Kryptowährungen und Betrug: Wie man einen Scam erkennt

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Es gibt tausende verschiedene Kryptowährungen. Neben ernstzunehmenden Projekten, gibt es auch viele Kopien. Allerdings ist auch Kryptowährung Betrug nicht selten. OneCoin, PlusToken, BitClub Network und BitConnect sind nur ein paar Namen. Wir steigen tief in die heimtückische Welt vom Betrug mit Kryptowährungen ab.


Wenn Bitcoin tatsächlich digitales Gold ist, dann erlebt das Internet gerade einen Gold-Rausch. Die Geschichten von jungen Teenagern, die praktisch über Nacht zum Millionär werden, faszinieren viele. Doch mit dem immensen Gewinnpotenzial kommt auch ein hohes Risiko.

Oft spricht man vom Wilden Westen, wenn es um Kryptowährungen gibt. Das liegt beispielsweise daran, dass sich die Technologien den staatlichen Händen entziehen und nicht richtig kontrolliert werden können.


Wenn das leichte Geld ruft, dann schwindet der Verstand schnell. Mit der Hoffnung schnell reich zu werden, schlagen viele Menschen alle Vorsicht in den Wind. Betrüger haben es damit umso leichter ahnungslosen Opfern ihr Erspartes aus den Taschen zu ziehen. Dabei muss man kein Krypto-Experte sein, um einen Betrug zu erkennen.

In den meisten Fällen werben Krypto-Betrüger mit garantierten und unrealistischen Renditen, bieten eine Art Plattform an und ermutigen die Anhänger weitere Leute an Bord zu bringen. Daher erkunden wir in diesem Artikel einerseits bekannte Betrugsmaschen mit Kryptowährungen und vermitteln, wie man Krypto-Scams erkennen und umgehen kann.

In diesem Artikel:

Milton Group

Vielleicht stoßen Sie eines Tages in einem sozialen Netzwerk auf eine klassiche Anzeige, die verspricht auf mysteriöse Weise eine kleine Investiton über kurze Zeit zu vervielfachen. Eventuell sind Sie neugierig und bevor Sie sich recht versehen können, fragt man nach Ihrer Telefonnummer. Plötzlich läuft das Telefon heiß, da man Sie von einer magischen Investition überzeugen möchte.

Natürlich schwört ihnen die Firma, dass Sie mehr Geld verdienen können, wenn Sie mehr investieren. Vielleicht wagen Sie es sich bei der Plattform mit einem kleinen Betrag anzumelden. Wer würde sich nicht freuen, wenn man auf dem Bildschirm sieht, dass sich das eigene Geld vervielffältigt hätte? Allerdings stellen Sie dann fest, dass es nicht möglich ist die angeblichen Profite abzuziehen – oder irgendetwas von Ihrem investierten Geld.

Hier sind einige Erfahurngsberichte von Opfern der berüchtigten Milton Group. Diese scheint weitere Namen wie Cryptobase, CryptoMB und VetoroBanc zu haben. Hinter den Kulissen trifft sich eine Gruppe von Telemarketern in der Ukraine, Albanien, Georgien oder Nordmazedonien, um einen Gesprächleitfaden zu besprechen. Das Ziel: Möglichst viele Opfer um ihr Geld bringen und sich selbst eine fette Provision abholen.

Schätzungen zufolge hat die Milton Group allein im Jahr 2019 rund 71,5 Mio USD ergaunert. Wenn man bedenkt, dass das Unternehmen seit drei Jahren besteht und davon ausgeht, dass es in den vergangenen Jahren ähnliche Beträge erwirtschaftet hat, beläuft sich der Gesamtbetrag auf über 200 Mio USD. Die polizeilichen Ermittlungen im Fall der Milton Group halten an, ebenso die Suche nach den Tätern.

Mining Max

Einkommen durch Mining von Kryptowährungen klingt ebenso verlockend wie kompliziert. Warum also nicht einen Experten mit der Betreibung und Wartung der Miner beauftragen? So könnte man selbst beim Mining verdienen, ohne selbst das Wissen mitzubringen.

Generell gesprochen heißt dieses Verfahren Cloud Mining. Auch wenn es einige seriöse Cloud Mining Anbieter gibt, tummeln sich auch hier die Betrüger.

