Erste Blockchain-basierte Akkreditiv-Transaktion

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IN KÜRZE
  • Kürzlich wurde die erste Akkreditiv-Transaktion mittels Blockchain-Technologie abgeschlossen.

  • Akkreditive sind ein beliebtes Mittel, um den internationalen Handel zu vereinfachen.

  • Der Einsatz von Blockchain-Technologie für Akkreditiv-Geschäfte bringt sowohl Vorteile für den Handel, als auch die Kryptowirtschaft.

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Kürzlich hat die britische Standard Chartered Bank (SCB) die erste Akkreditiv-Transaktion unter Zuhilfenahme von Blockchain-Technologie ausgeführt. Dies hat weitreichende Auswirkungen, sowohl auf den internationalen Handel, sowie die Kryptowirtschaft.



Akkreditive (engl. letters of credit) sind Verträge, welche den internationalen Handel erleichtern. Dabei beauftragt der Importeur (Käufer) einer Ware seine Bank, dem Exporteur (Verkäufer) eine Garantie auszustellen, dass dieser nach dem Versand einer Ware die Kaufsumme erhält. Die Bank verwaltet in der Zwischenzeit das Geld treuhänderisch. Legt der Exporteur bei seiner Bank Dokumente vor, die den ordnungsgemäßen und termingerechten Versand nachweisen, wird die Kaufsumme an ihn ausgezahlt.

Bedeutung für den internationalen Handel

Für Kenner der Blockchain-Technologie sollte klar sein, dass diese Form des Waren- und Geldaustauschs ein Anwendungsfall für Smart Contracts ist. Einerseits lässt sich die Logik von Treuhand-Verträgen gut in Smart Contracts abbilden. Andererseits lässt sich auch der Dokumentennachweis über Blockchains vereinfachen. Dabei hilft auch der Einsatz von IoT-Geräten und die Rückverfolgung der Lieferkette.



Akkreditive sind ein häufig genutztes Werkzeug im internationalen Handel, da sie die wirtschaftlichen Risiken dieser Geschäfte fair zwischen Exporteur, Importeur und Banken aufteilen. Das Risiko von Rechtsstreitigkeiten wird dadurch verringert. Durch den Einsatz von Blockchain-Technologie kann das Abschließen dieser Geschäfte günstiger, schneller und sicherer werden.

Das erste Akkreditiv dieser Art wurde zwischen dem chinesischen Stahlwerk Baosteel und dem australischen Minen-Unternehmen Rio Tinto geschlossen. Die britische Standard Chartered Bank diente dabei als Mittelsmann. [Global Times] Die Kaufsumme war in der Währung der chinesischen Volksbank, Renminbi, angegeben.

Damit stärkt auch China die Position ihrer Währung für den internationalen Handel. Dies klinkt sich sehr harmonisch in die Bemühungen Chinas ein, den Renminbi mit der Einführung einer digitalen Zentralbankwährung in den Rang einer Reservewährung zu heben.

Bedeutung für die Kryptowirtschaft

Bei Akkreditiven findet eine Risikotransformation statt. Im Wesentlichen übernimmt dabei die Bank das Risiko eines Zahlungsausfalls seitens des Importeurs, indem sie ihn entweder bei Abschluss des Akkreditivs belastet, oder ihm eine Kreditlinie einräumt. Für die Übernahme des Risikos, sowie die Vermittlung zwischen Importeur und Exporteur, erhebt die Bank eine Gebühr.

Risikotransformation ist im dezentralen Finanzwesen eine nach wie vor ungelöste Aufgabe. Um tatsächlich eine transformative Wirkung auf das Finanzsystems ausüben zu können muss diese gelöst werden. Es ist daher sehr gut möglich, dass Risikoübernahme die zentrale Frage innerhalb der Kryptowirtschaft in den nächsten Jahren sein wird.

Dabei werden zunächst Banken eine sehr wichtige Rolle spielen. Mit der Zeit werden wir hoffentlich Lösungen finden, um auch die Risikoübernahme zu dezentralisieren. Mit dem ersten durch Blockchain-Technologie abgewickelten Akkreditivgeschäft sind wir der Lösung dieses Problems einen großen Schritt näher gekommen.

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.
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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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