Neu veröffentlichte Unterlagen des US-Justizministeriums zeigen, dass Jeffrey Epstein offenbar 3,25 Millionen USD in Coinbase investiert hatte – und zwar über Mittelsmänner im Rahmen der Series-C-Finanzierungsrunde 2014. Damals erwarb er 195.910 Anteile, als das Unternehmen mit 400 Millionen USD bewertet wurde.
Diese Enthüllungen befeuern die Debatte über Transparenz sowie Sorgfaltspflichten in der Frühphase der Krypto-Branche, speziell zu fraglichen Geldern nach Epsteins Verurteilung 2008.
SponsoredInvestitionsstruktur verschleierte tatsächliche Eigentümer
Wie aus offiziellen DOJ-Dokumenten hervorgeht, floss Epsteins Investment durch eine Gesellschaft mit gewechseltem Eigentümernamen – wodurch seine Verbindung verschleiert wurde. Die Geschäftsführung von Coinbase wusste offenbar nichts von Epsteins Beteiligung, da die Mittel indirekt über Zwischenhändler eintrafen.
Den Dokumenten zufolge spielten die Blockchain-Capital-Gründer Bradford Stephens und Brock Pierce eine zentrale Rolle bei der Abwicklung. So konnte Epstein in ein führendes Krypto-Unternehmen einsteigen, ohne öffentlich aufzuscheinen.
Der Zeitpunkt der Investition erwies sich als lukrativ. Vier Jahre später bot Stephens an, die Hälfte von Epsteins Coinbase-Anteil bei einer Bewertung von 2 Milliarden USD zu übernehmen – was einem Erlös von 15 Millionen USD für 50 Prozent des ursprünglichen Pakets entsprach. Damit erzielte Epstein eine starke Rendite auf die anfänglichen 3,25 Millionen USD.
Brock Pierce bestätigte in E-Mails den Teilverkauf 2018. Epstein hielt danach Aktien im Wert von 15 Millionen USD, sodass er sowohl Bargeld als auch Anteile an Coinbase besaß und von der rasanten Wertsteigerung profitierte.
Strukturelle Schwächen bei Sorgfaltspflicht im Krypto-Start
Die Enthüllung wirft grundlegende Fragen auf: Wie konnten finanzielle Verschleierungen und Mittelsmänner fragwürdige Kapitalquellen in Krypto-Startups ihrer Anfangsjahre bringen? Zwar liegt Coinbase kein Fehlverhalten zu Lasten, doch belegt der Fall die Transparenzlücken in der noch jungen Kryptoindustrie.
SponsoredEin Branchenbeobachter bemerkte zu den weitreichenden Folgen von Epsteins Zugriff auf Investments nach der Verurteilung. Im Netz wurde zudem diskutiert, wie Epstein trotz Vergangenheit weiter Deals abschloss und das System funktionierte.
Die Analyse zeigt: Über Mittelsmänner hielt Epstein Einfluss in Technologiebereichen wie Kryptowährungen – trotz Vorstrafe. Die Konstruktion rund um Coinbase illustriert, wie gestaffelte Eigentumsverhältnisse mangelnde Sorgfaltspflicht unterlaufen können.
Seit 2014 hat sich die Kryptobranche dynamisch entwickelt: Heute fordern Regulierer und Anleger höhere Transparenz und stärkere Prüfungsmechanismen. Dennoch erinnern diese Dokumente an die Anfälligkeit früher Systeme für undurchsichtige Geldströme und unzureichende Kontrollen.
Konsequenzen für künftige Transparenzstandards der Branche
Die Erkenntnisse erscheinen zu einer Zeit, in der Krypto-Unternehmen weltweit zunehmende regulatorische Auflagen bezüglich Know-your-customer und Geldwäscheprävention erhalten. Die Epstein-Fälle verdeutlichen, wie leicht fragwürdige Herkunft damals unerkannt in das Ökosystem gelangte.
Mehrere E-Mails zeigen, dass Epstein breit in Technologie investierte – Coinbase war nur ein Element einer größer geplanten Strategie. Laut Dokumenten positionierte er sich als „Knotenpunkt“ neuer Systeme und Netzwerke.
Die Rolle prominenter Krypto-Akteure wie Stephens und Pierce bei der Ermöglichung der Beteiligung wirft Rückfragen über Wissen und Verantwortung im Finanzierungsnetzwerk der Frühjahre auf. Auch wenn die E-Mails keine eindeutigen Beweise über deren Kenntnis liefern, verdeutlichen sie die enge und oftmals intransparente Verflechtung der Beteiligten.
Während die Kryptowelt heute zunehmend auf Regulierungen und Offenlegung setzt, liefert die Verbindung Epstein und Coinbase ein Lehrstück: Verschachtelte Strukturen können Eigentumsbeteiligungen verschleiern – und so fragwürdiges Kapital unbemerkt in vielversprechende Technologieprojekte lenken.