Swerve Finance musste einen herben Rückschlag einstecken. Durch eine Governance-Abstimmung reduzierte Swerve die Ausschüttung weiterer Tokens um den Faktor 24.

In der Folge zogen viele Nutzer ihre Einlagen von der Plattform ab, da Swerve unter der verringerten Entlohnung nicht mehr attraktiv ist.

Governance-Abstimmung war Schuss in den Ofen

Normalerweise wird es als gutes Zeichen betrachtet, wenn die Inflationsrate einer Kryptowährung sinkt. Übernimmt die Inflation jedoch eine wichtige Funktion für einen Token, kann eine zu abrupte Senkung auch nach hinten losgehen.

Stellen Sie sich vor die Block-Entlohnung von Bitcoin hätte sich im Mai nicht halbiert, sondern wäre auf nur noch 4 % des ursprünglichen Wertes gefallen. Die Miner hätten in Scharen kapituliert. Was auf die Senkung der Entlohnung bei Swerve geschehen ist, kann man wohl als das DeFi-Pendant zu einer Massenkapitulation bezeichnen.

Zunächst verkündete Swerve über Twitter stolz die Senkung der Inflationsrate. Anstatt 4,5 Mio. SWRV pro Woche schüttet die Plattform jetzt nur noch 9 Mio. pro Jahr aus.

Die Freude währte jedoch nicht lange. Durch die niedrigen Entlohnungen kam Swerve zeitweise auf eine negative Rendite. Derzeit berichtet wieder CoinMarketCap eine zwar positive, aber mit 6,2 % relativ niedrige Rendite.

Darüber freut sich nun Curve Finance, von welcher Swerve ihren Quellcode kopierte.

Kurs und TVL von Swerve brechen ein

Aufgrund des Vorfalls verlor Swerve gut zwei Drittel ihres angelegten Kapitals und fiel auf 240 Mio. USD zurück.

Das wirkte sich natürlich auch auf den Kurs aus. SWRV pumpte im Vorfeld der Inflationsreduktion bis auf einen lokalen Höchststand von 4,57 USD. Nach dem Ereignis brach der Kurs sofort wieder ein und fiel bis zur Stunde auf 2,87 USD.

Kursverlauf von Swerve (SWRV) in den letzten 7 Tagen. Quelle: Coingecko.

Curve teilt Handelsgebühren gerechter auf

Curve Finance hat selbst eine Neuerung eingeführt. Dort werden die Handelsgebühren jetzt zu gleichen Teilen sowohl an Liquiditätsgeber, als auch an die Besitzer von CRV ausgezalt. Die Liquiditätsgeber erhalten ja bereits eine Entlohnung in Form von CRV. Daher bleibt für diejenigen, die ihre Tokens behalten alles beim Alten. Wer Tokens auf dem Sekundärmarkt dazu kauft, erhält durch die Änderung nun eine regelmäßige Dividende.

Der Markt nahm die Änderung sehr gut auf. CRV stieg in den letzten 24 Stunden um 18,6 % auf 1,49 USD.

Kursverlauf von Curve Finance (CRV) des letzten Tages. Quelle: Coingecko.

Uniswap: Cronje bietet sich als Delegierter an.

Um die Anzahl der Governance Tokens, welche auch tatsächlich an Abstimmungen teilnehmen, zu erhöhen, können Uniswap-Nutzer ihre Tokens an andere Mitglieder der Community delegierendelegieren. Jeder Nutzer mit mindestens einem Prozent des gesamten Stimmrechts kann dabei Vorschläge zur Abstimmung einreichen.

Der yearn-Gründer Andre Cronje hat als einer der ersten seinen Hut in den Ring geworfen. Tatsächlich hat Cronje konkrete Pläne, um die Tokenomics von Uniswap zu verbessern. Er erhielt enorme Unterstützung von Seiten der Community.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 9,77 Mrd. USD (+6,2 %). Der DeFiPulse Index steht bei 106,97 (-3,5 %).

Uniswap baut mit 1,94 Mrd. USD (+12,4 %) seinen Vorsprung auf alle anderen DeFi-Plattformen aus. Dahinter folgt Aave auf Platz 2 (1,32 Mrd., +1,5 %). Curve Finance (1,26 Mrd., +33,4 %) verdrängt Maker DAO (1,10 Mrd., -12,0 %) vom dritten Platz. Der größte Gewinner des Tages war jedoch yearn.finance, die sich mit 943 Mio. USD (+42,3 %) den fünften Platz zurückholte.

Laut CoinMarketCap haben Yield Farming Plattformen ein TVL von 3,29 Mrd. USD (+2,9 %). Die größten Plattformen sind Uniswap (1,32 Mrd.), Curve Finance  (550 Mio.), SushiSwap (472 Mio.) und yearn.finance (370 Mio.).

Stand: 20. September 2020, 3:05 Uhr.