Dies war der Fall bei Mining Max, einem Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten und Mining-Farmen in Südkorea. In seinen Anfängen um das Jahr 2016 präsentierte es sich als Cloud Mining Unternehmen für Altcoins und versprach allen seinen Investoren monatliche Renditen. Wie der Standort seinerzeit sagte:

“Mining Max verkauft keine eigenen Münzen und handelt nicht mit Münzen, die nicht im Exchange Center gehandelt werden. Es ist ein Unternehmen, das Münzen aus bestimmten Blockchains mit dem derzeit höchsten Wert auf dem Markt produziert. Mining Max ist ein professionelles Mining-Unternehmen, das Versandmanagement-Dienstleistungen für Mining-Maschinen anbietet, die einzelnen Mitgliedern gehören. Die große Mining-Farm Mining Max maximiert die Gewinnspannen-Kapazität von einzelnen Miningmaschinen mit geringer elektrischer Belastung”.

Später spezialisierte man sich auf den Ethereum-Mining, anstatt auf Bitcoin Mining Pools. Zumindest angeblich, denn im Dezember 2017 enttarnten die koreanischen Behörden den Betrug. Die Manager von Mining Max sammelten etwa 250 Mio USD von etwa 18.000 Investoren aus 54 Ländern, darunter die Vereinigten Staaten, Japan, China und Südkorea selbst.

Es wird angenommen, dass nur 80 Mio USD in Mining-Hardware investiert wurden, während 110 Mio USD auf Offshore-Bankkonten landeten. Der Rest wurde verwendet, um ältere Investoren auszuzahlen, die ihrerseits Geld von den unteren Ebenen der Nutzer erhielten (Pyramidensystem, Ponzi Scheme).

Modern Tech (Pincoin und iFan)

Das Unternehmen Modern Tech bildete sich als Vetreter zweier ICOs (Initial Coin Offerings). Sowohl Pincoin als auch iFan-Token sollten so verkauft werden. Ersteren Token bewarb man mit einer monatlichen (unerklärten) Rendite von über 40 %. Während der Zweite als Treibstoff für ein soziales Netzwerk für Künstler sein sollte.

Mit dieser Fassade strukturierte sich Modern Tech als Pyramidensystem. Dabei profitierten die längsten Investoren von neuen Investoren und ihren Zinsen. Um der Plattform beizutreten, musste jedes neue Mitglied ein Minimum von 1000 USD in die oben erwähnten Jetons “investieren”, die in Wirklichkeit nie so viel wert waren.

Doch bis 2018 wurde keiner der versprochenen Gewinne ausgezahlt. Modern Tech schaltete alle ihre sozialen Netzwerke aus und tauchte nie in ihren angeblichen Büros auf. Die betrogenen Investoren konnten nichts anderes tun, als gegen die Phantomadresse des Unternehmens zu protestieren und den Fall den Behörden zu melden: 666 Mio USD waren von etwa 32.000 Menschen entwendet. Die Täter sind noch nicht gefasst worden.

BitClub Network

Dies ist ein weiterer Fall von Cloud-Mining-Betrug, wenn auch zweifellos schwerwiegender als Mining Max. Das Versprechen ist jedoch ähnlich:

Keine laufenden Gebühren und 24-Stunden-Support. Sobald Sie dem BitClub Network beitreten, sind Sie für 1000 Tage dabei. Es gibt keine zusätzlichen Gebühren für die Unterstützung des Minings oder für die Aufrüstung der Ausrüstung. Sie können wählen, welcher Prozentsatz Ihrer Miningeinnahmen für den Kauf zusätzlicher Gruppenanteile verwendet werden soll und wie viel pro Tag gezahlt werden soll.

Seit 2014 bot BitClub Network Tarife von 50.000 bis 100.000 USD im Austausch für angeblich 5 % bis 12 % der Investition. Interessanterweise kann der jüngste Tarif für nur 10.000 USD für die gleiche Rendite erworben werden.

Im Dezember 2019 intervenierten schließlich die US-Behörden auf der Plattform. Schnell stellte sich heraus, dass es nichts weiter als ein Pyramidensystem war, bei dem neue Investoren die alten ausbezahlten. Es gab nie Mining und drei der Entwickler wurden verhaftet. Zwei weitere sind immer noch auf der Flucht. Wir finden also auch bei BitClub Betrug.

Matthew Brent Goettsche, 37, war einer der Verhafteten in Florida. Er wagte es, offen zu erklären, dass das Ziel von BitClub Network “dumme” Investoren seien, oft auch als “Schafe” bezeichnet. Seinen Worten zufolge bauten sie “dieses ganze Modell auf dem Rücken von Idioten” auf.

Leider ist die BitClub-Website immer noch online. Und das, obwohl durch den BitClub Network Betrug bereits rund 722 Millionen US-Dollar gestohlen wurden.

