Das Taker Buy-Sell-Verhältnis von Ethereum (ETH) auf Binance zeigt ein Signal, das es seit fast drei Jahren nicht mehr gab. Der monatliche Durchschnitt liegt jetzt bei etwa 1,016 und hält sich seit mehreren aufeinanderfolgenden Tagen über 1.
Diese Veränderung deutet darauf hin, dass Kaufaufträge am Markt die Verkäufe bei den ETH-Perpetual-Kontrakten auf Binance übertreffen. Der CryptoQuant-Analyst Darkfost hat auf dieses Zeichen als „frühe Phase eines stärker positiven Trends” hingewiesen.
Warum Derivatdaten für Ethereum wichtiger sind
Zur Einordnung: Das Taker Buy-Sell-Verhältnis misst das Verhältnis zwischen Kauf- und Verkaufsvolumen am Markt bei Perpetual-Kontrakten. Ein Wert über 1 bedeutet, dass entschlossene Käufer die Verkäufer übertreffen.
Bemerkenswert ist aktuell, dass der monatliche Durchschnitt mehrere Tage hintereinander über 1 bleibt.
„Dies zeigt eine fortschreitende Rückkehr der Käuferdominanz auf den Perpetual-Märkten und deutet auf den Beginn eines konstruktiveren Trends hin”, sagte der Analyst. „Das ist daher eine positive Entwicklung für Ethereum, wie sie seit 2023 nicht zu sehen war.”
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Das Signal hat zusätzliches Gewicht, da der Futures-Handel auf Binance das Spot-Trading inzwischen deutlich übersteigt. Das Verhältnis von Spot- zu Futures-Volumen an der Börse ist kürzlich auf 0,13 gefallen, das bedeutet, etwa 7 USD in Futures werden für jeden 1 USD an echtem ETH-Kauf gehandelt.
Dieses Ungleichgewicht macht die Positionierung bei Derivaten zum entscheidenden Faktor für kurzfristige Kurs-Bewegungen. Zudem zählt Binance für ungefähr 37% des globalen ETH Open Interest. Nach Angaben des Analysten ist Binance daher ein wichtiger Ort zur Einschätzung von Derivate-Positionen.
Bemerkenswert ist zudem, dass der Anstieg des Verhältnisses über 1 schrittweise geschah und nicht plötzlich. Der Analyst sieht dieses Muster als gesünder an als einen scharfen Anstieg, da letzterer oft überhebelte Positionen und dann Kettenliquidationen auslöst.
Diese Entwicklung erfolgt trotz anhaltender makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheit und deutet auf erste strukturelle Verbesserungen beim ETH-Sentiment hin. Dennoch bringt die stark auf Derivate ausgerichtete Marktstruktur weiterhin Risiken mit sich. Eine von Futures getriebene Rallye ohne entsprechende Nachfrage am Spotmarkt kann die Volatilität verstärken, wenn Positionen schnell aufgelöst werden.
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