Darknet Markets steigen in Popularität

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IN KÜRZE
  • Darknet Markets machen 400% mehr Umsatz als Q1 2019

  • Popularität von Mixing Diensten steigt um das 20-fache

  • Monero konnte nicht analysiert werden

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Das Darknet bleibt ein Paradis für Illegales. Mehr noch, die Popularität der Darknet Markets stieg stark im ersten Quartal 2020. Mittlerweile werden die Nutzer klüger und versuchen ihre Spuren zu verwischen.



Für die meisten Menschen ist das Darknet ein ominöses Geheimnis. Man stellt sich Nutzer vor, die mit Kapuzenpullovern vor dem Rechner sitzen und wild darauf herum hacken. Die Realität sieht hingegen banaler aus. Das Darknet ist dem normalen Internet sehr ähnlich, allerdings durch das TOR-Netzwerk erreichbar (The Onion Router) und verschleiert somit die Identität der Nutzer, wie IP-Addressen.

Darknet Marktes (kurz: DNMs) auf der anderen Seite gleichen den heutigen eCommerce-Seiten. Mit dem Unterschied, dass man dort Verbotenes erwerben kann. Als Zahlungsmethode dienen Kryptowährungen.



Nutzung von Darknet Markets steigt

Der Blockchain-Analyse Ableger von Bitfury, Crystal, veröffentlichte am 19. Mai 2020 einen Bericht über die Aktivitäten auf Darknet Markets. Crystal analysiert Blockchains und versucht Zahlungsströme zu verfolgen. Die Erkenntnis des jüngsten Berichts: Darknet Markets haben deutlich an Bedeutung gewonnen.

  • In Q1 2020 stieg das Transaktionsvolumen, gemessen in US-Dollar, um 65 Prozent, verglichen mit dem ersten Quartal 2019.
  • In Q1 2020 gewannen Mixer deutlich an Popularität und ihre Nutzung stieg um 19 Prozentpunkte auf 20 Prozent.
  • Darknet Entitäten schicken sich vermehrt untereinander Transaktionen. Von 10 Prozent im ersten Quartal des Vorjahr, kletterte die Zahl auf 19 Prozent in 2020.
  • In US-Dollar gemessen, stieg die Summe der empfangenen Zahlungen von 240 Millionen (Q1 2019) auf auf 384 Millionen (Q1 2020).
  • Seit Q1 2017 stiegt die Summe der Transaktionen, die Darknet Entitäten erhielten, um über 400 Prozent.
Quelle: Bitfury Crystal

Wie analysiert man Anonymität?

Da das TOR-Netzwerk die Identitäten der Nutzer verschleiert, brauchen Ermittler in der Regel andere Methoden, um Einblick zu erhalten.

Wacker hält sich noch der Mythos von “Bitcoin, dem anonymen Internetgeld“. Allerdings ist Bitcoin nicht anonym. Vielmehr handelt es sich um ein pseudonymes System. Das bedeutet, dass bei jeder Bitcoin Transaktion der Sender, Empfänger und der Transaktionsbetrag eindeutig in der Blockchain dokumentiert sind. Pseudonyme Transaktionen lassen sich daher relativ leicht nachverfolgen.

Um Zahlungsströme zu einem Händler im Darknet verfolgen zu können, müssen die Forscher lediglich dessen Bitcoin Adresse kennen. Der Rest ist eine einfache Suche in jedem herkömmlichen Blockexplorer.

Durch die Vorgaben der internationalen Financial Action Task Force sind Börsen verpflichtet ihre Kunden zu kennen (KYC-Prozess). Diese Informationen können bei der Blockchain Analyse herangezogen werden, um weitere Rückschlüsse auf Geldflüsse zu ziehen.

Mixer für Privatsphäre

Bitcoin Nutzer haben die Möglichkeit ihre Privatsphäre zu erhöhen: mit einem Mixer. Dieser tut genau das was der Name suggeriert. Er vermischt die Outputs der Nutzer und erschwert so eine eindeutige Analyse der Transaktionen. Deshalb spielen Mixer vor allem für Nutzer, die ihre illegalen Aktivitäten verstecken wollen, eine wichtige Rolle. Crystal dokumentierte einen massiven Anstieg in der Nutzung des Verschleierungsmechanismus.

Quelle: Bitfury Crystal

In US-Dollar gemessen, stieg die Summe der gesendeten Transaktionen an Darknet Entitäten um mehr als das Zwanzigfache (verglichen mit Q1 2019). Folglich steigt die Beliebtheit der Mixer im Darknet massiv. Ein Grund für den rapiden Anstieg könnte sein, dass Bitcoin-Mixing nutzerfreundlicher wird. Außerdem scheinen Darknet Nutzer mittlerweile aufmerksam geworden zu sein, dass Bitcoin ohne Zutun wenig Privatsphäre liefert.

Gegenüber Forbes äußerte die Chefin von Bitfury Crystal, Marina Khaustova, allerdings auch, dass sie unter bestimmten Umständen in der Lage wären gemixte Transaktionen zu verfolgen.

Ein unbekannter Betrag in Monero

Der Bericht von Bitfury Crystal bezieht sich vor allem auf Bitcoin. Jedoch kommen auf Darknet Markets auch andere Kryptowährungen zum Einsatz. Beliebt scheint hier vor allem der Privacy Coin Monero. Monero verschleiert standardmäßig die Herkunft, das Ziel und den Betrag jeder Transaktion. Dieser Umstand verhindert eine zuverlässige Analyse der Geldflüsse. Während Bitfury Crystal also Bitcoin, Litecoin, Ethereum und native Token analysieren kann, entzieht sich Monero der Analyse. Auf die berichteten Zahlen muss daher noch ein unbekannter Betrag an Monero addiert werden.

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Alex einen Bachelor von der Frankfurt School of Management & Finance im Studiengang Management, Philosophy & Economics. Seine Bachelorthese schrieb er über die Anwendungsfelder der Blockchain Technologie. Seit 2016 beschäftigt sich Alex intensiv mit Bitcoin, der Blockchain Technologie und anderen Kryptowährungen. Anfang 2018 begann Alex regelmäßig Inhalte in Schrift und Ton zur Krypto-Welt zu produzieren. Neben BeInCrypto führt er auch mehrere Podcasts.

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