PlusToken

Eventuell handelt es sich bei PlusToken um den größten Krypto-Betrug des Jahres 2019. Die Plattform hat asiatische Ursprünge, mit einer starken Präsenz in China, Südkorea und Japan. Insgesamt ist sie ist der vietnamesischen Modern Tech sehr ähnlich. Das Hauptangebot dieses Systems war das PLUS-Token, der angeblich zwischen 9 und 20 % pro Monat an Investoren zurückgeben könnte.

In der Markteting Strategie waren PlusToken Scammer allerdings kreativ. Denn anstatt die digitalen Medien als Werbeträger zu benutzen, warb PlusToken vor allem auf Treffen und Veranstaltungen. Außerdem bot PlusToken “Investitionen” über Chat an und verteilten sogar physische Werbung an öffentlichen Orten wie Supermärkten.

Nach eigenen Angaben kämen die hohen Prozentsätze der Rendite aus Krypto-Trading, Mining und Empfehlungen. In Wirklichkeit war PlusToken seit Beginn ein Pyramidensystem ohne Produkt. Neue Mitglieder brachten frisches Geld ein, das direkt an die älteren Investoren oder direkt an die Manager ging.

Ende Juni 2019 begannen die Nutzer beim Abheben ihrer Gelder Probleme zu haben. Die Administratoren beschuldigten daraufhin die angeblichen Minern. Bald darauf machten kamen keine neuen Ausreden. Stattdessen verschwanden die Betreiber mit etwa 3 Mrd USD von mehr als 3 Mio Opfern.

Ein großer Teil der Beute waren Kryptowährungen, die das Netzwerk noch immer heimsuchen: Bitcoin, Ethereum, EOS und OmiseGo. Und die letzte Transaktion ihrerseits brachte den Vermerk “Sorry, wir müssen los”.

Die Blockchain Forensik Firma Chainalysis lieferte sogar Beweise, die auf die Betrüger und ihr großes OTC-Volumen (Over The Counter) an Börsen wie Huobi hinwiesen. Mindestens sechs der Teammitglieder wurden verhaftet.

OneCoin

OneCoin ist die Königin aller bisherigen Krypto-Betrügereien. Es handelt sich um ein globales Pyramidensystem. Nach eigenen Angaben ist OneCoin eine Kryptowährung mit einer privaten Blockchain und einer Lern-Plattform für Kryptographie. Die Firmen OneLife, OneAcademy und OneWorldFoundation sind Teil desselben Schemas.

Zur Zeit werden über OneLife und OneAcademy mehrere “Bildungspakete” von 110 USD bis 55.555 USD angeboten. OneWorldFoundation ist eine Kinderhilfsorganisation, die Spenden über OneCoin, PayPal, Banküberweisung sowie Kredit- und Debitkarten annimmt.

Wie sich herausstellte sind die Bildungsinhalte der OneAcademy Plattform von anderen Quellen kopiert. Zusätzlich zu einem Bildungspaket soll der Käufer außerdem Token für das Mining von OneCoin erhalten.

Jedoch existiert keine Blockchain hinter OneCoin – somit kann es auch kein Mining geben. Darüber hinaus kann OneCoin auf keiner Börse gehandelt werden. Die einzige Möglichkeit für den Verkauf von OneCoin wäre die eigene Exchange (Dealshaker). Mithilfe einer einzigen Börse kann der OneCoin Kurs beliebig bestimmt und manipuliert werden.

Doch die Geschichte nimmt die Form eines Krimi an, denn das vermeintliche Mastermind hinter der Operation, Dr. Ruja Ignatova, verschwand im Jahr 2017 spurlos. Ihr Bruder, Konstantin Ignatow, übernahm ihr Amt, und versprach zu diesem Zeitpunkt die Einführung einer OneCoin-ICO.

Während Konstantin Ignatov im März 2019 in Los Angeles verhaftet wurde, ist Dr. Ruja noch immer vermisst. Der BBC hat zu Dr. Ruja Ignatova und dem Betrug von OneCoin eine ausführliche Podcast-Reihe veröffentlich.

Die Schätzungen des Schaden reichen von 4 Mrd USD bis knapp 20 Mrd USD. OneCoin existiert nach wie vor und Sie sollten das Weite suchen, wenn Ihnen jemand ein “Bildungspakt” des Projekts andrehen möchte.

