Justin Sun hat ein ein eigenes Liquidity Mining Programm über sein Blockchain-Netzwerk Tron (TRX) auf den Weg gebracht. Er benannte die Plattform, wer hätte etwas anderes erwartet, nach sich selbst.

Seit dem 2. Februar können die Besitzer von TRX ihre Coins über die Webseite sun.market staken und erhalten dafür eine Auszahlung in Form von SUN Tokens. Zur Stunde wurden bereits etwas über 6 Mrd. TRX (~200 Mio. USD) angelegt.

Viel Hype, wenig Funktion

Das Whitepaper von SUN umfasst gerade einmal vier Seiten. Im Gegensatz dazu bemühten sich viele der jüngsten Yield Farming und Liquidity Mining Plattformen nicht einmal darum, eine ausführliche Produktbeschreibung anzufertigen. Allerdings erfährt man aus dem SUN Whitepaper auch nicht sonderlich viel darüber, welche Funktion der neue Token haben soll.

Das Whitepaper beschreibt die Plattform als “soziales Experiment mit unbegrenzten Vorstellungen”. Insgesamt beschreibt das Dokument fast ausschließlich, wie SUN Tokens verteilt werden, aber nicht wofür sie nützlich sein sollen. In gerade einmal drei kurzen Sätzen wird angeschnitten, dass die Plattform mit existierenden DeFi-Projekten auf der TRON Blockchain zusammengeschlossen werden sollen und SUN dort als Governance Token verwendet wird.

Justin Sun gilt als eine der polarisierendsten Figuren in der Krypto-Szene, was auch auf seine Projekte abfärbt. Obwohl seine Projekte eine eifrige Fanbasis haben, muss sich Sun zumindest die Frage gefallen lassen, warum er laufend neue Tokens über TRON herausbringt, anstatt ein wirtschaftliches Ökosystem um seine bestehenden Projekte herum aufbaut.

Im Grunde würden sich wohl auch die exisiterenden Tokens TRX der TRON Blockchain, oder JST der Stablecoin-Plattform JUST für die Governance eines größeren DeFi-Ökosystems eignen und durch Netzwerkeffekte eine insgesamt höhere Utility erzielen. Damit müsste Sun aber vermutlich auf den Hype verzichten, den die Herausgabe eines neuen DeFi-Tokens derzeit mit sich bringt.

TRON (TRX) Pump and Dump

Nach dem Start der ersten Phase des Plattform (“Genesis Mining”) am 2. September und der daraus folgenden hohen Nachfrage gab es einen deutlichen Anstieg des TRX-Kurses. Allerdings fiel der Kurs in den letzten 24 Stunden wieder um -26,3 % nach unten.

TRX-Kursentwicklung der letzten sieben Tage. Quelle: Coingecko.

Im Moment bleiben die auf sun.market angelegten TRX Coins noch bis zur Ende der Genesis Mining Phase (16. September) gesperrt. Im Anschluss daran werden sie wieder freigegeben. Zusätzlich akzeptiert die Plattform im Anschluss an diese Phase auch TRX, JST, USDJ, WIN, BTT als Einlagen.

Binance startet automatischen Kursmakler

Die weltgrößte Krypto-Börse Binance hat ebenfalls einen neuen Liquiditätspool gestartet. Binance Liquid Swap fungiert dabei als automatischer Kursmakler (“Market Maker”), welcher Swaps der Stablecoins USDT, BUSD und DAI ermöglicht. Über diese Funktion ermöglicht Binance den Umtausch von einer Stablecoin in eine andere mit einer vergleichsweise sehr geringen Handelsgebühr von gerade einmal 0,04 % im ersten Monat.

Im Anschluss an diese Testphase die Handelsgebühren auf 0,1 % erhöht, was der regulären Handelsgebühr auf Binance entspricht. Nutzer, welche dem Pool Liquidität beisteuern, erhalten dabei einen Anteil der Gebühren.

Derzeit zeigt der Liquiditätspool noch keine Rendite. Dies ist vermutlich dem Umstand geschuldet, dass derzeit noch sehr wenige Nutzer Gebrauch von den Swaps machen. Im Vergleich dazu erhalten Binance-Nutzer für die Kreditvergabe über die Börse derzeit einen Jahreszins zwischen 5 und 6 Prozent. Mit der Zeit wird sich zeigen, ob Liquid Swaps eine ähnliche Rendite liefern können.

Vorerst sind die Liquidity Swaps nur auf der zentralisierten Plattform von Binance verfügbar. Bei Erfolg könnte diese Funktion auch für die Binance DEX interessant werden.

yETH Vault überlebt ersten ETH-Preisschock

BeInCrypto berichtete in der Vergangenheit mehrfach über die Yield Farming Plattform yearn.finance. Kürzlich legte die Plattform einen Service auf, welcher hohe Renditen über eine komplexe Yield Farming Strategie für ETH-Einlagen verspricht.

Ein Risikopunkt für diese Strategie ist, dass der yETH Vault alle Einlagen verwendet, um über Maker DAO einen Kredit aufzunehmen. Dieser Kredit könnte liquidiert werden, falls der Kurs von ETH zu schnell fällt, allerdings versucht der Vault, die Besicherungsquote für den Kredit konstant bei mindestens 200 % zu halten, um dies zu vermeiden.

Bislang scheint dieser Mechanismus erfolgreich zu sein. In der Nacht auf den 2. Februar begann der ETH-Kurs um über 24 % abzustürzen. Als Antwort darauf zahlte der yETH Vault einen Teil der Kredite zurück. Derzeit steht die Besicherungsquote für den Vault bei 296 %. Ein erhöhtes Risiko für eine Liquidierung besteht daher nicht.

Kapital und Schulden des yETH Vaults. Quelle: zapper.fi.

Aufgrund des Preisrückgangs bei Ethereum ist allerdings auch die Jahresrendite des Vaults gefallen und steht zur Stunde “nur” noch bei 58,3 %. Seit unserem Test am 2. September hat der Vault auf eine Einlage von 0,225 ETH eine Rendite von 0,0004 Eth ausgeschüttet. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt dies geschätzt eine tatsächliche Rendite von rund 37 %.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet zur Stunde ein Total Value Locked (TVL) von 8,87 Mrd. USD (-1,9 %). Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (1,83 Mrd., +2,3 %), Maker DAO (1,47 Mrd., -2,6 %), Aave (1,43 Mrd., -1,3 %), Curve Finance (1,17 Mrd., -1,6 %) und yearn.finance (994 Mio., +5,7 %).

Stand: 4. September 2020, 22:35 Uhr.