EZB setzt auf offene europäische Standards für den digitalen Euro, Visa und Mastercard bleiben außen vor

  • EZB schließt Vereinbarungen mit ECPC, nexo und Berlin Group für digitale Euro-Zahlungen
  • Offene Standards ersetzen proprietäre Kartenlösungen für Tap-to-Pay und Händlerakzeptanz.
  • Plan hängt von der Verabschiedung der Digital-Euro-Verordnung durch die EU-Gesetzgeber ab, Freigabe des Rollouts steht bevor
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Vereinbarungen mit drei europäischen Standardisierungsgremien unterzeichnet, damit der digitale Euro auf einer offenen, nicht proprietären Infrastruktur basiert. Damit stellt die EZB Visa und Mastercard im Euroraum direkt in Frage.

Die Abkommen mit der European Card Payment Cooperation (ECPC), nexo standards und der Berlin Group verschaffen dem digitalen Euro eine kostenfreie, gemeinsame technische Grundlage. Jede europäische Zahlungsdienstleisterin kann diese nutzen, ohne weltweit anfallende Gebühren der Kartenunternehmen zu zahlen.

Drei Standards: Drei Ebenen von Zahlungen

CPACE, entwickelt von ECPC, übernimmt kontaktlose Tap-to-Pay-Transaktionen über Nahfeldkommunikation. Nexo standards verbinden Kassensysteme von Händlern mit den Backends von Zahlungsdienstleistern und Zahlungsverarbeitern, unterstützen Zahlungen im Geschäft sowie Geldautomaten-Transaktionen. Die Regeln der Berlin Group gelten für kontobasierte Überweisungen über Kennnummern wie Mobilfunknummern, dazu für Kontostandsabfragen und die Integration in Händler-Apps.

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Etwa 80% des europäischen Marktes nutzt bereits die API-Framework-Standards der Berlin Group. Diese sind die Grundlage für PSD2-Open-Banking bei Banken und Fintech-Apps. ECPC wurde 2020 von sechs Zahlungsunternehmen aus Frankreich, Deutschland, Belgien, Bulgarien, Spanien und Portugal gegründet. Nexo ist eine internationale Non-Profit-Organisation mit Sitz in Brüssel.

Direkter Angriff auf Visa und Mastercard

Nach Angaben der EZB fehlt in Europa ein einheitlicher offener Standard für Zahlungsterminals. Die Region ist dadurch auf proprietäre Systeme von globalen Kartenunternehmen und digitalen Wallets angewiesen. Die Einführung dreier offener Standards ermöglicht es nationalen Kartensystemen, über ihre Heimatmärkte hinaus zu wachsen. Sie könnten die bestehenden Terminals nutzen, ohne die Infrastruktur neu zu bauen.

Europäische Zahlungsdienstleister könnten in Zukunft grenzüberschreitend wachsen, sobald der digitale Euro als gesetzliches Zahlungsmittel gilt. Diese Entwicklung ähnelt den Bemühungen von Wero, das bereits in Frankreich, Deutschland und Belgien aktiv ist. Das Ziel ist ausdrücklich, die Abhängigkeit von Visa, Mastercard und PayPal zu verringern.

Regulierung entscheidet über die Einführung

Piero Cipollone, EZB-Direktoriumsmitglied, bezeichnete die Vereinbarungen als einen Schritt in Richtung einer freieren Zahlungsinfrastruktur.

Er sagte, sie könnten privaten Unternehmen Alternativen zu proprietären Zahlungsnetzwerken bieten.

„Die offenen Standards für den digitalen Euro schaffen eine europäische, kostenfreie Alternative zu den derzeitigen proprietären Standards. Sie erleichtern neuen europäischen Anbietern den Markteintritt und geben Zahlungsdienstleistern sowie Händlern die nötige Sicherheit, um zu investieren, zu innovieren und im gesamten Euroraum zu konkurrieren.”

Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums

Die Vorteile werden jedoch erst spürbar, wenn die EU-Mitgesetzgeber die Regulierung für den digitalen Euro verabschieden. Ohne diese rechtliche Grundlage bleiben die Standards freiwillig. Anbieter können daher nicht mit einer eurozonenweiten Skalierung ihrer künftigen Investitionen rechnen.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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