BitConnect

Unter all den Betrügerein im Krypto-Space, ist keiner so bekannt wie BitConnect. Dieser Krypto-Betrug unterschied sich in einem fundamentalen Punkt von den anderen hier genannten Projekten: Es handelte sich um eine tatsächlich dezentrale Kryptowährung. Umso beeindruckender, dass der BitConnect Coin (BCC) 2016 die Liste der größten Kryptowährungen erklomm.

Das Hauptangebot war eine eigene Lending-Plattform, bei der bis zu 40 % Rendite auf Kredite verdient werden konnte. Außerdem konnte täglich bis zu 1 % allein für Bestände auf der Plattform verdient werden. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer einen weiteren Prozentpunkt für jeden Kontakt, den sie an die Plattform brachten. Trotz der vielen Warnsignale für ein Krypto-Betrug und Pyramidensystem vielen etliche Opfer auf die Betrugsmasche herein.

Der Preis pro Token erreichte einen Höchststand von 476 USD, während seine Kapitalisierung im Januar 2018 2,1 Mrd USD überstieg. Aber das wäre nur der Beginn des Untergangs.

Denn Anfang desselben Monats erließ das Texas State Securities Board eine Anordnung zur Schließung von BitConnect. In dieser Anordnung behauptete die Behörde, es handele sich um ein Pyramidensystem und führe seine Investoren in die Irre.

Nur wenige Tage später, am 17. Januar 2018, beschloss das BitConnect-Team (das anonym blieb), seine Kreditvergabe-Plattform einfach zu schließen. Daraufhin fiel der Preis des Tokens in den Keller.

Es war ein “Jeder für sich selbst”-Szenario: Alle Benutzer, die diese Kryptowährung besaßen, begannen, sie massenweise zu verkaufen, um weitere Verluste zu vermeiden. So ist es schwierig zu bestimmen, wie hoch der Schaden von BitConnect tatsächlich ist. Erst am 10. September 2018 hat die letzte Börse, an der BCC zum Handel zur Verfügung stand (Trade Satoshi), sie schließlich von ihrer Plattform entfernt.

Was von BitConnect bleibt, ist der mittlerweile legendäre Carlos Matos. Dieser schaffte es sich selbst zum Internet-Meme zu machen, mit seinem überaus enthusiastischen Auftritt für BitConnect.

Hey, hey, hey, hey, Bitconneeect!

Das und eine fehlgeschlagene Sammelklage gegen die Administratoren der Plattform.

Warnsignale für Krypto-Scams

Wir haben nun unterschiedliche Betrügereien in der jungen Geschichte der Kryptowährungen betrachtet. Sie sehen, wie leichtgläubige Opfer schnell ihr Erspartes los geworden sind oder sich tief verschuldet haben. Dabei müssen Sie kein Experte sein, um einen Krypto-Scam zu erkennen.

In erster Linie forderen Betrüger eine “Investition” und warnen normalerweise nicht vor Verlustrisiken. Wenn Sie Stichwörter wie “garantierte Rendite” hören, handelt es sich wahrscheinlich um einen Betrug. Keine Investiton auf diesem Planeten kann eine Rendite garantieren, denn die Zukunft ist immer ungewiss.

Der nächste Hinweis auf eine Betrugsmasche ist die Funktionsweise der Plattform. Wie generiert die vermeintliche Investiton neues Geld? Können die Angaben bewiesen oder verifiziert werden? Können Sie ihr investiertes Geld leicht wiederbekommen?

Wenn Sie merken, dass jemand man Sie für eine Plattform werben möchte, sollte Vorsicht geboten sein. Wie wir gesehen haben, ist es eine bekannte Taktik mit einem Pyramidensystem ältere Investoren zu belohnen.

Sie müssen sich auch das Team ansehen, das das System betreibt – wird es auf der offiziellen Website angezeigt, und können Sie überprüfen, ob es sich um echte Personen handelt? Und wenn sie es sind, haben sie irgendeine Art von Vorstrafen?

Forschung und Aufklärung sind der Schlüssel zur Vermeidung von Betrügereien. Nicht alles, was glänzt, ist Gold.

Not your Keys, not your Coins

Ein beinah schon heiliges Mantra in der Bitcoin- und größeren Kryptoszene besagt: “Not your Keys, not your Coins”. Also zu Deutsch: “Nicht deine Schlüssel, nicht dein Geld”. Mit Schlüssel ist der private Schlüssel (Seed Phrase) gemeint, der das ultimative Backup für jede Wallet darstellt.

Damit sich jemand überhaupt Ihrer Kryptowärhungen ermächtigen kann, muss der Angreifer also ihren privaten Schlüssel erlangen. Allerdings müssen Sie auch berücksichtigen, dass Sie die Kontrolle über Ihre Kryptowährungen abgeben, wenn eine andere Partei die privaten Schlüssel hält.

