Drift plant Airdrop nach 285-Millionen-USD-Hack, Kritik wächst

  • Drift Protocol unter Druck: Wallet verschiebt 2,44 Millionen USD in DRIFT-Token
  • Solana-DEX: Token erreicht neues Allzeittief
  • Gleichzeitig stößt ein geplanter Sanierungsplan mit IOU-Token auf Skepsis
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Die auf Solana basierende Perpetual-Futures-DEX Drift Protocol steht unter verstärkter Beobachtung, nachdem sie in dieser Woche einen katastrophalen Exploit in Höhe von 285 Millionen USD erlitten hat.

Der Gegenwind entsteht durch eine stark spekulative Wiederherstellungsstrategie sowie durch auffällige Token-Bewegungen nach dem Hackerangriff.

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Drift-Team-Wallet bewegt Token im Wert von über 2 Millionen USD

Am 4. April meldete die Blockchain-Analyseplattform Onchain Lens , dass eine mit dem Drift-Team verbundene Wallet 56,25 Millionen DRIFT Token auf zentrale Börsen Bybit und Gate eingezahlt hat, nachdem der Angriff stattgefunden hatte. Die Token wurden zu diesem Zeitpunkt mit 2,44 Millionen USD bewertet.

Überweisungen an Börsen werden meist als Anzeichen potenzieller Verkaufsabsichten interpretiert. Der Zeitpunkt verstärkt die Sorge, da der Token in den letzten 24 Stunden auf ein neues Allzeittief von 0,03343 USD gefallen ist.

Dieses Vorgehen wird von der Community besonders kritisch betrachtet, da das Projekt noch immer mit den Folgen des Exploits zu kämpfen hat.

Gerade inmitten einer schweren Liquiditätskrise sorgt die Überweisung interner Mittel an externe Märkte für Diskussionen. Zudem wachsen dadurch die Bedenken vor einer möglichen Flucht von Vermögenswerten, was das Wiederherstellen des Vertrauens der Nutzer zusätzlich erschwert.

Am 1. April griffen nordkoreanische Angreifer Drift Protocol an und entzogen rund 280 Millionen USD. Dadurch sank der Total Value Locked der Plattform von 550 Millionen USD auf rund 230 Millionen USD zum Redaktionszeitpunkt.

Der Angriff am 1. April ist bisher der größte Hack im dezentralen Finanzsektor im Jahr 2026. Die Auswirkungen des Vorfalls weiten sich weiter aus, inzwischen heißt es, dass bereits 20 Projekte davon betroffen sind.

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Dieser Angriff ist außerdem der zweitgrößte Exploit in der Geschichte von Solana – nur der Wormhole-Hack im Jahr 2022 mit 326 Millionen USD war größer.

Solana-Mitgründer stellt neue Erholungsstrategie vor

Inmitten der aktuellen Krise empfahl Solana-Mitgründer Anatoly Yakovenko öffentlich, Drift solle als Überlebensstrategie einen „Airdrop“ von IOU Token durchführen.

Dies entspricht der Strategie der zentralen Börse Bitfinex nach ihrem Hack im Jahr 2016, bei dem 72 Millionen USD entwendet wurden.

Yakovenko erklärte, dass ein Kernteam aus Entwicklern die Plattform wiederaufbauen und mithilfe der IOU Token die geschädigten Nutzer später vollständig entschädigen könne.

Marktanalysten verweisen jedoch auf große strukturelle Unterschiede zwischen den beiden Fällen.

Bitfinex hatte eine dominierende Stellung im zentralisierten Handel und wiederkehrende Einnahmen über Gebühren während eines historischen bullischen Marktes für Kryptowährungen. Das ermöglichte es der Börse, die Schulden-Token nach und nach im Verhältnis 1:1 zurückzukaufen.

Drift hingegen agiert als dezentrale Börse in einem sehr wettbewerbsintensiven und fragmentierten Markt. Da das Vertrauen der Nutzer beschädigt wurde und sich die Liquidität etwa halbiert hat, fehlt dem Protokoll die vorhersehbare Einnahmebasis, die zur Unterstützung eines unbesicherten Schuldtitels notwendig wäre.

Analysten meinen zudem, dass es irreführend ist, eine solche Ausgabe als „Airdrop“ zu bezeichnen. Ohne solventes Protokoll und einen machbaren Rückzahlungsplan haben die Token keinen inneren Wert, sondern basieren lediglich auf der Spekulation einer möglichen künftigen Erholung.

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