltern und ETFs könnte dennoch dazu führen, dass Bitcoin nur einen weniger starken Boden als 2018 oder 2022 ausbildet. Dadurch wäre Armstrongs Annahme früh, aber am Ende richtig. Das aktuelle Juni-Tief unter 60.000 USD trennt einen bestätigten Boden von einer letzten Kapitulationswelle in Richtung 53.600 USD, die dann endgültig einen Boden markieren würde.


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Haftungsausschluss

BeInCrypto verpflichtet sich zu einer genauen, unvoreingenommenen Berichterstattung, aber die Marktbedingungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Führen Sie immer Ihre eigenen Nachforschungen durch und konsultieren Sie einen Fachmann, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen. Außerdem bietet die vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

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