DeFi unter Druck – Angelegte Summe fällt um 50%

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Seit dem Allzeithoch im Februar ist die in DeFi-Produkten angelegte Summe um die Hälfte gefallen. Bei MakerDAO kam es zu einer Welle von Liquidationen, bei denen insgesamt über $8 Millionen ohne Gegenwert den Besitzer wechselten.



Der “schwarze Donnerstag” auf den Kryptomärkten hat auch den Sektor des Dezentralen Finanzwesens (DeFi) erfasst. Dies führte zu einer Reihe von Problemen, von denen insbesondere die führende DeFi-Plattform MakerDAO betroffen war.

DeFi verliert 50%

DeFiPulse verfolgt die Kennzahlen der größten DeFi-Produkte auf Ethereum. Wie die Webseite vermeldet, ging die in DeFi-Produkten angelegte Summe im letzten Monat um 50% zurück und fiel dabei auf den niedrigsten Stand diesen Jahres von derzeit $537,2 Millionen.



Früher in diesem Jahr kam es zu einem enormen Anstieg der angelegten Summe, wobei mehrfach Rekorde gebrochen wurden. Der Sektor erreichte sein Allzeithoch am 15. Februar mit einer Summe von über $1,2 Milliarden.

Liquidationen bei MakerDAO

Die führende DeFi-Plattform MakerDAO war von dem Zusammenbruch des Kryptomarkts am Donnerstag am stärksten betroffen. Die Kreditplattform stützt sich darauf, dass Kreditnehmer eine Sicherheit in Form von Kryptowährung hinterlegen und darauf einen Kredit in Form einer Stablecoin (DAI) erhalten.

Da der Wert der Sicherheiten am Donnerstag stark nach unten fiel, konnten viele Kredite dadurch nicht mehr gedeckt werden und es kam zu automatischen Liquidationen. Dabei versteigert MakerDAO die Sicherheit, um den Kredit abzubezahlen.

Aufgrund der vielen Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain zur selben Zeit kamen nur wenige Gebote rechtzeitig an. Dadurch gab es bei einigen Auktionen nur einen einzigen Bieter, der sich die Sicherheit für praktisch keinen Gegenwert aneignen konnten. Das Krypto-Forschungsunternehmen Whiterabbit beschreibt den Vorgang in einem Blogartikel:

Wir zählen alle Auktionen, die mit einem Rabatt von 100% abgeschlossen werden als Nullgebote. Die Verluste von Auktionen mit Nullgebot belaufen sich insgesamt auf $8,325 Millionen. […] Von 3994 Liquidationen wurden 1462 mit einem Rabatt von 100% abgeschlossen. Folglich ging rund ein Drittel aller Liquidationen praktisch umsonst an ihre Käufer.

MakerDAO-Abschaltung wurde verhindert

Da die Kredite aufgrund der hohen Rabatte nicht mehr abbezahlt werden konnten, häuften sich bei MakerDAO Schulden an. Als letzten Ausweg können die Teilnehmer der DeFi-Plattform eine Notabschaltung vornehmen. In dem vorliegenden Fall konnte eine Abschaltung der Plattform verhindert werden. Stattdessen kam es zu einer Schuldenauktion, durch die MKR-Tokens geprägt und versteigert wurden, um die Schulden auszugleichen.

Kurz gesagt konnten sich wenige Teilnehmer an den Liquidationen bereichern. Dies traf einerseits die Kreditnehmer, die dadurch einen Teil ihrer Sicherheiten verloren haben. Insbesondere sind jedoch die Besitzer von MKR-Tokens die Leidtragenden, da ihre Tokens inflationär an Wert verloren haben. Dazu kommt, dass auch die Marktkapitalisierung von MKR in der letzten Woche um fast die Hälfte gefallen ist.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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