 

Wenn Sie ihr Geld beispielsweise auf einer Krypto-Börse wie Binance lagern, sind Sie nicht im Besitz der privaten Schlüssel. Während Binance relativ vertrauenswürdig ist, sind viele andere Plattformen das nicht. Überlegen Sie sich also zweimal, ob Sie Ihre Coins wirklich aus der eigenen Kontrolle geben wollen.

Überweisungen (oder Transaktionen) bei Kryptowährungen lassen sich nicht revidieren. Das heißt, anders als bei Visa und Mastercard gibt es keine Möglichkeit ausgegebenes Geld zurück zu bekommen. Das heißt jede Transaktion, die Sie an Andere schicken, wird nicht erstattet.

Pyramidensysteme

Ein Pyramidensystem ist jede Art von Betrug, der einen ständigen Strom neuer “Investoren” erfordert, um weiter bestehen zu können. Im Allgemeinen werden diese vom Benutzer eine Anfangsinvestition verlangen und bemerkenswerte Renditen versprechen.

In Wirklichkeit erzielen ältere Investoren eine Rendite allein durch die neuen Investoren. Das heißt es gibt kein wirkliches Geschäftsmodel, außer das Ausnehmen ahnungsloser Investoren.

Früher oder später gehen die neuen Investoren allerdings zur Neige. Wenn die Dynamik nachlässt, machen sich die Führer des Pyramidensystems meistens aus dem Staub. Die gutgläubigen Investoren bleiben mit leeren Taschen zurück.

Eines der berühmtesten Beispiele dafür ist Bitconnect. Und obwohl es heute nicht mehr existiert, gibt es bis heute Krypto-Projekte, die auf dasselbe Modell setzen.

Die beste Verteidigung besteht auch hier wieder darin, sich die Zeit zu nehmen, ein Angebot zu verstehen, bevor man darin investiert. Seien Sie immer misstrauisch, wenn Ihnen jemand ungewöhnlich hohe Renditen für geringes bis gar kein Risiko anbietet.

Pump & Dump

Besonders populär bei Kryptowährungen ist der sogenannte Pump and Dump. Dabei kaufen die Betrüger eine unbedeutende Kryptowährung für wenig Geld und generieren einen Hype um das Projekt. In den meisten Fällen kommt Social Media für die Kampagnen zum Einsatz. Je mehr Leute den Token kaufen, desto höher steigt der Preis (das ist der “Pump”).

Gerade bei kleinkapitalisierten Coins lassen sich extreme Multiplikatoren erzielen. Wenn ein Token von 0,01 EUR auf 0,02 EUR steigt, hat sich der Preis bereits verdoppelt!

Doch auch hier funktioniert die Masche nur, wenn immer wieder neue Investoren an Bord kommen. Schließlich verkaufen die ursprünglichen Investoren ihre meist beträchtlichen Bestände des Tokens. Einerseits realisieren so ihren Gewinn, andererseits drücken sie den Preis des Token wieder nach unten (das ist der “Dump”).

Ähnlich wie beim Pyramidensystem bleiben die gutgläubigen Investoren zurück. Zwar besitzen sie noch die eingekauften Token, doch diese sind wertlos.

Als Sicherheit gegen Pump & Dump sollten Sie immer mit einem kühlen Kopf ans Investieren gehen. Die Fear of Missing Out (kurz: FOMO) ist ein wichtiges Werkzeug für die Betrüger. Wenn man Ihnen das Gefühl vermitteln kann, dass Sie sofort jetzt investieren müssen, um keine Chance zu verpassen, handeln Sie unüberlegt. Informieren Sie sich daher immer über ein Projekt, bevor Sie ihr Geld investieren.

Schlusswort

Wir haben nun einen Blick in die junge Geschichte des Kryptowährungen Betrug geworfen. Es kann durchaus hilfreich sein, von den Fehlern Anderer zu lernen.

Behalten Sie ihren privaten Schlüssel privat und investieren Sie vorsichtig.

Auch wenn Kriminelle sich immer neue Wege einfallen lassen, um in Ihre Tasche zu gelangen, können Sie sich schützen. Wenn Sie verantwortungsvoll mit Ihren Kryptowährungen umgehen, lassen diese sich nicht konfiszieren.

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David is a freelance writer with a specialty in technology and cryptocurrency. He has been writing his whole life, but professionally for two years and hopes to stay in the field forever. In addition to cryptocurrency, David follows politics, current events and financial news.

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