Führen Bitcoin-Enthusiasten auf Twitter andere User absichtlich in die Irre?

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IN KÜRZE
  • Bitcoin-Enthusiasten auf Twitter posten gerne positive Bitcoin-Statistiken

  • Andere Twitter-Nutzer kritisieren häufig, dass die Statistiken falsch wären

  • Statistiken sind immer eine Frage der Auslegung

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Der Bitcoin ist nicht nur an den Märkten, sondern auch auf Twitter äußerst beliebt. Die aktiven Bitcoin-Enthusiasten auf dem Kurznachrichtendienst stehen jetzt allerdings in der Kritik. Statistiken sollen absichtlich falsch ausgelegt werden, sodass ein besseres Bild für den Bitcoin entsteht.



Braucht die erstgeborene Kryptowährung ein noch besseres Image in der Öffentlichkeit? Ist ein Gegenwert von über 9.700 USD nicht an sich schon gut genug? Die Antwort auf diese Fragen kann wohl nur jeder für sich selbst beantworten. In 2020 jedenfalls – so behaupten einige Bitcoin-Enthusiasten auf Twitter – habe die digitale Währung einige andere Assets klar ausgestochen. Laut Anthony Pompliano (@APompliano) performte der Bitcoin besser als der S&P 500, Nasdaq und Gold:

Der Bitcoin, Krypto-Twitter und absichtlich missinterpretierte Statistiken

Wenn wir uns Kommentare zu diesen und ähnlichen Posts ansehen, dann finden wir schnell Gegenstimmen. Wenngleich die Zahlen von Pompliano faktisch korrekt sind, so hinkt sein Vergleich. Denn er nennt den Bitcoin das beste Asset während der “Krise”, womit ganz klar die Coronakrise gemeint ist. Wenn wir die Performance innerhalb dieser Krise also messen wollen, dann müssen wir andere Zeiträume betrachten. Und wenn wir diese Zeiträume betrachten, dann sehen wir, dass der Bitcoin relativ gleichmäßig mit anderen Assets verlief:

Verbreitet Pompliano hier also absichtlich missinterpretierte Statistiken und Vergleiche? Um ehrlich zu sein, gibt es dafür keinen Anhaltspunkt. Statistiken können immer auf verschiedene Arten interpretiert werden. Nochmal: Die faktische Darlegung der Daten ist korrekt. Die Performance des Bitcoin sieht nur weniger beeindruckend aus, wenn wir die Zeiträume der anzuzeigenden Daten verändern. Nachfolgend ein weiteres Beispiel.

Statistiken sind eine Frage der Auslegung

Seit seiner Entstehung hat Bitcoin anscheinend Gold in der Performance übertroffen. So zumindest scheint es, wenn wir uns einen Post von Willy Woo (@woonomic) auf Twitter ansehen. Wer nur einen US-Dollar in den Bitcoin investierte kurz nach seiner Entstehung, der säße heute auf 12,8 Mio. USD. Das ist der Preis einer Luxus-Yacht. Wer vor 10,7 Jahren denselben US-Dollar in Gold steckte, der ginge heute lediglich mit 1,66 USD nach Hause. Gerade mal ein Snickers:

Auch zu diesem Post gab es in den Twitter-Kommentaren Gegenstimmen. Beispielsweise wurde angeführt, dass der Vergleich eines neuen Assets (Bitcoin) mit einem wesentlich älteren Asset (Gold) hinkt. Viel wichtiger ist jedoch, dass auch bei dieser Statistik die Zeiträume entscheidend sind. Kürzen wir den Zeitraum auf die letzten zwei Jahre, so ergibt sich ein gänzlich anderes Bild. Einige Kommentare behaupteten sogar, dass sich das Bild gar komplett drehen würde.

Auch Woo bringt Fakten ans Tageslicht, die korrekt sind. Die Interpretation des Resultats aber obliegt jedem einzelnen selbst. Am Ende muss einfach jeder für sich entscheiden, ob einer Statistik geglaubt wird oder nicht. Mit der Verbreitung absichtlicher Missinterpretationen hat das nicht viel zu tun. Natürlich sprechen Bitcoin-Enthusiasten auf Twitter für den Bitcoin, wann immer möglich. Daran ist nichts falsch, denn Enthusiasten anderer Assets tun genau dasselbe.

 

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